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Altenburg Magdalenenstift investiert 160 000 Euro in älteste Altenburger Kita
Region Altenburg Magdalenenstift investiert 160 000 Euro in älteste Altenburger Kita
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08:41 29.09.2018
Der Kindergarten im Altenburger Magdelenenstift bekommt Zuwachs. So zieht am Montag eine neue Gruppe ins Erdgeschoss des früheren Pfarrhauses (im Hintergrund) im Stiftsgarten, was auch die im Haupthaus untergebrachten Steppkes freut. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die älteste Altenburger Kindertagesstätte wächst. So erhöht die 1835 gegründete Kita „Herzogin Amalie“ ab Montag ihre Kapazität auf 119 Kinder, teilte das Magdalenenstift als Träger auf OVZ-Nachfrage mit. Damit können in den Räumlichkeiten im Stiftsgraben künftig 17 Kinder mehr betreut werden als bisher. Folglich gehört der einzige evangelische Kindergarten Altenburgs auch zu den größten der Skatstadt. Rund 160 000 Euro ließ sich das Magdalenenstift die Erweiterung kosten. Knapp 95 000 Euro davon steuerte die Stadt bei, die damit vorerst ihren Engpass in Sachen Kita-Plätze löst.

Erweiterung vor allem im Kleinkindbereich

Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Magdalenenstifts, Dirk Keiner, entfallen von den 17 zusätzlichen Plätzen 13 auf einen neuen Kleinkindbereich und vier auf die Erhöhung der allgemeinen Rahmenkapazität. Dass man im abgelaufenen Kindergartenjahr bereits 107 Kinder betreuen konnte, lag an „einer befristeten Ausnahmegenehmigung“, so Keiner, wodurch die Kapazität zeitweise um fünf auf 107 Plätze erhöht war. „Nun können dauerhaft 119 Kinder betreut werden.“ Dafür habe man drei Erzieherinnen neu eingestellt.

Während 4 der 17 neuen Kinder in den bestehenden Räumen unterkommen, finden die 13 Kleinkinder im Alter von einem bis drei Jahren, die eine eigene Gruppe bilden, ihre neue Heimat im Erdgeschoss des früheren Pfarrhauses, das in den vergangenen Wochen umgebaut wurde. Eigentlich wollte man schon am 1. September öffnen. „Aber es gab Bauverzug“, sagt Kita-Leiterin Birgit Dietze, die jedoch im Gespräch mit den Eltern Lösungen fand. Schließlich seien die zusätzlichen Betreuungsplätze weg gewesen, kaum dass sie da waren. „Den Namen der neuen Gruppe wollen wir bis Dezember festlegen.“

Erdgeschoss des früheren Pfarrhauses umgebaut

Entstanden sind in den Räumen des Pfarrhauses unter anderem kleinkindgerechte Zimmer und Sanitäranlagen inklusive entsprechender Ausstattung und eines pädagogischen Waschraums, in dem auch schon mal gematscht werden kann. Zudem wurde die Küche so angepasst, dass die Kinder mit kochen, backen, abwaschen und wegräumen können. „Wir planen auch noch eine Schlaf- und Spielgalerie einzurichten, die in verschiedenen Höhen genutzt werden kann“, so Dietze, die von der „wunderschönen Lage im Stiftsgarten“ schwärmt. Ebenfalls vorgesehen, aber noch nicht fertig, sind ein Sandkasten neben dem Haus, die Bepflanzung des Eingangsbereichs und das Nebengebäude, in dem sich etwa der Kinderwagenraum befindet. Das folgt jedoch in den nächsten Tagen.

Mit der Erweiterung können in der „Herzogin Amalie“ ab Montag „bis zu 24 Kinder im Alter von einem bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr betreut werden“, erklärt Dirk Keiner. „Die Höchstkapazität im gesamten Kleinkindbereich von einem Jahr bis zum vollendeten dritten Lebensjahr liegt insgesamt bei 48 Plätzen.“

Kita-Engpass in Altenburg vorerst gelöst

Dank dieses Angebots und in Folge der Erweiterung der Johanniter-Kita „Am Spielplatz“ um 30 Plätze für Über-Dreijährige in Nord, die am Montag im Erdgeschoss des Förderzentrums „Erich Kästner“ ihren Betrieb aufnimmt, entspannt sich die Lage an der Betreuungsfront der Skatstadt. „Das bringt uns deutlich weiter“, sagt die in der Stadtverwaltung dafür zuständige Sozialreferatsleiterin Ines Quart. „Damit ist die schlimmste Not gelindert.“ Folglich sehe sie den nächsten Monaten relativ entspannt entgegen. Zumal auch das Klinikum Altenburger Land seinen Kindergarten noch erweitern wird.

Während Träger wie das Magdalenenstift, die Johanniter oder das Klinikum zwar die Kita-Plätze anbieten, ist für die Bereitstellung prinzipiell die Stadt Altenburg zuständig. Das ist auch der Grund, warum sich die Kommune mit fast 95 000 Euro an der Erweiterung der „Herzogin Amalie“ beteiligt. Der Rest sind Eigenmittel des Stifts. Den städtischen Haushalt belastet die Mehrausgabe, die jüngst vom Wirtschafts- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen wurde, aber nicht. Das rührt daher, dass die Stadt hier nur Landesmittel des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport weiterreicht.

Von Thomas Haegeler

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