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Medizinstudenten im Praktischen Jahr: Mehr als nur Blut abnehmen

Medizinstudenten im Praktischen Jahr: Mehr als nur Blut abnehmen

Der Weg für angehende Ärzte ist lang. Bevor sie sich den weißen Kittel überziehen können, warten zahlreiche Semester an der Uni auf sie. Nach der Theorie kommt es dann spätestens im letzten Studienjahr zum Kontakt mit den Patienten.

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Sind im Praktischen Jahr: Die Studenten Susanne Faust, Alexander Retsch und Maria Stüber (von links) mit Katharina Götze (rosa Kleid) vom Mitarbeitermanagement.

Quelle: L. Grothe

Im sogenannten "Praktischen Jahr" (PJ) arbeiten die Studierenden in einem Lehrkrankenhaus mit, eines davon ist das Klinikum Altenburger Land.

 

"Am Anfang geht es erst mal darum, reinzukommen in den Stationsalltag. Da bin ich viel mitgelaufen und habe mir einfach die Abläufe angeschaut", erzählt Maria Stüber von ihrer Anfangszeit im Klinikum. Das Praktische Jahr ist in drei Tertiäre von je 16 Wochen eingeteilt, die jeweils in unterschiedlichen Bereichen absolviert werden. Die 30-Jährige ist seit Kurzem in der Neurologie. Neben der Einweisung in die Geräte folgt dann eine kleine Feuertaufe: die Blutentnahme. Spätestens dort kommt es zum direkten Kontakt mit den Patienten, müssen sich die angehenden Ärzte beweisen und das nötige Fingerspitzengefühl zeigen. "Gerade auf der Neurologie bin ich die ganze Zeit mit am Patienten", sagt Maria Stüber, für die die Arbeit als Ärztin inzwischen ein Traumberuf ist. Ebenso wie für ihre Kollegen Alexander Retsch und Susanne Faust. Beide sind zurzeit im dritten Tertiär und damit schon fast am Ende des praktischen Jahres.

 

Alle drei studieren eigentlich in Leipzig, haben sich für das PJ aber ganz bewusst für das Klinikum in der Skatstadt entschieden. "Mit ein Hauptgrund war die Vergütung. Und dass das Haus nicht so riesig ist wie die Uniklinik", so Maria Stüber. In Altenburg war sie vorher noch nie. "Ich kannte nur den Senf", sagt sie lachend.

 

Anders als an der Leipziger Uniklinik erhalten die Studierenden am Klinikum Altenburger Land während des PJ eine Vergütung von knapp 600 Euro. Eine der Anreize, mit denen das Klinikum sich dem Wettbewerb unter den Lehrkrankenhäusern der Uni Leipzig stellt. Dazu gehört auch die persönliche Betreuung der Studenten im PJ - zurzeit immerhin 30 Personen - durch Katharina Götze von der Stabsstelle Mitarbeitermanagement Ärzte. Sie wirbt auf Informationsveranstaltungen um die Studierenden und hilft bei Fragen zur Unterbringung oder Arbeitskleidung. Mit Erfolg, die Bemühungen werden anerkannt. Die Warteliste für offene Stellen im PJ reicht mittlerweile bis ins übernächste Jahr. Im April gab es außerdem eine weitere Anerkennung: Bei einem internen Wettbewerb unter den 18 Lehrkrankenhäusern der Uni Leipzig landete das Klinikum Altenburger Land auf dem dritten Platz.

 

Für den Studenten Alexander Retsch war bei der Entscheidung noch ein anderer Faktor ausschlaggebend: ein Platz für sein Kind im Betriebskindergarten. Die Freundin von Retsch macht ihr PJ ebenfalls in Altenburg. "An der Leipziger Uniklinik hätten wir niemals einen Kitaplatz bekommen", so Retsch.

 

Der 27-Jährige ist ebenso wie seine Kommilitonin Susanne Faust bald fertig mit dem PJ. Der Weg zum richtigen Arzt ist aber trotzdem noch lang. Für Susanne Faust ist es momentan vor allem schön, dass sie anwenden kann, worauf sie die letzten fünf Jahre hingearbeitet hat. "Trotzdem hat man ja noch so einen gewissen Schutzstatus, weil uns immer noch ein Arzt über die Schulter sieht", sagt die 32-Jährige.

Lucas Grothe

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