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Altenburg Mehr Verkehr in der Kesselgasse in Altenburg
Region Altenburg Mehr Verkehr in der Kesselgasse in Altenburg
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18:36 06.08.2012

Von Jonas Alder

Der Verkehr durch die Gasse fließt jetzt nicht mehr bergan zum Kornmarkt, sondern bergauf zur Teichstraße. Der neue Weg von der Innenstadt in den Südosten Altenburgs ist um etwa eineinhalb Kilometer kürzer als die alte Strecke. Gleiches gilt für den Weg zum Klinikum Altenburger Land über die Zwickauer Straße.

Für die alte Strecke über Schmöllnsche Straße, Schmöllnsche Landstraße und Brauhausstraße benötigten die Kraftfahrer rund zehn Minuten länger. LKW dürfen die Kesselgasse nicht passieren, außer Anlieferfahrzeuge für die Anwohner und Händler in der Baderei.

Außerdem können Verkehrsteilnehmer nun nach rechts und links von der Kesselgasse in die Teichstraße abbiegen. Sie müssen jedoch dem Verkehr in der Teichstraße Vorfahrt gewähren. Das liegt daran, dass die Kesselgasse ein verkehrsberuhigter Bereich ist, sagt Lutz Meyner, der zuständige Referatsleiter der Stadt Altenburg. Ein Vorfahrtsschild zu befestigen, ist deshalb nicht geplant: "Wir haben so schon einen Schilderwald und können nicht alles regulieren."

Ein neues Schild hängt dennoch in der Kesselgasse: An der Ausfahrt weist es auf die Ampel in der Teichstraße hin, die nun auch für die Kesselgasse gilt. "Die Ampel ist leicht angeschrägt worden, damit man sie auch von der Kesselgasse aus sieht", sagt er. Die Ampel schaltet - gesteuert durch eine Signalanlage an der Bushaltestelle Schmöllner Straße - auf rot, wenn der Bus die Haltestelle verlässt. "So kann der Bus - ohne mit Gegenverkehr zu rechnen - in die 90-Grad-Kurve vom Roßplan in die Teichstraße biegen", erklärt der Referatsleiter.

Die Bürger sehen die geänderte Verkehrsführung allerdings kritisch. Der Altenburger Günter Wagner wohnt in der Nähe der Kesselgasse am Roßplan. Er schlägt vor, die Stadt solle den Verkehr stattdessen über die Baderei leiten: "Wenn man den Weg zur Mühlpforte für den Verkehr öffnet und die Autos da rausfahren lässt, dann ist das ein besserer Weg als durch die Kesselgasse. Es fahren sowieso schon immer Lieferwagen dort hin." Meyner zufolge mache die Idee keinen Sinn: "Das ist eine Schwächung des Einkaufsbereichs."

Jörg Held, Anwohner der Kesselgasse, beklagt, dass Autos sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. "Mit verkehrsberuhigter Zone hat das nichts zu tun. Das sind gefühlte 60 oder 70 Stundenkilometer, so wie die hier hochrasen. Man kann die Stadt nur bitten, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen", sagt Held. "Wir haben das im Blick, und Kontrollen sollen erfolgen", so Bettels. "Die Stadt darf allerdings nur den ruhenden Verkehr überwachen." Man sei aber mit der Polizei in Kontakt und habe abgestimmt, dass Kontrollen stattfinden werden.

"Es sind bedeutend mehr Fahrzeuge unterwegs", hat Klaus Fleischer, Betreiber einer KFZ-Werkstatt in der Kesselgasse, beobachtet. "Ich finde die Änderung nicht so toll. Der Verkehr hat deutlich zugenommen", meint auch Regina Yalin, die in der Kesselgasse wohnt.

Meyner räumt ein, dass akustisch der Eindruck entstehen könne, dass mehr Fahrzeuge in der Straße unterwegs sind. Das liege auch daran, dass die Fahrer durch die geänderte Verkehrsführung die Gasse hochfahren und dabei mehr Gas geben müssen als beim Herunterfahren, meint er.

"Es ist davon auszugehen, dass die Änderung der Fahrtrichtung so bleibt", erklärt der Pressesprecher der Stadt. "Es gibt nicht nur Kritik, sondern auch zustimmende Meinungen von Anwohnern aus der Kesselgasse."

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