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Metaller streiken für einen Euro mehr pro Stunde

Armaturenwerk Altenburg Metaller streiken für einen Euro mehr pro Stunde

Am Donnerstag organisierte die IG Metall im Armaturenwerk Altenburg einen Warnstreik. An diesem beteiligte sich die gesamte Produktionsmannschaft und ein Drittel der Angestellten. Mit dem Ausstand wollen die Armaturenwerker ihre Forderung nach einem Euro mehr pro Stunde Nachdruck verleihen. Das Unternehmen bezeichnete den Streik als unverhältnismäßig.

Altenburger Armaturenwerker streiken für eine Euro mehr pro Stunde.

Quelle: dpa

Altenburg. Ein paar Stunden drehte sich am Donnerstag im Armaturenwerk Altenburg (AWA) kein Rad mehr. Die gesamte Produktion und ein Drittel der Angestellten traten ab 13 Uhr in den Warnstreik, um ihrer Lohnforderung Nachdruck zu verleihen. Im Durchschnitt gehe es um einen Euro pro Stunde mehr, sagt der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall, Matthias Beer, auf OVZ-Anfrage. Seit Anfang Mai werde drüber verhandelt, bis jetzt ohne den gewünschten Erfolg.

Für die Unternehmensführung nicht nachvollziehbar, wie der Konzern in einer Presseinformation mitteilt: „Wir sind überrascht, dass es zum Streik unserer Beschäftigten gekommen ist, denn wir befinden uns in konstruktiven Verhandlungen mit der IG Metall und haben ein Angebot gemacht, das der Belegschaft unter anderem deutlich mehr Lohn bietet“, teilt Dirk Jürgens, Geschäftsführer bei AWA mit. Wie er betont, seien die gezahlten Löhne schon jetzt fair und mit der allgemeinen Gehaltslage in Altenburg vergleichbar. „Einen Streik zu diesem Zeitpunkt halten wir deshalb für unverhältnismäßig.“

Im Schnitt würden die Mitarbeiter im Armaturenwerk 10,16 Euro pro Stunde verdienen, konkretisiert Gewerkschaftsmann Beer. Das entspreche 61 Prozent des IG-Metall-Durchschnittslohns in Thüringen. Bereits am Dienstag, nachdem die Unternehmensführung einen nach Gewerkschaftsangaben unterschriftsreifen Vertrag zurückgewiesen habe, habe er den Streik für Donnerstag angekündigt, erklärt Beer gegenüber der OVZ. „Es kann also keine Rede von überraschend sein, das ist schlicht die Unwahrheit.“ Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren fette Gewinne eingefahren und stehe gut da. „Den Kollegen hat es jetzt gereicht. Sie wollen endlich auch ein Stück vom Kuchen abhaben.“

Natürlich habe man Verständnis für die Wünsche der Mitarbeiter, aber die wirtschaftliche Situation gebe nur wenig Spielraum, hält Jürgens dagegen. „Den schöpfen wir jedoch voll aus und kommen der Belegschaft so weit entgegen, wie wir können. Die geringe Fluktuation bei unseren Mitarbeitern zeigt, dass wir als verantwortungsvoller Arbeitgeber geschätzt werden.“ Und er ergänzt, um den Produktionsstandort künftig zu sichern, sei ein zweistelliger Millionenbetrag in Altenburg investiert worden.

Ungeachtet der Differenzen haben beide Seiten weiterhin Gesprächsbereitschaft signalisiert. Am 7. Juli wollen sich IG-Metall und Unternehmen wieder zusammen an den Tisch setzen. Gestärkt von der außergewöhnlich hohen Beteiligung am Warnstreik, erklärt Beer: Die Gewerkschaft werde daran festhalten, dass der Entgelt-Rahmentarifvertrag übernommen wird. Ebenso bleibe die Forderung nach 175 Euro mehr im Monat für alle Mitarbeiter ab 1. Juli bestehen. Es würde keine Verzögerung akzeptiert. Im Zweifel müssten die Beträge rückwirkend nachgezahlt werden. „Wir scheuen uns auch nicht, in dem Unternehmen eine Urabstimmung durchzuführen“, gibt sich Beer kämpferisch.

Von Jörg Reuter

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