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Manöverkritik und Richtungsdebatte - CDU-Kreischef Uwe Melzer räumt Fehler beim Wahlkampf ein / Diskussion um Annäherung zur SPD in Altenburg

Manöverkritik und Richtungsdebatte - CDU-Kreischef Uwe Melzer räumt Fehler beim Wahlkampf ein / Diskussion um Annäherung zur SPD in Altenburg

Der CDU-Kreisverband hat Fehler beim Wahlkampf um das Landratsamt eingeräumt. "Inhaltlich war das okay, aber wir haben zu spät angefangen, und die Werbestrecke muss überarbeitet werden", sagte Parteichef Uwe Melzer auf dem Kreisparteitag am Freitagabend im Windischleubaer Ortsteil Pöppschen.

Windischleuba. Von Thomas Haegeler

Was Melzer vor allem schmerzte, war der deutliche Abstand zur neuen Landrätin Michaele Sojka (Linke). "Mit 21,7 Prozent der Stimmen sind wir nicht in die Stichwahl gekommen", resümierte der Ex-CDU-Kandidat. "Michaele Sojka hatte mit 37,3 Prozent circa 3000 Stimmen mehr als ich." Die Ursache dafür sah der 52-Jährige vor allem in einem zu späten Wahlkampf-Beginn. "Wir hätten wesentlich eher als Februar anfangen müssen, um die Bekanntheit zu erlangen, die es gegen einen Amtsinhaber und eine Landtagsabgeordnete braucht."

Man habe trotz großen Augenmerks in keiner der drei großen Städte punkten können, auch die Ausbeute im ländlichen Raum sei nicht zufriedenstellend, so Melzer weiter. "Es ist dringend erforderlich, dass wir im ländlichen Raum mehr Präsenz zeigen." Auch auf seine Wahlplakate sei er mehrfach negativ angesprochen worden. "So sehe ich nun mal aus. Dass die Menschen nach Aussehen wählen, gibt mir aber zu denken." Daher müsse man das Werbekonzept überarbeiten. Auch mit der Beteiligung an der Mehrzahl der Wahlkampfveranstaltungen sei er nicht zufrieden.

"Wir haben verloren und ich habe dafür die Verantwortung übernommen", sagte der Kreischef. Ein Rücktritt sei für ihn aber kein Thema gewesen. "Dafür macht es mir zu viel Spaß. Ich stelle mich der Aufgabe und will den Kreisverband auch in den nächsten Wahlkampf führen."

Der erste steht mit der Bundestagswahl bereits nächstes Jahr ins Haus. Daher gaben die 39 anwesenden der rund 300 Kreisverbandsmitglieder im Bürgerhaus Pöppschen dem aktuellen Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel einstimmig grünes Licht, im Bund erneut für den Wahlkreis 195 (Greiz/Altenburger Land) anzutreten. "Die deutliche Zustimmung ist nicht selbstverständlich und ein großer Vertrauensbeweis", meinte Vogel. "Das zeigt mir, dass ich zum Altenburger Land gehöre." Endgültig nominiert ist der 53-Jährige damit jedoch noch nicht. Dazu braucht er auch den Segen des Kreisverbandes Greiz, der sich diese Woche trifft, sowie das Okay der Wahlkreisversammlung am 27. Oktober. Ein positives Votum gilt allerdings als Formsache, da es keinen Gegenkandidaten gibt.

Völlig ohne Nebengeräusche ging der Kreisparteitag aber nicht ab. Denn die Skatstädterin Christiane Arndt trübte die Eintracht, weil sie in Bezug auf den Stadtrat in Altenburg und die Annäherung zum SPD-Oberbürgermeister nicht mehr erkennt, dass dort eine CDU-Fraktion sitzt. "Ich hätte gern eine Antwort darauf, was der Unterschied zwischen CDU und SPD ist."

Ziel der Annäherung sei es mitzugestalten, erklärte Melzer. "Wir wollen nicht nur Opposition sein. Daher gibt es das Ansinnen, das gemeinsame Vorgehen in einem Positionspapier festzuhalten. Darüber entscheidet aber die Mitgliederversammlung des Altenburger Ortsverbandes." Zwar unterstützt der Kreisvorstand den neuen Weg von Ortschef André Neumann, aber ob man das gleich schriftlich festhalten muss, bezweifelt Melzer. "Das ist nicht gefahrlos, weil dann Konturen zu verwischen drohen."

Neumann hingegen verteidigte seine Strategie: "Wir sind noch fünf Mann im Altenburger Stadtrat und können auf keinem anderen Weg Politik machen, als wir es jetzt tun. Wie sollen wir gestalten, wenn wir dort, wo es Sinn macht, keine Mehrheiten suchen?" Das Positionspapier sei eine Möglichkeit, aber nicht zwingend. "Wir brauchen einen neuen Weg, um wieder mehr Leute zur Wahlurne zu bringen und Politik fürs Altenburger Land zu machen."

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