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Altenburg Medizintechnik längst im Ausland?
Region Altenburg Medizintechnik längst im Ausland?
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20:18 24.08.2014

Von Jörg Wolf

"Eine heiße Spur haben wir derzeit leider nicht", bestätigt Kripochef Ulrich Zeppernick auf OVZ-Anfrage.

"Aber wir haben sehr intensiv an der Aufklärung gearbeitet und tun dies auch weiter", betont er. So haben Ermittler ausführliche Befragungen von Klinikangestellten sowie möglichen Zeugen durchgeführt. "Aber daraus haben sich keine Anhaltspunkte ergeben."

Mittlerweile sickern weitere Details zu der dreisten Tat durch: Gestohlen wurden zwischen Sonnabend, dem 9. August, 11.30 Uhr, sowie dem folgenden Sonntag, gegen 16.15 Uhr, insgesamt zehn Endoskopiegeräte des Herstellers Olympus, alle ungefähr in der Größe eines Computers. "Die trägt man nicht einfach so weg", sagt Zeppernick, der deshalb überzeugt ist, dass der Abtransport mit einem Fahrzeug erfolgt sein muss.

Und dass hier Täter sehr zielgerichtet - vermutlich sogar mit klarer Order - vorgegangen sind. "Solche Geräte stiehlt keiner, wenn er dafür keinen potenziellen Abnehmer hat", bestätigt er die Vermutung eines Ermittlers, der schon am Tag der Entdeckung vor Ort recherchiert hatte. Zwar mag Zeppernick immer noch nicht von organisierter Kriminalität sprechen, aber von einem Auftragsdiebstahl in einem Umfang, wie er ihn in seiner ganzen 30-jährigen Laufbahn als Kriminalist noch nicht erlebt hat, geht auch er aus.

Parallelen zu ähnlichen Fällen drängen sich auf. In engem Kontakt stehe man beispielsweise zu den Kollegen im sächsischen Stollberg, wo aus dem dortigen Klinikum im Juni ebenfalls medizinisches Gerät gestohlen wurde. Und Kontakte knüpften die Altenburger auch ins Ruhrgebiet, wo ähnliche Fälle aktenkundig wurden.

Auf jeden Fall haben die Beamten bei ihrer Tatortsuche diverse Spuren der Einbrecher gefunden. Zu deren Verwertbarkeit, weiteren Details und Erfolgsaussichten hält sich Zeppernick aus ermittlungstaktischen Gründen zurück. Verwertbare Videoaufnahmen von der Tat sollen allerdings nicht zu dem Spurenfundus gehören.

Dass es tatsächlich einen Markt für gebrauchtes medizinisches Gerät gibt, beweisen nach OVZ-Informationen einige Internetportale, auf denen solche Technik verkauft wird. "Die Seiten haben wir auch gecheckt, aber die in Altenburg verschwundenen Stücke nicht entdeckt", bestätigt der Kripochef, dessen Mitarbeiter unter anderem einen Vergleich der dort registrierten Seriennummern der Geräte machen ließen.

So ein offensichtlich florierender Handel mit gebrauchter medizinischer Ausrüstung dürfte ohnehin nur ins Ausland funktionieren. Denn innerhalb von Deutschland ist der Handel mit gebrauchtem Gerät, das in den direkten Kontakt mit Patienten kommt, allein aus hygienischen Gründen untersagt. "Keine Klinik würde solche Sachen gebraucht ankaufen."

Jörg Wolf

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