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Altenburg Mauritianum lässt in Afrika und Australien forschen
Region Altenburg Mauritianum lässt in Afrika und Australien forschen
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20:04 20.02.2015
Die Ausstellung biologische Invasion sorgt 2014 für Interesse bei den Altenburgern und damit für viel Publikumsverkehr im Mauritianum. Quelle: Mario Jahn

Allein die Sonderausstellung "Der Wolf kehrt zurück!" lockte bis Ende Januar 1623 Wolf-Interessierte in das Haus, so Museumsdirektor Jessat. Gerade zwischen Weihnachten und Neujahr hätten mehr Menschen als üblich die Ausstellung besucht. Noch bis 21. Juni ist sie zu sehen. "Mit unserer Ausstellung möchten wir den Menschen die Angst vor dem Raubtier nehmen, das im Thüringer Wald inzwischen wieder sesshaft geworden ist", erläutert Jessat.

Der Rekord von 360 musealen, pädagogischen Veranstaltungen des Superjahres 2011 konnte im vergangenen Jahr aber nicht gebrochen werden. Das Niveau 2014 sei deutlich unter 300 Terminen geblieben, bedauert Jessat. Als Ursache benennt der Direktor die verstärkte Forschungstätigkeit seiner Belegschaft im Rahmen des Projektes Globales forschen, das auch der Erweiterung der Sammlung dient. Die Geologen und Biologen sowie Botaniker und Völkerkundler waren im vergangenen Jahr zu zehnt zu einer Expedition aufgebrochen, um in der russischen Steppen- und Gebirgsregion des Altais, in über 2000 Metern Höhe, die Vielfalt der Fossilien, Vegetation und das Leben der Einheimischen zu erforschen. Beim Zelten und während der Spurensuche, mitten in der Prärie, hätten die Forscher aus Altenburg aber "leider keinen Wolf oder Bären gesehen", scherzt Jessat.

Überhaupt bevorzugt das Museumsteam mittlerweile eine aktive Rolle. Ende 2014 war es an fünf von der EU geförderten Landschaftsprojekten beteiligt. Dadurch wurden erhebliche Summen bereitgestellt, die dem Museum die Einstellung drei neuer Mitarbeiter ermöglichten. Außerdem hat sich die Arbeitsweise der Geologen verändert. Sie gehen bei Projekten nicht mehr nur der Frage nach, warum sich ökologische Probleme ergeben, sondern versuchen gegenzusteuern. Beispielsweise werden morsche Bäume gefällt oder Garten- und Tiefbaufirmen beauftragt, um Tümpel für Kröten und Lurche auszugraben.

"Wir sind vom einstigen Kosten- zum Wirtschaftsfaktor geworden, der Arbeitsplätze in der Region schafft", wird Jessat nicht müde zu betonen. Bei einem Umsatz von 840 000 Euro und einem 25-köpfigen Personalstamm würden selbst die letzten Kritiker, wie beispielsweise der Kreisausschuss, verstummen. Der Landkreis bezuschusste das Museum mit 270 000 Euro. Das restliche Geld akquirierten die Naturkundler selbst: durch erstellte Gutachten, organisierte Sonderveranstaltungen oder beantragte Fördermittel. Was dieser Geldsegen im heutigen Zeitalter für Museen bedeutet, zeige sich, so Jessat, beim Blick auf andere ostdeutsche Institutionen in Gotha, Gera und Dessau. Denen bliebe kein finanzieller Spielraum mehr für neue Sonderausstellungen. Im Gegensatz dazu betrage das diesjährige Budget der Altenburger immerhin eine Million Euro.

Mit dieser gefüllten Kasse lässt sich dann auch die Museumsnacht 2015 gestalten. Am 13. Juni soll dort um 18 Uhr die Sonderausstellung "Nyamacela - Die Müllsammlerinnen von Bamako" eröffnet werden. Hauptbestandteil bilden die Forschungsergebnisse von Franziska Frank, einer Ethnologie-Studentin der Leipziger Universität. Sie ist ins westafrikanische Mali gereist, um Müllfrauen aus den Slums bei ihrer Arbeit, dem Abfall-Sammeln, zu begleiten. Illustriert werden diese Eindrücke anhand von Fotografien und Informationstafeln.

Ende 2015 plant das Museum außerdem eine Sonderausstellung zum Thema Australien. Es soll gezeigt werden, warum Altenburger Missionare australische Nischensprachen vor dem Aussterben bewahrt haben. Anfang des 19. Jahrhunderts pilgerten nämlich Altenburger Geistliche, die ordiniert werden wollten, zum fünften Kontinent. Dort angekommen, gründeten sie Missionarsstationen und sammelten Vogelpräparate, die die Missionare bei ihrer Heimkehr mitbrachten und der damaligen Naturkundlichen Gesellschaft Altenburg, dem Vorläufer des Mauritianums, schenkten.

Melanie Steitz

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