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Altenburg Margarethe Kröber aus Kosma wird 100 – und ist im Kreis kein Einzelfall
Region Altenburg Margarethe Kröber aus Kosma wird 100 – und ist im Kreis kein Einzelfall
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10:00 05.07.2018
Das 100-jährige Jubiläum war für Margarete Kröber ein besonderer Tag – nicht nur wegen all der Blumen, sondern auch aus Wiedersehensfreude. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Kosma

Margarete Köhler sitzt am gedeckten Tisch in ihrem Garten in Kosma. Kinder, Enkel, Urenkel, Nichten, Bekannte aus dem Ort – alle sind gekommen, um einen besonderen Geburtstag zu feiern. Ein bunter Obstteller steht in ihrer Nähe, von dem sie einige Kirschen nascht. Sogar Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU), seit Montag im Amt, ist da, um der Seniorin alles Gute zu wünschen. Das macht er nur in besonderen Fällen: Margarete Kröber aus Kosma feiert ihren 100. Geburtstag.

Mit diesem stolzen Alter ist die Altenburgerin nicht allein: Das Altenburger Land ist gut aufgestellt, wenn es um die Lebensjahre der Bürger geht. 1,3 Prozent der Bevölkerung im Landkreis haben ein solch hohes Alter erreicht. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2016 hervor. Im Landkreis leben somit statistisch gesehen überdurchschnittlich viele Menschen, die älter als 90 sind.

Überdurchschnittlich viele Einwohner über 90 Jahre

Im Bundesland Thüringen sind 20 255 Menschen über 90 Jahre alt – 0,9 Prozent der Bevölkerung. Im landesweiten Vergleich verzeichnen die Landkreise Greiz und Gera ähnlich viele hohe Geburtstage. Die Landkreise Erfurt, Sömmerda und Weimarer Land hingegen sind tendenziell eher jung, bezogen auf das Alter der Bevölkerung.

Das liebe Alter, es ist auch auf der Geburtstagsfeier von Margarethe Kröber ein Gesprächsthema. „100. Geburtstage sind bei uns keine Seltenheit mehr“, sagt ein älterer Herr.

Tag der Begegnung

Für die Familie der Jubilarin ist der Ehrentag ein Tag der Begegnung. Die Verwandtschaft der Kosmaerin ist nicht gerade überschaubar und sieht sich eher selten: „Meine Oma hat vier Töchter, neben mir sieben Enkelkinder und mindestens zwölf Urenkel“, sagt ihre 50-jährige Enkelin Conny. Sie spricht von einer Mindestzahl der Urenkel, weil sich die Familie im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands zum Teil aus den Augen verloren hat. Einige Kinder gingen nach Westdeutschland, einige blieben in Sachsen. Doch am Mittwoch ist ein Großteil der Familie im Garten des Elternhauses der Enkelin zusammengekommen, wo ihre 100-jährige Großmutter noch heute lebt. „Als wir Kinder waren, hatte es Tradition, am 4. Juli den Geburtstag der Oma und den Beginn der Sommerferien zu feiern“, erinnert sich die 50-Jährige. „Nach 40 Jahren ohne regelmäßigen Kontakt oder gemeinsame Treffen sehen sich nun fast alle wieder – das ist wirklich etwas Besonderes.“

Stolze Nachkommen

Margarethe Kröbers Mann starb im Krieg – die acht Kinder musste sie allein aufziehen. Die 100-Jährige hat 50 Arbeitsjahre in einem harten Job hinter sich: Sie war in der Landwirtschaft tätig. Doch nun genießt sie den langen Ruhestand im Kreise ihrer Familie. Kaum ältere Menschen hätten heute noch das Privileg, bei ihren Familien zu wohnen, sagt Enkelin Conny nachdenklich. „Hier hat sie Menschen um sich, die sie mag. Das trägt viel zur Gesundheit bei.“ Sie nehme an, das hohe Alter ihrer Großmutter habe damit zu tun.

Urenkel Johannes (15) allerdings gehört zu denen, die weit weg wohnen. Am Mittwoch erlebt er seine Urgroßmutter das erste Mal bewusst, denn als kleines Kind hatte er sie das letzte Mal gesehen: „Das ist besonders. Nicht viele junge Leute in meinem Alter können behaupten, dass sie eine Uroma haben, die so ein hohes Alter hat.“

Von Maria Sandig

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