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Altenburg Mehr Freiräume zum Bäume-Fällen in der Gemeinde Nobitz
Region Altenburg Mehr Freiräume zum Bäume-Fällen in der Gemeinde Nobitz
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05:03 13.02.2019
Ein Baum wird gefällt. In Nobitz und seinen neu angeschlossenen Ortsteilen Jückelberg, Ziegelheim und Frohnsdorf gelten diesbezüglich jetzt einheitliche Bestimmungen. Quelle: Mario Jahn
Nobitz

Aus vier mach eins – das ist seit der Fusion der ehemaligen Wieratal-Gemeinden Jückelberg, Ziegelheim und Frohnsdorf mit Nobitz eine der Aufgaben in der Verwaltung. Speziell im Hauptamt, wo die Satzungen angepasst werden. Zwar ist es so, dass automatisch zum 31. Dezember das Nobitzer Ortsrecht in den beigetretenen Orten Gültigkeit erlangt. Doch offensichtlich versucht die Kommune Nobitz etwa bei der Baumschutzsatzung, eine neu zu entwerfen, die aus allen das Beste enthält.

Dünnere Stämme bei Ersatzpflanzungen

Zumindest stellte das Hauptamtschef Ralf Graichen vor Kurzem im Gemeinderat so dar. Und er konnte das auch belegen. Zum Beispiel wird es für einen Teil der Bürger – auch in finanzieller Hinsicht – bei Ersatzpflanzungen günstiger. Jückelberg und Ziegelheim verlangten bis dato, dass die Bäumchen mindesten einen Stammumfang von 20 Zentimetern haben. Nun reichen auch kleinere und preiswertere Setzlinge mit 10 Zentimetern Umfang. Ersatzpflanzungen werden dann nötig, wenn ein Baum mit behördlicher Genehmigung gefällt wurde. Die Genehmigungen erteilt fortan ausschließlich die Verwaltung.

Kiefern dürfen frei gefällt werden

Etwas strenger als zuvor ist derweil die neue Satzung in den Wieratal-Dörfern, was die Bäume betrifft, die nicht unter die Satzung fallen. Während im Wieratal Nadelbäume allgemein ausgeschlossen waren, konnten in Nobitz bis jetzt und auch weiterhin lediglich Fichten nach Gusto gefällt werden. „Das heißt: Tannen, Kiefern und so weiter wollen wir schützen“, erläuterte Graichen den Gemeinderäten.

Erleichtert wurde hingegen für die Nobitzer das Fällen von Bäumen, die unzumutbar Licht und Sonne für dahinterliegende Wohnräume beeinträchtigen. Die Reglung aus dem Wieratal wurde übernommen. Das heißt: Wenn in Wohnräumen wegen eines Baumes immer künstliches Licht notwendig ist, darf er ohne Genehmigung beseitigt werden.

Bis 80 Zentimeter können einfach gefällt

Das gilt auch für Bäume bis zu einem bestimmten Umfang. In Nobitz waren Bäume unter 80 Zentimeter Stammumfang von der Satzung ausgeschlossen. Bei mehrstämmigen Bäumen lag die Grenze bei 50 Zentimeter bei mindestens zwei Stämmen. Im Wieratal reichte die Spanne je nach Gemeinde von 60 bis 80 Zentimeter beziehungsweise 50 bis 80 Zentimeter. Nun gilt, alle Bäume mit einem geringeren Stammumfang – wohlgemerkt Umfang und nicht Durchmesser – als 80 Zentimeter können einfach ohne amtliche Erlaubnis gefällt werden.

Grundsätzlich nur in den Wintermonaten

„Dieses Satzung gilt aber nur für den Innenbereich, also in den Ortschaften auf privatem Gelände“, so Hauptamtsleiter Ralf Graichen. Denn für den sogenannten Außenbereich ist nicht die Kommune die Genehmigungsbehörde, sondern dort ist das Landratsamt mit teilweise abweichenden Regelungen zuständig. Darüber hinaus sei aber grundsätzlich bindend, betont der Ordnungsamtschef, dass Bäume zum Schutz der Tierwelt grundsätzlich nur in den Wintermonaten gefällt werden dürfen, egal wie dick, welche Art und aus welchem Grund.

Von Jörg Reuter

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