Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Matthias Grünert mit Konzert-Marathon beim Orgeltag
Region Altenburg Matthias Grünert mit Konzert-Marathon beim Orgeltag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 04.05.2018
Zog alle Register: Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche Dresden, spielte am Orgeltag auch in der Schlosskirche Altenburg. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Windischleuba/Langenleuba-Niederhain

Der Dresdner Frauenkirchenkantor Matthias Grünert ist bekannt für seine außergewöhnlichen Orgelmusiken, die nicht nur mit hoher Qualität überzeugen. Vor allem hinsichtlich der Quantität kennt der vitale Organist offenbar keine Grenzen.

Musikalischer Marathon

Berühmt-berüchtigt ist sein alljährlich stattfindender sogenannter Orgelmarathon, bei dem er einen gesamten Tag über von Orgel zu Orgel, von Kirche zu Kirche eilt, und mit ihm eine große Schar von Orgelfans, um Orgelmusik am laufenden Band zu erleben. Beim ebenfalls bereits traditionellen „Orgeltag“, an dem in diesem Jahr als Eckpunkte Altenburg und Bad Lausick fixiert waren, ging es etwas entspannter zu, denn Grünert nahm sich für jede der insgesamt fünf Orgeln etwas mehr Zeit. Dennoch ist es bewundernswert, wie er mit fast sportlich anmutender Energie diese 30- bis 45-minütigen Konzerte nicht nur durchsteht, sondern wie er das Publikum, das sich getreu an seine Fersen heftet, mit seinem lebendigen Spiel begeistert.

Aufwendige Organisation

Die Trost-Orgel in Altenburg und die Silbermann-Trampeli-Orgel in Bad Lausick stellten die instrumentenbaulichen Höhepunkte dieses Tages dar. Dazwischen gab es kleinere, aber keineswegs uninteressante Instrumente von Friedrich Wilhelm Trampeli, Oscar Ladegast und Carl Gottlob Häcker zu erleben, die weniger im Rampenlicht der Orgelszene stehen. Insofern war es für diese Kirchgemeinden etwas ganz Besonderes, als sich ihre Kirchen fast bis auf den letzten Platz füllten und ihrer Orgel die gespannte Aufmerksamkeit galt.

So viele sachkundige Konzertbesucher verirren sich in der Regel kaum nach Langenleuba-Niederhain oder ins sächsische Priesnitz. Der Orgeltag mit Matthias Grünert wird von einem perfekt agierenden Team freiwilliger Helfer unter der Leitung von Beate Felkl lange voraus geplant und organisiert, denn alles muss natürlich wie am Schnürchen laufen, um den Erfolg dieses Events zu garantieren: die Probenzeiten für den Organisten, die Verteilung der Konzertprogramme mit den genauen Adressen der Kirchen zur Orientierung und nicht zuletzt die Organisation einer erfrischenden Kaffeepause für Organist und Publikum. Sie fand dieses Mal in der Turmkapelle der Kirche in Windischleuba statt.

Enormer Zuspruch

Auch das ist ein wichtiger Aspekt der Orgeltour, nämlich das kommunikative Treffen und Beisammensein sowie das dazugehörige Fachsimpeln der Orgelfreunde und -liebhaber. Trotzdem lauschten sie in den Konzerten sehr konzentriert und aufmerksam Grünerts Spiel. Voll besetzte Kirchen gab es die gesamte Tour über, auch wenn das Publikum mitunter wechselte. Nicht zuletzt konnte man das große Interesse daran ermessen, dass rund um die Kirchen in den Dörfern bis auf angrenzende Felder und Wiesen alles mit Autos zugeparkt war. Deren Kennzeichen verrieten, das man extra aus dem Erzgebirge, aus Dresden und Leipzig oder sogar noch weiter entfernten Regionen angereist war, um diese stattliche Parade der Orgeln in Ostthüringen und Westsachsen nicht verpassen.

Abwechslungsreiches Programm

Und ein Erlebnis war es, Matthias Grünerts Spiel zu lauschen und zu beobachten, wie er mit jeder der sehr unterschiedlich konzipierten Orgeln umging. Natürlich hatte er einige Highlights aus dem Orgelschaffen Bachs und Mendelssohn Bartholdys aus seiner Notentasche gezogen. Es gab aber auch immer wieder einen besonderen musikalischen Leckerbissen wie Robert Schumanns „Träumerei“ oder den „Schwan“ aus Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere“. Spontaner Beifall des Publikums war der Lohn für diese kurzweiligen Stücke.

Sehr klangvoll setzte Grünert die Altenburger Trost-Orgel in Szene. Sein Kommentar nach diesem Konzert: Die klangliche Schönheit dieser Orgel liegt sogar noch ein Level über Silbermanns berühmten Instrumenten. Da hatte es die anschließend erklingende Trampeli-Orgel in Windischleuba nicht leicht zu bestehen. Aber auch hier rückte der Frauenkirchenkantor deren strahlenden Klang ins rechte Licht. Ganz dem romantischen Charakter der Ladegast-Orgel in Langenleuba-Niederhain war die Auswahl mit Stücken von Adams, Fletcher und Wolstenholme angepasst.

Danach verließen die Orgeltouristen unser Bundesland in Richtung Sachsen, wo Matthias Grünert spät am Abend mit Bachs berühmter Toccata und Fuge d-Moll den Schlusspunkt unter einen Tag voller prächtiger Orgelklänge und wundervoller Impressionen aus den Kirchen unserer Region setzte.

Von Felix Friedrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein junger Ladendieb hat am Donnerstag in Nobitz versucht, einen Fernseher zu stehlen. Als ein Zeuge ihn festhalten wollte, warf der 18-Jährige mit dem TV-Gerät nach ihm.

04.05.2018

Ein Mann hat in Meuselwitz (Altenburger Land) bei einer Polizeikontrolle die Flucht ergriffen. Bislang wurde er noch nicht gefasst. Die Ermittlungen dauern an.

04.05.2018

Drei Personen sind bei einem Unfall in Windischleuba (Kreis Altenburger Land) am Donnerstag verletzt worden. Eine 87-Jährige hatte offenbar die Vorfahrt missachtet und war mit einem anderen Auto zusammengestoßen.

04.05.2018