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Mehr Eintritt für Schloss und Inselzoo

Mehr Eintritt für Schloss und Inselzoo

Um die klamme Stadtkasse aufzufüllen, hat der Altenburger Stadtrat vorgestern Abend gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen. Die wichtigsten für die Bürger: Für zwei der beliebtesten Freizeiteinrichtungen, das Schlossmuseum und den Inselzoo, werden die Eintrittspreise zum Teil deutlich steigen.

Von Ellen Paul

 

Für einen Besuch des idyllisch gelegenen Areals mitten auf dem Großen Teich zahlen Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren künftig 1,50 Euro (bisher 1,00 Euro), Jugendliche und Erwachsene 2,50 (bisher 1,50 Euro). "Wir halten diese Erhöhung für darstellbar, notwendig und sozial verträglich. Denn die kleinsten Besucher bis zu sechs Jahren sind weiter frei. Und das ist bekanntlich unsere Hauptzielgruppe", argumentierte der zuständige städtische Dezernent Robby Tänzer. Und er wusste sich darin mit den Stadträten weitgehend einig, denn die große Mehrheit - bei fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen - befürwortete die Gebührenerhöhung.

 

Als Einziger äußerte der CDU-Abgeordnete Sandy Reichenbach öffentlich in der Debatte seine Bedenken, bezeichnete die neuen Eintrittspreise als sozial unausgewogen und kontraproduktiv. "Die Steigerung überschreitet jetzt bei vielen eine Marge, die akzeptabel ist, die Fünf-Euro-Marge. Die Besucherzahlen werden meiner Einschätzung nach zurückgehen." Reichenbach schlug deshalb die Einführung einer Jahreskarte vor, die Familien die beliebten regelmäßigen Kurzbesuche weiter ermöglichen könnte.

 

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) versprach, dies auf Umsetzung und technische Machbarkeit - Jahreskarten müssen beispielsweise mit Passfoto personalisiert werden - zu prüfen. Gleiches gilt für die Forderung von Christian Götze (Pro Altenburg), nach einer Möglichkeit zu suchen, dass man in den Inselzoo nicht mehr ohne Bezahlung reinkommt. "Wir können das nicht ewig mit einer Kasse des Vertrauens machen", pflichtete Wolf bei. Allerdings müsse beispielsweise ein Drehkreuz auch von Rollstühlen und Kinderwagen passierbar sein, zeigte Nikolaus Dorsch (SPD) ein weiteres Problem auf.

 

Schon jetzt keine Mehrheit fand hingegen der Vorschlag der beiden FDP-Abgeordneten Detlef Zschiegner und Johannes Frackowiak. Sie wollten eine kleine sowie große Familienkarte zum Preis von fünf Euro beziehungsweise sieben Euro einführen. Die Finanzlücke, die dadurch entsteht, sollte über eine Erhöhung der Vergnügungssteuer für Spielautomaten und Spielhallen auf 15 Prozent ausgeglichen werden. Für diese Idee konnten sich allerdings nur fünf Stadträte erwärmen.

 

Durch die Gebührenerhöhung rechnen die Stadtväter in diesem Jahr mit Einnahmen von 92 850 Euro, 2014 dann von 102 000 Euro, die allerdings bei Weitem nicht kostendeckend sind. Ihnen stehen nämlich jährliche Ausgaben für den Inselzoo in Höhe von 254 000 in diesem und 264 000 Euro im nächsten Jahr gegenüber.

 

Auch für den Besuch des Schloss- und Spielkartenmuseums muss man künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Eintritt in die gleichfalls sehr beliebte Einrichtung kostet künftig sechs Euro (ermäßigt fünf Euro), eine Familienkarte ist für zwölf Euro zu haben. Zum Vergleich: Derzeit kostet der Eintritt 3,50 Euro (ermäßigt 2,50 Euro), eine Familienkarte 8,50 Euro. "Die meisten Besucher haben aber schon jetzt fünf Euro bezahlt, weil sie eine Führung mit Besuch von Fest- und Bachsaal sowie Schlosskirche dazu buchten. Dies ist in den sechs Euro nun mit erhalten", relativiert Museumschefin Uta Künzl die Preissteigerung, die vom Stadtrat diskussionslos bei einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen beschlossen wurde.

 

Des Weiteren gehört zum Maßnahmepaket der Haushaltskonsolidierung: Private Veranstalter und Schulen, die sich nicht in Trägerschaft der Stadt befinden, müssen für die Nutzung der Sportstätten künftig mehr bezahlen. Außerdem wird das städtische Rechnungsprüfungsamt aufgelöst.

 

© Kommentar

 

iDie Gebührenerhöhungen treten mit ihrer öffentlichen Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt in Kraft.

Ellen Paul

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