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Altenburg Trendwende: Altenburger Land verzeichnet Plus bei Zuzügen
Region Altenburg Trendwende: Altenburger Land verzeichnet Plus bei Zuzügen
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09:53 21.07.2016
In diesem Jahr stieg im Altenburger Land die Geburtenrate das zweite Mal in Folge. Dennoch geht die Zahl der Einwohner weiter zurück.  Quelle: dpa
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Altenburg/Erfurt

 
 Erstmals seit seiner Gründung 1994 hat das Altenburger Land mehr Zu- als Fortzüge vorzuweisen. Wie aus den Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik (TLS) in Erfurt hervorgeht, zogen 2015 mit 2813 Menschen so viele in den Kreis wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr (2094 Zuzüge) entspricht das einem Zuwachs von mehr als einem Drittel. Zieht man die 2441 Weggezogenen von den Neubürgern ab, bleibt ein Plus von 372 Einwohnern.

Allerdings reicht dies nicht, um eine Trendwende beim Bevölkerungsrückgang zu schaffen. Denn der Kreis schrumpfte zum 21. Mal in Folge. Laut TLS lebten zum 31. Dezember 2015 mit 92 344 so wenige Menschen wie noch nie im Altenburger Land. Ein Jahr zuvor waren es noch 92 705. Jedoch bedeutet das Minus von 361 Einwohnern einen weiter verlangsamten Schrumpfkurs. Schließlich verlor das Kreisgebiet in den Vorjahren stets deutlich mehr Bewohner.

Bedingt ist diese Entwicklung hauptsächlich durch den Zuzug aus dem Ausland, vornehmlich von Flüchtlingen. So kamen im vergangenen Jahr 1352 Menschen mit ausländischem Pass ins Altenburger Land und lediglich 583 von ihnen verließen den Kreis wieder. Das daraus resultierende Plus von knapp 770 Einwohnern wiegt die Wanderungsverluste in andere Bundesländer, wie etwa nach Sachsen (-290 Einwohner) oder Nordrhein-Westfalen (-100) auf. Allerdings weist das TLS explizit darauf hin, dass eine Unterscheidung bei den zugezogenen Ausländern in Flüchtling oder nicht unmöglich ist, weil dies nicht gesondert erhoben wird.

Dennoch gibt es weitere klare Indizien, dass die positive Zuzugsbilanz vor allem durch Menschen entstand, die aus Kriegsgebieten geflohen sind. Denn laut Auslandszentralregister kamen im vergangenen Jahr 1018 Flüchtlinge im Altenburger Land an. Weiterer Beleg ist der Wanderungssaldo mit Suhl (561), der sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2014: 83, 2013: -2) extrem positiv entwickelt hat. Und das vor dem Hintergrund, dass aus dem dortigen Auffanglager, was zugleich Thüringens größtes ist, auch die meisten Busse nach Altenburg kamen. Ein, wenngleich mit 146 Menschen auch viel geringeres Plus ergab sich mit dem Saale-Holzland-Kreis, der mit Eisenberg ebenfalls über eine Erstaufnahme verfügte.

Abgesehen davon gibt es in der Bevölkerungsstatistik 2015 einen weiteren interessanten Fakt. Während die Zahl der männlichen Bewohner lediglich um 66 auf 45 330 sank, ging gleichzeitig die der Frauen um 295 auf knapp über 47 000 zurück. Das erklärt sich wiederum durch den Fakt, dass der Anteil junger Männer unter den Asylbewerbern im Vorjahr überproportional hoch war. So stieg die Zahl der Männer unter den Migranten im Kreis um über 500 auf 1514, während die der Frauen sich nur um gut 250 auf 805 erhöhte. Auch die daraus resultierenden 2319 Ausländer sind ein neuer Rekordwert für das Altenburger Land. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wuchs somit von 1,7 auf nunmehr 2,5 Prozent.

Die demografischen Probleme des Altenburger Landes, zu denen neben dem Bevölkerungsschwund vor allem die Überalterung zählt, vermögen aber auch die Flüchtlinge nicht allein durch ihr Kommen zu lösen. Denn der Anteil der Über-50-Jährigen stieg im Kreis erneut leicht auf nun knapp 55 Prozent. Um die Bevölkerung dauerhaft zu verjüngen, bräuchte es vor allem Frauen im gebärfähigen Alter. Aber auch die kommen zumindest bisher aus dem Ausland noch viel zu selten.

Dennoch steigt die Zahl der Neugeborenen anno 2015 zum zweiten Mal in Folge. Mit 633 Babys erblickten exakt 34 mehr als noch 2014 das Licht der Welt. Dem gegenüber stehen allerdings auch 1367 Sterbefälle. Nach einem leichten Rückgang im Jahr zuvor pegelte sich die Quote damit wieder auf dem hohen Niveau der Jahre 2012/13 ein. Das daraus resultierende Minus von 734 Einwohnern lässt den Kreis – aller Zuwanderung zum Trotz – weiter schrumpfen.
 
 

Von Thomas Haegeler

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