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Mehr ABC-Schützen, aber drohender Unterrichtsausfall im Altenburger Land

Schulstart Mehr ABC-Schützen, aber drohender Unterrichtsausfall im Altenburger Land

Der Beginn des Schuljahres führt im Altenburger Land zu Freude und Frust. Zwar gibt es deutlich mehr ABC-Schützen, zugleich droht mit dem Startschuss aber auch Unterricht auszufallen. Grund: Es fehlen Lehrer, wie das Thüringer Bildungsministerium auf OVZ-Nachfrage bestätigte. Eine Situation, die durch Flüchtlingskinder weiter verschärft wird.

Endspurt in der Vorbereitung des neuen Schuljahres: Thomas Lahr und Steffen Busch (vorn) nehmen den letzten Feinschliff am Stundenplan des Altenburger Friedrichgymnasiums vor. In Thüringen geht heute nach sechseinhalb Wochen Ferien der Unterricht wieder los – außer für die Schulanfänger – die starten erst am Montag.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.

Getrübt wird die Vorfreude jedoch durch vielerorts fehlendes Personal. Auf OVZ-Nachfrage räumten das Schulamt Ostthüringen und das Thüringer Bildungsministerium ein, dass es gleich zu Schuljahresbeginn im Kreis zu Unterrichtsausfall kommen kann. „Die Situation ist zum Teil sehr angespannt“, sagte Ministeriumssprecher Frank Schenker. Die Zahl von neun fehlenden Grundschullehrern im Altenburger Land könne er dennoch nicht bestätigen. „Wir können für zwei Grundschulen aber nicht ausschließen, dass die Stundentafel in den Fächern Werken, Religion und Englisch gekürzt werden muss.“ Das betreffe die Altenburger Grundschulen Platanenstraße und Martin Luther. „Wir sind mit Hochdruck dran, aber die Kuh ist noch nicht vom Eis.“

An der Altenburger Gemeinschaftsschule Erich Mäder ist OVZ-Informationen zufolge auch eine Stelle in der Grundschule offen. Dabei zählt diese zu den zehn geplanten Neu-Besetzungen. Brisant: Die Kollegin, die die Schule verließ, sollte eine erste Klasse übernehmen. „Wir können garantieren, dass jede erste Klasse einen Klassenlehrer hat“, sagte Schenker dennoch. Möglicherweise sei das Problem inzwischen durch Verschiebungen gelöst. „Es ist auch nicht auszuschließen, dass Schulleiter dafür mit eingebunden werden.“ Das droht neben Fachlehrermangel etwa den Grundschulen in Wintersdorf (die OVZ berichtete) und Langenleuba-Niederhain.

Vor diesem Hintergrund verschärfen die Flüchtlingskinder die Situation weiter. Wie eine Umfrage ergab, wissen mindestens drei Einrichtungen im Kreis erst heute, wie viele ausländische Schüler sie überhaupt aufnehmen müssen, und können diese somit erst dann in die jeweiligen Klassen verteilen. Laut Kreisverwaltung werden – neben Altenburg – in den Grundschulen in Gößnitz, Langenleuba-Niederhain, Meuselwitz, Nobitz, Posa, Schmölln und Windischleuba sowie in den Regelschulen in Schmölln und Niederhain Flüchtlingskinder unterrichtet. Neuland für viele Einrichtungen, in denen man auch nichts über das Bildungsniveau und die Sprachkenntnisse der neuen Schüler weiß.

Außerdem bestätigte das Landratsamt, dass die Grundschulen in Posa, Nobitz und Windischleuba allein rund die Hälfte der 100 Flüchtlingskinder aufnehmen müssen, was mit vorhandenen Kapazitäten in diesen Einrichtungen und mit fehlenden bei anderen erklärt wird. Immerhin gibt es zumindest in Windischleuba, wie in Altenburg und Schmölln schon länger, ab diesem Schuljahr eine Fachkraft, die die Kinder aus dem Ausland in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichtet und die übrigen Lehrer damit entlastet. Andernorts geschieht das höchstens stundenweise oder gar nicht.

Laut Ministerium bestehen die Engpässe vor allem in Grund- und Regelschulen – und im DaZ-Bereich. „Generell ist es im ländlichen Bereich eher schwierig, Lehrer zu gewinnen“, erklärt Schenker. Dennoch seien Quereinsteiger als Lehrer bisher nur in Einzelfällen, wie den Grundschulen Platanenstraße und Martin Luther, ein Thema. Aber das werde sich ändern.

Von Thomas Haegeler

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