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Mehr Budget, mehr Sicherheit: Der neue Jugendförderplan für das Altenburger Land

Seit 1. Juli Mehr Budget, mehr Sicherheit: Der neue Jugendförderplan für das Altenburger Land

Neue Richtlinien und mehr Gelder sollen die Jugendarbeit im Altenburger Land einfacher und besser machen. Das größte Novum: Ein Fördertopf in Höhe von jährlich 10 000 Euro, der den Vereinen und Verbänden zur Selbstverwaltung überlassen wird.

Pressekonferenz des Jugendhilfeausschusses mit Jörg Trübger, Dirk Nowosatko, Landrätin Michael Sojka, Thomas Jäschke und Frank Tanzmann (von links nach rechts) (Archivbild).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Einen Meilenstein“ nennt Frank Tanzmann den neuen Jugendförderplan für das Altenburger Land. Der CDU-Politiker ist nicht nur im Kreistag sowie im Stadtrat der Skatstadt aktiv, sondern auch Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und hat in dieser Funktion lange Zeit an einer umfassenden Neuregelung der Förderung gearbeitet. Nun sei endlich „der große Wurf geschafft“: Seit dem 1. Juli 2017 gilt die neue Verordnung, die Jugendverbänden und -vereinen eine bessere Finanzierung garantieren soll.

Die größte Neuerung: Ein „Jugendbudget“ betitelter Fördertopf in Höhe von jährlich 10 000 Euro, der den Vereinen zur Selbstverwaltung zur Verfügung gestellt wird. Der Kreisjugendring fungiert hier als Dachverband, bei dem die Mittel beantragt werden können und der zusätzlich berät und unterstützt. So können Gelder für einzelne Jugendprojekte gezielt und ohne viel bürokratischen Aufwand vergeben werden. Ein Fördermodell, an deren Konzeption die Jugendverbände selbst beteiligt waren und das im Kreistag auf eine überaus kooperative Verwaltung stieß. Nun stehe „ein ausfinanziertes Konstrukt, das am tatsächlichen Bedarf der Jugendverbände orientiert ist“, so Tanzmann.

Allein damit ist es aber nicht getan. Weitere Änderungen gibt es bei der Organisation der Jugendarbeit. Das Altenburger Land wird fortan, statt wie bisher in fünf sogenannte Sozialräume, in vier Planungsräume eingeteilt. Dort werden jeweils vier bis sechs Vollzeitkräfte für die Jugendarbeit angestellt, teils von den Gemeinden, teils von freien Trägern wie dem Magdalenenstift oder den Johannitern. Neben der Gestaltung von Freizeitaktivitäten geht es dabei auch um solche Themen wie Drogenprävention oder den Übergang vom Schul- ins Berufsleben. Laut Tanzmann profitiere vor allem der ländliche Raum von den neuen Strukturen.

Für die dauerhafte Förderung von Jugendprojekten gibt es neue Richtlinien und – noch wichtiger – mehr Budget. Lag dies in den Jahren 2015 und 2016 noch zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Euro, wird der Etat bereits für 2017 um knapp 250 000 Euro aufgestockt. Bis 2020 wächst er sukzessive auf rund 1,8 Millionen an. Die Mehrkosten übernehmen der Kreis und – indirekt über die Kreisumlage – die Kommunen.

Zudem sind in der Richtlinie auch exakte Summen zur Finanzierung der einzelnen Planungsräume bis Ende 2020 festgehalten, was zum letzten Novum des Beschlusses führt: Planungssicherheit. Mussten sich Jugendeinrichtungen und deren Mitarbeiter bisher stets zum Jahresende um ihren Arbeitsplatz und die Finanzierung ihrer Projekte Sorgen machen, können sie nun wesentlich besser kalkulieren. „Es besteht jetzt eine generelle finanzielle Sicherheit für alles, was mit dem Jugendförderplan abgedeckt wird“, erklärt Tanzmann. Das umfasst sowohl Miet- und Sachkosten, als auch sozialpädagogische Projekte.

Susann Borowansky vom evangelischen Jugendbüro Altenburg zeigt sich ob des neuen Beschlusses optimistisch und hat bereits zwei Anträge für finanzielle Unterstützung aus dem Jugendbudget beantragt. Auch sie betont die Vorteile der neuen Planungssicherheit sowie die Tatsache, dass nun auch Projekte gefördert werden können, an denen Heranwachsende bis 27 Jahren teilnehmen – vorher war mit 18 Jahren Schluss. „Für uns hat sich die Situation auf jeden Fall verbessert“, meint Borowansky. Ob sich die neuen Richtlinien aber auch wirklich bewähren, das werde sich erst im nächsten Jahr zeigen.

Einer Evaluationsphase könnten nämlich noch kleinere Anpassungen folgen – auch was die Höhe der Gelder betrifft, so Tanzmann. Doch selbst wenn sich sein „großer Wurf“ als Erfolg herausstellen sollte, so hat der 32-Jährige noch weitere Punkte, an denen er ansetzen möchte: Allen voran den Lehrermangel und den gestiegenen Drogenkonsum von Minderjährigen. Zudem engagiert er sich für die Einrichtung einer Jugendberufsagentur. Sorgen bereitet ihm derweil die Kreisreform: Sollte die kommen, ist unklar, ob und wie es mit dem neuen Jugendförderplan weitergeht. Bis dahin aber freut er sich vor allem über eine Tatsache: „Die Jugendförderung ist nun nicht mehr eine Verwaltung des Mangels.“

Von Christian Neffe

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