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Mehr Zeit für Sterbenskranke - Klinikum schafft Palliativstation

Mehr Zeit für Sterbenskranke - Klinikum schafft Palliativstation

Intensiv riechende Farbe und Handwerker, die sich beinahe auf die Füße treten - doch das Bauende am Schmöllner Standort des Klinikums Altenburger Land ist absehbar.

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Die zukünftige leitende Oberärztin der Station, Dr. Elisabeth Schmidt, in einem der künftigen Palliativ-Zimmer.

Quelle: Jörg Reuter

Schmölln/Altenburg. Seit einigen Wochen wird hier für, wie es heißt, mehrere Zehntausend Euro die untere Etage des Neubaus in eine palliativmedizinische Station umgestaltet. Nun steht die Eröffnung des neuen Klinikbereichs kurz bevor, und die Gewerke legen alles daran, den Termin am 4. Juni zu halten. Derweil gibt die zukünftige leitende Oberärztin der Station, Dr. Elisabeth Schmidt, einen Ausblick auf das, was sich für die Patienten verbessern wird.

 

"Bis jetzt wurden im Klinikum die Patienten, die palliativmedizinische Versorgung benötigten, im normalen Krankenhausbetrieb mit versorgt", erklärt Schmidt. Dafür standen auch nur drei spezielle Betten auf Station 31 - Hämatologie und Onkologie - bereit. Doch damit konnten weder die Nachfrage noch die Bedürfnisse der Patienten abgedeckt werden. Denn die Palliativmedizin widmet sich unheilbar Kranken mit einer nur noch geringen Lebenserwartung. Jedoch müsse die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes vorliegen, erläutert die Medizinerin. "Denn eine Palliativstation ist kein Pflegeheim."

 

Doch ähnlich den Bewohnern im Pflegeheim benötigen die Palliativpatienten viel Zeit, mehr als im kurz getakteten Arbeitsalltag des Krankenhauses möglich ist. Aus diesem Grund wird die neue Palliativstation mit elf Schwestern, Kunst- und Physiotherapeuten, einem Psycho-Onkologen plus Arzt stärker besetzt sein als andere Klinikbereiche. Zeit für die Patienten und Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil der Palliativmedizin, die weniger heilen als vielmehr die Symptome lindern will, meist sind es Schmerztherapien. Ein anderer wichtiger Faktor ist das Umfeld. "Durchschnittlich sind Patienten nur zehn Tage hier, in dieser Zeit soll ihnen Lebensqualität und Freude wiedergegeben werden", erklärt Schmidt, die in den vergangenen neun Jahren in Gera eine Palliativstation geleitet hat und nun zu ihrem früheren Arbeitgeber, dem Klinikum Altenburger Land, zurückgekehrt ist, um in Schmölln die Palliativstation aufzubauen.

 

Auch wenn in einem der zukünftig acht Patientenzimmer noch Farbeimer stehen und in anderen Elektriker Steckdosen installieren, ist mit wenig Fantasie zu erkennen: Hier wird eine Wohlfühlathmosphäre geschaffen. "Die Zimmer sind alle über 20 Quadratmeter groß und unter anderem mit einem Sessel ausgestattet, der zu einem bequemen Bett ausgezogen werden kann", sagt die Ärztin. Damit hätten Angehörige jederzeit die Möglichkeiten, im Krankenhaus zu übernachten. Circa 700 Quadratmeter ist die neue Station groß, zu ihr gehören auch ein gemütlich gestaltetes Wannenbad, ein Raum der Stille mit Sofas und ein ebenso aufwendig gestaltetes, 47 Quadratmeter großes Wohnzimmer mit Küche. "Hier können Familienfeste wie Geburtstage oder auch Hochzeitsjubiläen gefeiert werden." In Gera sei es in dem Gemeinschaftsraum sogar zu einer Eheschließung gekommen.

 

Die Oberärztin konnte einige ihrer Vorstellungen und Erfahrungen beim Umbau in Schmölln einbringen. "Mir war zum Beispiel wichtig, dass die Duschen in den Patientenzimmern barrierefrei sind." Darüber hinaus wünschte sie sich für die Patienten die Möglichkeit, auch mit dem Bett ins Freie zu kommen. Selbst diesen Vorschlag nahm die Krankenhausleitung an. Dafür wird im kommenden Jahr extra ein Balkon für rund 40 000 Euro angebaut. "Eine solche Station ist überhaupt nur möglich, wenn ein Haus das will und komplett dahinter steht, denn verdienen kann man mit der Palliativmedizin nichts, da muss eine Klinik stets draufzahlen", sagt die Ärztin.

 

Dass erst jetzt eine solche Station eingerichtet wird, liege daran, dass diesmal alles passte, erklärt Kliniksprecherin Ilka Schiwek. Schon seit Jahren bestehe der Plan, aber bis jetzt hätte es dringendere Aufgaben gegeben. Außerdem hätten das nötige Personal und der Platz gefehlt. Letzterer wurde mit Umräumen und teilweise Zusammenrücken geschaffen. "Es ist nichts weggefallen. Hier war eine Mischstation, einige der Betten sind in Altenburg untergebracht, und das Notaufnahme-Zimmer ist hier im Haus verlegt worden." © Kommentar Seite 13

Jörg Reuter

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