Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Mehr Zeit für eigene Projekte

Mehr Zeit für eigene Projekte

Bei genauerer Betrachtung erscheint die Entscheidung konsequent, wenn sie auch mit Sicherheit ungewöhnlich ist. Nach 14 Jahren als Solocellist des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera beendet Lukas Dreyer sein Engagement am hiesigen Theater zum Spielzeitende.

Voriger Artikel
Abrissarbeiten dauern noch bis Mitte nächster Woche
Nächster Artikel
Ehrenberger Radball-Youngster holen Ostthüringen-Titel

Lukas Dreyer und sein Cello.

Quelle: Agentur

Die Lehrtätigkeit und seine zahlreichen kammermusikalischen Projekte führten den Musiker zu dieser Entscheidung.

 

Kammermusik gehörte von jeher zu den zentralen Interessen des Cellisten. Bereits im Rahmen seiner Studien in Frankfurt am Main und Aachen hatte er dieser Ausdrucksform besonderes Augenmerk gewidmet. Sein damaliges Streichquartett war sogar das erste derartige Ensemble überhaupt, das ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für einen Auslandsaufenthalt zum Kammermusikstudium erhielt - ein Jahr lang vervollkommnete er in Budapest auf diesem Gebiete seine Fähigkeiten. Und auch die Gründung seines Cello-Quartettes "Quattrocelli", für das er von Beginn an auch als Arrangeur tätig ist, reicht bereits in jene Zeit zurück. Längst hat sich dieses Ensemble international einen Namen gemacht.

 

Und auch das Unterrichten begleitet ihn bereits seit Studienzeiten. Was sich aus der Notwendigkeit heraus entwickelte, als Student etwas dazu verdienen zu müssen, hat sich längst zum Bedürfnis, zur künstlerischen Bereicherung und zur vertrauten Gewohnheit entwickelt. Inzwischen nimmt diese Tätigkeit großen Raum im Leben des 44-jährigen Musikers ein. Bereits 2010 reduzierte er seinen Orchestervertrag am Altenburg-Geraer Theater, um für diese Tätigkeitsfelder mehr Zeit zu haben. Nun erscheint es ihm als richtige Konsequenz für beide Seiten, ihn zu beenden. Was er aus Ostthüringen mitnimmt zu neuen Ufern, sind wichtige Erfahrungen und aufregende Erinnerungen.

 

Wirklich in Gera gewohnt hat Lukas Dreyer allerdings nur die ersten beiden Jahre seines Engagements. Dann führten ihn private Gründe nach Leipzig. Inzwischen lebt Dreyer seit einigen Jahren in Weimar. Seit 2007 ist er im Lehrauftrag an der dortigen Musikhochschule tätig, seit 2010 zudem an der Hallenser Hochbegabtenschule.

 

Zum Abschied wird der Musiker noch einmal in einem der Projekte zu erleben sein, an die er sich besonders gern erinnern dürfte - für Altenburg ist das sogar eine Premiere. Eine spartenübergreifende Arbeit schwebte Sabine Schramm, Leiterin des Puppentheaters des Hauses vor, und Dreyer ließ sich gern auf die Auseinandersetzung mit Choderlos de Laclos Roman "Gefährliche Liebschaften" ein, die morgen Abend am Landestheater erstmals zu sehen sein wird. Seine Bach-Interpretationen haben in dem Stück kommentierende, ja kontrapunktierende Funktion. Doch für diese Produktion, für die es bereits einige Gastspielanfragen gibt, wird Dreyer auch in Zukunft als Gast an seine einstige Wirkungsstätte zurückkehren.

 

Auch insofern wird dem passionierten Autofahrer, der Bewegung in jeder Hinsicht liebt, und der die Kilometer, die er in den letzten eineinhalb Jahrzehnten in Mitteldeutschland zurückgelegt hat, nicht mehr zählen kann, die Zeit nicht lang werden. Dass neben den vielen Tätigkeitsfeldern noch viel Freizeit bleibt, seinem Hobby, dem Zeichnen, zu frönen, ist unwahrscheinlich. Denn viele Projekte stehen ins Haus, und an neuen Ideen mangelt es Dreyer nicht, ganz besonders, was "Quattrocelli" betrifft und die Leitung der "Musikkammer" des Leipziger Wave Gotik Festivals, die Lukas Dreyer entwickelt hat, und in der er die Chance sieht, mit ausgefallenen Kammermusikprojekten ein großes und breites Publikum zu erreichen.

Tatjana Böhme-Mehner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr