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Mehr Kontrollen und Abholungen sollen Müllproblem in Altenburg lösen

Nord und Südost Mehr Kontrollen und Abholungen sollen Müllproblem in Altenburg lösen

Nach dem wiederholten Aufschrei von Anwohnern haben sich Behörden, Entsorger und Vermieter auf Maßnahmen gegen das Müllproblem in Altenburg-Nord und -Südost verständigt. Ergebnis des „Müllgipfels“: mehr Kontrollen, Information und Kommunikation sowie zusätzliche Abholungen, sofern das machbar ist. Das reicht jedoch nicht allen.

Alltag in Altenburg-Nord: Wie hier vor der Albert-Levy-Straße 64 entstehen an einigen Stellen immer wieder Müllberge. Zum Teil liegen hier Dinge seit Wochen herum und verschandeln das Stadtbild.

Quelle: Thomas Haegeler

Altenburg. Es ist ein Aufreger in Altenburg: das Müllproblem. Da werden Tonnen falsch befüllt, deswegen nicht abgefahren und quellen über. Schlimmer steht es um Sperr- und Sondermüll. Denn der wächst mancherorts immer wieder zu Haufen an, die sich wie von Geisterhand in der Gegend verteilen, Wochen liegenbleiben und so ganze Straßenzüge verschandeln. Nachdem Anwohner wiederholt auf die untragbare Situation hingewiesen haben (die OVZ berichtete), verständigten sich Behörden, Entsorger und Vermieter nun auf Maßnahmen zur Lösung des Problems, das vor allem in den Stadtteilen Nord und Südost auftritt. Aber nicht allen reichen diese.

So trafen sich vor zwei Wochen Verantwortliche der Stadt Altenburg, der Kreisabfallwirtschaft, des Entsorgers Remondis und der großen Vermieter. Ergebnis des „Müllgipfels“: mehr Kontrolle, Information, Kommunikation sowie bei Bedarf und Machbarkeit zusätzliche Abholungen. „Wir können das Problem nur lösen, wenn wir an einem Strang ziehen“, sagte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). „Aber wir waren uns auch einig, dass wir die Bevölkerung nicht mit höheren Gebühren belästigen wollen.“

Die Fehlwürfe könne man nur selbst durch Hausmeister lösen, erklärte Wolf weiter. „Remondis und Kreisabfallwirtschaft melden Probleme künftig unverzüglich an die Vermieter und diese müssen dann für Abhilfe sorgen.“ Schwieriger sei es beim Sperrmüll. „Es wäre besser mit zwei festen Abholterminen im Jahr in den Griff zu kriegen.“ Das gebe die Satzung laut Kreisabfallwirtschaftchefin Andrea Gerth jedoch nicht her. Sie war in den vergangenen Tagen für eine Stellungnahme jedoch nicht erreichbar.

So verständigte man sich darauf, dass Vermieter, aber auch die Stadtverwaltung nach der Abholung am Montag kontrollieren und Reste am Dienstag der Kreisabfallwirtschaft melden. Diese wiederum veranlasst bei Remondis, die Sachen innerhalb von fünf Tagen abzuholen. „Nach Möglichkeit soll das schon Donnerstag oder Freitag funktionieren“, so der OB. Zusätzliche Kosten entstünden nicht, weil man den vorhandenen Spielraum zu nutze. Der besteht, weil jeder Kreisbewohner zwei Mal im Jahr Sperrmüll abholen lassen darf, Kinder und Co. dies aber nicht in Anspruch nehmen.

Auf zusätzliche kostenlose Abholungen konnte man sich hingegen nicht einigen. Offenbar lehnte Remondis ab. Der Altenburger Betriebsleiter Robert Dressel wollte sich zu dem Thema aufgrund seiner Rolle als Dienstleister jedoch nicht äußern. Auch Expressentsorgungen fielen durch. Die 75 Euro je Auftrag waren den Vermietern zu viel.

Auch wenn diese zusagten, so sehen doch die Wohnungsgenossenschaft Altenburg (AWG) und die Wohnungsgenossenschaft Altenburg-Glashütte (WAG) durch den größeren Aufwand eine Mehrbelastung aller Mieter. Das bestätigten die Vorstände Kai Trussat (WAG) und Timo Schwanke (AWG). Allerdings sagten sie auch, dass die beiden Genossenschaften kaum von dem Müllproblem betroffen sind. „Wenn hier jemand ausschert, dann ruft sofort jemand an und wir lösen das prompt“, so Schwanke.

Den größten Stress hat die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG), die in Nord bereits Info-Zettel auf deutsch und auch auf arabisch verteilt hat, was wann wie zu entsorgen und anzumelden ist. Daher reicht Geschäftsführer Michael Rüger die Vereinbarung nicht: „Die Sachen bleiben weiter übers Wochenende stehen. Früher gab es Freitag noch mal eine Tour, jetzt nicht mehr.“ Deswegen fordert er: „Die Schwerpunkte in Nord und Südost müssen zweimal angefahren werden und dafür der ländliche Raum weniger.“ Das müsse bei der Satzungsänderung beachtet werden. „Sonst kriegen wir da keine richtige Ruhe rein.“

So weit ist Wolf noch nicht. Bis September, wenn man sich erneut zum „Müllgipfel“ trifft, will er den Maßnahmen eine Chance geben. „Bringt das nichts, müssen wir auf eine Änderung drängen und das politisch im Kreistag diskutieren“, so der OB. „Solidarität mit dem ländlichen Raum hin oder her.“

Von Thomas Haegeler

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