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Mega-Sperrung in Altenburg: Anwohner beklagen fehlende Informationen

Rings um Kollwitz-Straße Mega-Sperrung in Altenburg: Anwohner beklagen fehlende Informationen

Die Sperrung der Käthe-Kollwitz-Straße bis Jahresende sorgt in Altenburg für Unmut, noch bevor sie am Montag beginnt. Grund: Anwohner und Gewerbetreibende sind im Vorfeld nicht informiert worden. Bauherr Waba und Stadtverwaltung schieben sich dafür die Verantwortung gegenseitig zu. Inzwischen hat Remondis einen Plan, wie der Müll in dem Gebiet entsorgt wird.

Für mehr als zehn Monate ist in der Käthe-Kollwitz-Straße in Altenburg wegen einer Baustelle kein Durchkommen mehr. Weder darüber noch über die Umleitung hat jemand rechtzeitig informiert.

Quelle: Patrick Moye

Altenburg. Die Sperrung der Käthe-Kollwitz-Straße bis Jahresende sorgt in Altenburg für Unmut, noch bevor sie beginnt. Grund: Anwohner und Gewerbetreibende sind sauer, weil sie im Vorfeld nicht informiert wurden. Am stärksten vom Bau des Regenüberlaufbeckens am Teichknoten betroffen ist der Recyclinghof an der Ecke zur Mauerstraße. Denn die Baustelle liegt genau vor dessen Toren, die ab Montag eigentlich nicht mehr zu erreichen sind. Dass es dennoch geht, hat Inhaber Ralf Hendel nur der Eigeninitiative und seinem guten Verhältnis zur Baufirma zu verdanken.

Von der Stadtverwaltung habe sich niemand dafür interessiert, wie er mit der Baustelle und der Straßensperrung klar komme, bedauert Hendel. Die Zufahrt zu den Toren sei besonders nachts wichtig, wenn die LKW mit den frisch gedruckten Zeitungen kommen, denn zur Firma gehört auch der Zustelldienst für die Osterländer Volkszeitung und die LVZ-Post. „Und ganz besonders in die Nase gefahren ist mir, dass den Anwohnern in der Mauerstraße einfach die Parkplätze weggenommen werden und sich niemand kümmert, wo sie ihre Autos nun abstellen sollen. Denn in den Nachbarstraßen ist bekanntlich auch alles voll.“ Man hätte den Leuten doch anbieten können, den Parkplatz am Kleinen Teich zu nutzen.

Entsorger tappt zunächst im Dunkeln

Auch auf den Abfallentsorger Remondis hat die Baustelle massive Auswirkungen. „Wir wurden nicht informiert“, sagt Remondis-Einsatzleiter Marko Mader. Erfahren habe man von der Sperrung und davon, dass einige Straßen abgehangen sind, aus der OVZ. Inzwischen häuften sich die Anfragen. „Daraufhin haben wir uns mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb in Verbindung gesetzt und dann mit dem Ordnungsamt der Stadt.“ Normalerweise gebe es bei solch großen Maßnahmen drei bis vier Wochen vorher eine Bauberatung, bei der alles geklärt werde. „Die gab es diesmal nicht.“ Warum, weiß er nicht.

Immerhin entwickelte Remondis in der Kürze der Zeit einen Plan, wie man an den neuralgischen Punkten den Müll bis Ende des Jahres abfährt. Laut Mader wird es für die besonders betroffenen Anwohner je eine Sammelstelle geben. Für die Mauerstraße befindet sich diese an der Ecke Neugasse/Thümmelstraße, für den Teichplan auf dem Platz an der Teichpromenade Richtung Schwimmhalle und für den unteren Teil der Kollwitz-Straße vor dem gelben Haus auf Höhe der Baustellenampel für Fußgänger.

Warum es die übliche Beratung nicht gab, kann auch der Chef des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba), Martin Wenzel, nicht sagen. „Dafür und für Straßensperrungen ist die Stadt zuständig.“ Das sieht Kristin Moos anders. „Das ist Sache des Waba als Vorhabensträger, wenn er Bedarf sieht“, entgegnet die Bürgermeisterin. Die Stadt führe nur Einwohnerversammlungen durch, wenn man Ausbaubeiträge erhebe. Zudem wundere sie sich, dass Remondis nicht informiert worden sein soll. „Es gibt regelmäßige Sperrkommissionsrunden, bei denen Eingriffe besprochen werden, zu denen sind sie mit eingeladen.“

Planänderung führt zu Zeitnot

Laut Anke Schuhknecht, die in der Stadtverwaltung für Straßenverkehr zuständig ist, informiert man normalerweise Remondis und andere direkt Betroffene parallel zur Öffentlichkeit. Da die Veröffentlichung diesmal aber eine Woche eher als ursprünglich geplant stattfand, erfuhr es der Entsorger erst später, nämlich am Mittwoch. Das heißt: Hätte man die Veröffentlichung wegen der Abwesenheit von Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) nicht vorgezogen, wäre die Sperrung erst am Donnerstag und damit vier Tage vor Beginn bekannt geworden. Dass man nicht eher an die Öffentlichkeit ging, liegt unter anderem an der Kurzfristigkeit des Vorhabens. Abgesehen davon sei es jedoch ein zweischneidiges Schwert, frühzeitig zu informieren, erklärt Schuhknecht. „Denn dann haben es die Leute meist schon vergessen, wenn es losgeht.“

Die kurzfristige Planänderung, nicht erst im Frühjahr, sondern am Montag zu beginnen, bestätigt Wenzel. Laut Waba-Chef hat die Baufirma erst Ende Januar vorgeschlagen, das Regenüberlaufbecken und den Anschluss ans Kanalnetz parallel zu bauen. „Damit ist die Aussicht verbunden, noch in diesem Jahr fertig zu werden und 2018 nicht noch einmal an die Straße ran zu müssen“, sagt Wenzel, der damit auch begründet, warum es – entgegen der Auflage zur Anwohnerinformation – bisher keine Aushänge oder Ähnliches gab. „Es gibt Anfragen und Gespräche, insbesondere mit Unternehmern, um Lösungen zu finden.“ Da seien aber auch noch Gewerbe- und Ordnungsamt involviert.

Darum dauert die Sperrung so lange

Über zehn Monate Sperrung der Kollwitz-Straße für den Anschluss eines Regenüberlaufbeckens ans Kanalnetz? Das erscheint selbst den Verständnisvollsten ziemlich lang. Doch der Aufwand ist enorm. „Wir graben den kompletten Teichknoten um“, sagt der Chef des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba), Martin Wenzel. Man verlege 70 bis 90 Meter Abwasserkanal von der Zwickauer Straße über den Teichknoten in die Kollwitz-Straße und binde zugleich die Mauerstraße ein. „Das geht bis hinunter zur Verkehrsinsel und der Abwasserkanal liegt am Tiefsten, weshalb die bestehenden Versorgungsleitungen wie Gas, Strom oder Telekommunikation nun zunächst verlegt werden müssen und zwar so, dass sie funktionieren.“

Abgesehen davon hat der Stahlbetonkanal einen Innendurchmesser von 1,50 Metern. „Hinzu kommt noch ein Rechteckkanal von 2,00 mal 1,75 Meter“, erklärt Wenzel weiter. Um die Leitungen neu bauen und verlegen zu können, müsse zudem drei bis vier Meter rings herum das Erdreich ausgehoben werden.

Um das 2,2 Millionen Euro teure Projekt bis Ende des Jahres abschließen zu können, wurde zudem die tägliche Arbeitszeit der Baufirma verlängert. „Ein Schichtbetrieb mit Nacht- und Samstagsarbeit ist aber aufgrund der vielen Anwohner nicht möglich“, so Wenzel. Außerdem sei das auch eine Kostenfrage. „Schließlich sind wir dem Gebührenzahler verpflichtet, der die Maßnahme finanziert, und haben uns mit Vermietern bereits auf Kompensationen für etwaige Mietminderungen geeinigt.“ Jedoch sei das Regenüberlaufbecken wegen einer Vielzahl von Investitionen in der Nähe nötig.

Von Thomas Haegeler und Ellen Paul

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