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Martina Zorn aus Lucka war 16 Jahre als Schiedsperson tätig

Tätigkeit endet Martina Zorn aus Lucka war 16 Jahre als Schiedsperson tätig

Martina Zorn war in Lucka 16 Jahre lang im Dienst von gütlichen Einigungen unterwegs. Die Schiedsfrau hatte es im Laufe der Jahre mit 50 Fällen zu tun, bei denen es um Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder Privatpersonen ging. Bei den meisten Konflikten konnte sie eine gütliche Einigung herbeiführen. Mit 72 kann sie sich nicht noch einmal um das Ehrenamt bewerben.

In Zukunft hat die scheidende Schiedsfrau Martina Zorn für ihre anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten wie die im Heimatverein mehr Zeit als bisher.

Quelle: Mario Jahn

Lucka. Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder Privatpersonen zu schlichten, das war in den vergangenen 16 Jahren das Anliegen von Martina Zorn. Wer der Schiedsfrau in dieser Zeit gegenübersaß, dem war meist daran gelegen, im Einvernehmen auseinander zu gehen.

Die Maschinenbauingenieurin, die ihre letzten Berufsjahre auf dem Flugplatz Altenburg/Nobitz verbrachte, hatte sich 2000 auf Anregung der heutigen Bürgermeisterin Katrin Backmann-Eichhorn in der Stadt Lucka beworben, als die eine neue Schiedsperson suchte. „Ich dachte, dass diese Arbeit sicherlich interessant sein würde“, erinnert sie sich. Der Stadtrat hatte sie als einzige Bewerberin dann für das Amt bestätigt, das Amtsgericht Altenburg verpflichtete sie 2001 für fünf Jahre. Inzwischen sind daraus 16 geworden, denn sie bewarb sich nach jeweils fünf Jahren immer wieder für diese ehrenamtliche Arbeit. Mit 72 kann sie dies nun nicht noch einmal tun. „Leider hat mich das Alter eingeholt. Das bedauere ich sehr“, meint sie.

„Schlichten statt richten ist das Anliegen von Schiedspersonen, und das habe ich die ganzen Jahre über versucht“, erzählt sie. In den meisten Fällen ist ihr das auch gelungen. Im Laufe ihrer Tätigkeit hatte es die agile Rentnerin mit rund 50 Konflikten zwischen Privatpersonen zu tun. Die Streitparteien kamen sowohl aus Lucka als auch aus den Ortsteilen Breitenhain und Prößdorf.

Meist waren es Nachbarschaftsstreitigkeiten, die es zu schlichten galt: „Da ging es um Lärmbelästigung, Heckenverschnitt, Rauchen auf dem Balkon, zu lautes Hundegebell oder Rasenmähen zur falschen Zeit“, erinnert sich Zorn. Zu tun hatte sie es aber auch mit Verleumdungen und Beleidigungen. Bei den meisten Konflikten konnte sie schlichten. „Nach solchen Schiedsverhandlungen habe ich immer darauf geachtet, dass sich die Gegner am Ende in die Augen gesehen und sich die Hand gereicht haben“, so die resolute Luckaerin.

Es habe allerdings auch Schlichtungsgespräche gegeben, nach denen die „Streithähne“ wütend nach Hause gegangenen sind, oder in einem Fall habe ein Bürger gleich seinen Rechtsanwalt im Schlepptau gehabt. Da habe sie ein Protokoll über Erfolglosigkeit anfertigen müssen, mit dem ist der Luckaer dann zu Gericht gegangen.

Mit einem Bürger habe sie als Schiedsfrau gleich in mehreren Fällen von Nachbarschaftsstreit zu tun gehabt. Aber in einer Stadt mit rund 3800 Einwohnern sei das weder verwunderlich noch die Tatsache, dass sie viele der Kontrahenten persönlich kannte. „Doch egal wie die Streitigkeiten auch endeten: Alle, die bei mir zu einer Schiedsverhandlung waren, grüßen mich noch heute“, meint sie und schmunzelt.

Im Laufe der Jahre hat sie zahlreiche Lehrgänge und Schulungen für Zivilrecht besucht. „Das reichte von Einführungslehrgängen bis hin zu Schulungen für Fortgeschrittene. 2010 habe ich dann das Zertifikat als Mediator erhalten. Dafür waren die anderen Lehrgänge die Voraussetzung“, erzählt die scheidende Schiedsfrau. Und wenn sie es doch mal mit solchen Streitereien zu tun hätte, die Fragen aufwarfen, dann fand sie stets Hilfe bei den Richtern am Amtsgericht Altenburg. Hilfreich sei für sie zudem die Lektüre der monatlichen Schiedsamtszeitung gewesen. Darin war viel Wissenswertes zu finden.

In ein Loch wird Martina Zorn ohne ihre Tätigkeit als Schiedsfrau jetzt aber nicht fallen. Als Mitglied im Theaterverein Altenburg, im Heimatverein Lucka, bei den Landfrauen Breitenhain, der Ortsgewerkschaft Lucka und als Stadträtin hat sie auch in Zukunft noch ausreichend Betätigungsfelder.

Von Marlies Neumann

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