Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Metaller streiken für einen Euro mehr pro Stunde
Region Altenburg Metaller streiken für einen Euro mehr pro Stunde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 09.06.2017
Altenburger Armaturenwerker streiken für eine Euro mehr pro Stunde. Quelle: dpa
Anzeige
Altenburg

Ein paar Stunden drehte sich am Donnerstag im Armaturenwerk Altenburg (AWA) kein Rad mehr. Die gesamte Produktion und ein Drittel der Angestellten traten ab 13 Uhr in den Warnstreik, um ihrer Lohnforderung Nachdruck zu verleihen. Im Durchschnitt gehe es um einen Euro pro Stunde mehr, sagt der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall, Matthias Beer, auf OVZ-Anfrage. Seit Anfang Mai werde drüber verhandelt, bis jetzt ohne den gewünschten Erfolg.

Für die Unternehmensführung nicht nachvollziehbar, wie der Konzern in einer Presseinformation mitteilt: „Wir sind überrascht, dass es zum Streik unserer Beschäftigten gekommen ist, denn wir befinden uns in konstruktiven Verhandlungen mit der IG Metall und haben ein Angebot gemacht, das der Belegschaft unter anderem deutlich mehr Lohn bietet“, teilt Dirk Jürgens, Geschäftsführer bei AWA mit. Wie er betont, seien die gezahlten Löhne schon jetzt fair und mit der allgemeinen Gehaltslage in Altenburg vergleichbar. „Einen Streik zu diesem Zeitpunkt halten wir deshalb für unverhältnismäßig.“

Im Schnitt würden die Mitarbeiter im Armaturenwerk 10,16 Euro pro Stunde verdienen, konkretisiert Gewerkschaftsmann Beer. Das entspreche 61 Prozent des IG-Metall-Durchschnittslohns in Thüringen. Bereits am Dienstag, nachdem die Unternehmensführung einen nach Gewerkschaftsangaben unterschriftsreifen Vertrag zurückgewiesen habe, habe er den Streik für Donnerstag angekündigt, erklärt Beer gegenüber der OVZ. „Es kann also keine Rede von überraschend sein, das ist schlicht die Unwahrheit.“ Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren fette Gewinne eingefahren und stehe gut da. „Den Kollegen hat es jetzt gereicht. Sie wollen endlich auch ein Stück vom Kuchen abhaben.“

Natürlich habe man Verständnis für die Wünsche der Mitarbeiter, aber die wirtschaftliche Situation gebe nur wenig Spielraum, hält Jürgens dagegen. „Den schöpfen wir jedoch voll aus und kommen der Belegschaft so weit entgegen, wie wir können. Die geringe Fluktuation bei unseren Mitarbeitern zeigt, dass wir als verantwortungsvoller Arbeitgeber geschätzt werden.“ Und er ergänzt, um den Produktionsstandort künftig zu sichern, sei ein zweistelliger Millionenbetrag in Altenburg investiert worden.

Ungeachtet der Differenzen haben beide Seiten weiterhin Gesprächsbereitschaft signalisiert. Am 7. Juli wollen sich IG-Metall und Unternehmen wieder zusammen an den Tisch setzen. Gestärkt von der außergewöhnlich hohen Beteiligung am Warnstreik, erklärt Beer: Die Gewerkschaft werde daran festhalten, dass der Entgelt-Rahmentarifvertrag übernommen wird. Ebenso bleibe die Forderung nach 175 Euro mehr im Monat für alle Mitarbeiter ab 1. Juli bestehen. Es würde keine Verzögerung akzeptiert. Im Zweifel müssten die Beträge rückwirkend nachgezahlt werden. „Wir scheuen uns auch nicht, in dem Unternehmen eine Urabstimmung durchzuführen“, gibt sich Beer kämpferisch.

Von Jörg Reuter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Altenburg Kreisstraßenmeisterei - Technikpark der maroden Maschinen

Im Rahmen eines Betriebsrundgangs in der Kreisstraßenmeisterei informierte sich der Werkausschuss des Kreistages über aktuelle Probleme. Dabei erfuhren die Mitglieder, dass es bei der Technik einen enormen Investitionsstau gibt. Im Anschluss beschloss das Gremium den Kauf eines neuen Kleintransporters. Damit kann ein defektes Fahrzeug ausgetauscht werden.

12.06.2017

Die Deutsche Bahn arbeitet in den nächsten Jahren weiter an der Sachsen-Magistrale und dabei speziell am Abschnitt von Leipzig nach Crimmitschau. Das kündigte am Donnerstag ein Bahnsprecher auf der wöchentlichen Pressekonferenz von Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) an. Davon betroffen sind drei Bahnsteige auf dem Bahnhof der Skatstadt selbst.

23.02.2018

Eine riesige Rauchsäule über Altenburg sorgte am späten Donnerstagabend für Aufregung in der Stadt und weiten Teilen der Region. Ein Gebäude im Hausweg stand in Flammen – nach ersten Erkenntnissen der Polizei lagerten dort alte Lacke und Farben. Nach Polizeiangaben konnte der Brand bis zum Freitagmorgen gelöscht werden.

09.06.2017
Anzeige