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Marshall und Alexander sind einfach außergewöhnlich

Marshall und Alexander sind einfach außergewöhnlich

Als außergewöhnlich kann man das Konzert von Marshall und Alexander am Donnerstagabend beschreiben. Das Duo gestaltete in der ausverkauften Brüderkirche einen herausragenden Abend.

Altenburg.

 

Wie viele Superlative sind möglich, um das Außergewöhnliche des Weihnachtskonzertes des Gesangsduos Marshall und Alexander am Donnerstagabend in der Altenburger Brüderkirche wiederzugeben? Ziemlich viele. Denn in der mitteldeutschen Region gab es nur zwei Konzerte - in Chemnitz und Altenburg. Und die Brüderkirche war seit Langem bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das allein schon schafft eine Atmosphäre gespannter Erwartung vor Beginn der Veranstaltung.

 

Als die beiden Sänger mit ihren drei Musikern dann den Kirchenraum betreten und sich auf ihre Bühne, in den Altarraum, begeben, bricht begeisterter Applaus los, der sich sofort legt, als die Künstler ihre Plätze eingenommen haben. Marc Marshall und Jay Alexander tragen moderne Smokings und wie ihre Musikerkollegen leuchtend-rote Krawatten, die mit dem Rot im Altarraum korrespondieren. Das schafft eine edle Vornehmheit, die das ganze Konzert bestimmt.

 

Es gibt in Deutschland kein Männergesangsduo, das stimmlich so harmoniert wie dieses. Sie wirken allein durch den Gesang. Sie treten vor das Publikum und singen: klar, rein, schön und mit stimmlicher Virtuosität. Und sie haben ein Programm zusammengestellt, das eine gute Mischung aus traditionellen deutschen und internationalen Weihnachtsliedern beinhaltet. Sie interpretieren diese weder romantisierend noch sentimental. Sie singen diese wie Kunstlieder. Dieser Abend ist damit auch ein Liederabend, getragen durch den Wohlklang der Stimmen ohne Pomp und sonstige Effekte. Das schafft einen intimen Charakter und ist ein angenehmer Kontrast zu allem Schrillen und Lauten gerade in dieser Vorweihnachtszeit.

 

Die beiden Sänger werden begleitet durch drei exzellente Musiker: Richard Whilds, der das Harmonium spielt und die meisten Titel arrangiert hat, Frank Lauber, der das musikalische Geschehen mit Flöte, Klarinette und Saxofon farbiger gestaltet, und den bekannten Gitarristen Klaus Jäckle, der viele Zwischenspiele bringt, oft auch allein die Sänger begleitet und solistisch Frederic Chopins bekannte Etüde "Tristesse" und Robert Schumanns "Träumerei" technisch brillant interpretiert.

 

Da Marshall und Alexander auch gute Sprecher sind, schmücken sie ihr Weihnachtsliederprogramm mit sehr besinnlichen und nachdenklichen weihnachtlichen Gedichten und Texten von Rosegger, Eichendorff, Storm, Grün und Rilke. So ergibt das Programm eine wunderbar abgestimmte Folge von Gesang, Wort und Instrumentalmusik. Da die Sänger ihre Moderationen sprachlich gekonnt formulieren und sehr kurz halten, bewegt sich der ganze Abend auf einem erfreulich hohen Niveau und gibt ihm eben den Charakter des Außergewöhnlichen.

 

Dies natürlich besonders durch den Gesang zweier hervorragend ausgebildeter Stimmen, die als Bariton und Tenor entweder gemeinsam zweistimmig singen wie im Eingangslied "O du fröhliche" oder abwechselnd wie im Lied "Süßer die Glocken nie klingen" oder wie ein Opernduett das französische "Minuit Chretiens". Besinnlich und zu Herzen gehend gestaltet Marc Marshall das französische Lied "Le petit Papa Noel" stimmlich ganz zurückgenommen, schlicht und ganz zart von der Gitarre begleitet.

 

Neben einem deutschen Weihnachtsliedermedley gibt es ein solches mit internationalen, vorwiegend amerikanischen Liedern, wobei Sänger und Musiker bei einem Spiritual alle musikalische Zurückhaltung aufgeben und beim Lied vom rotnasigen Rentier Rudolph in englischer Slapstickmanier den Abend effektvoll beschließen. Vorher haben Marshall und Alexander mit dem Abendsegen aus der Oper "Hänsel und Gretel" und mit dem Halleluja aus Händels Oratorium "Der Messias" den klassischen Teil beendet.

 

Das Publikum spart nicht mit Beifall und huldigt am Ende ihre Idole mehrmals im Stehen und mit Jubelrufen.

Manfred Hainich

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