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Marode Kanäle gefährden Straßen in Altenburg

Marode Kanäle gefährden Straßen in Altenburg

Der Skatstadt machen zerbröselnde Abwasserleitungen zu schaffen. Schlimmstenfalls drohen diese sogar einzubrechen. Beispiele dafür gibt es derzeit im Ortsteil Rasephas.

Dort musste deswegen ein Abschnitt der Friedrich-List-Straße voll gesperrt werden. Ebenso sieht es in der Knauschen Straße aus. Dort ist wegen der gefährdeten Standsicherheit die Straße zwischen den Nummern acht und zwölf halbseitig gesperrt. Die Betonkorrosion hat ebenso die Niemöllerstraße erreicht. Dort allerdings besteht Hoffnung, dass die verschlissenen Leitungen auf dem gefährdeten Teil zwischen den Hausnummern zwei und sieben noch eine Weile halten.

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) brachte das Thema kürzlich auf einer Einwohnerversammlung zur Sprache und erkannte einen dringenden Handlungsbedarf. Den hat der Oberbürgermeister in der Skatstadt allerdings an vielen Stellen, weswegen eine sofortige Sanierung überall gar nicht möglich ist. Es gebe viel zu viele alte Leitungen, an denen zu DDR-Zeiten kaum etwas getan wurde.

Offenbar wurde auch nach dem Mauerfall die Sanierung nicht entschieden genug vorangetrieben.

"Jetzt wissen wir nicht, wo wir zuerst anfangen sollen", zeigte sich Michael Wolf über den enormen Nachholbedarf zerknirscht. Die Ressourcen reichten nicht aus. "Wir hoffen, dass die maroden Leitungen noch eine Weile halten", schenkte der OB seinen Bürgern reinen Wein ein. Denn neben den finanziellen Grenzen brauche man gleichfalls Zeit, um den Kanalbau mit ordentlichen Plänen vorzubereiten.

Das Prinzip Hoffnung trifft beim Beispiel Rasephas auf die Niemöllerstraße zu. Dort sei die Betonzersetzung weniger weit fortgeschritten, weshalb die Leitungen dort erst 2014 repariert oder ausgewechselt werden. In der List- und einem Teil der Knauschen Straße soll schon nächstes Jahr gebaut werden, genau dort, wo die Straße jetzt gesperrt ist. Für beide Abschnitte sind 162 000 Euro vorgesehen. Der Rest der defekten Kanäle in der Knauschen Straße soll 2014 an die Reihe kommen.

Dass die Leitungen in Rasephas altersschwach sind, ist allerdings nicht das einzige Problem. Für viele im Ort sind sie auch die Quelle für üble Gerüche. So im Bereich Wiesenweg und Kopernikusstraße. Dass Kanäle entlüftet werden müssen und deshalb hin und wieder müffeln, ist Abwasserfachleuten bekannt und kann auch nicht verhindert werden. Die Ursachen der außerordentlich extrem üblen Gerüche sind im Moment noch unklar. Vermutet wird, dass dafür Schmutzwasser der Südostfleisch GmbH infrage kommen könnte. Den genauen Grund kann der Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) jedoch nur mithilfe der Bürger ermitteln, wenn sie die Gerüche sofort melden.

Jens Rosenkranz

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