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Meuselwitz Guss plant Personalzuwachs

Landrätin zu Besuch Meuselwitz Guss plant Personalzuwachs

Hoher Besuch bei Meuselwitz Guss: Landrätin Michaele Sojka (Linke) schaute am Dienstag zur Unternehmensvisite vorbei. Beim Rundgang informierte sich die Kreischefin über die aktuelle Unternehmenssituation und bot Unterstützung an. Parallel zog Geschäftsführer Olaf Wiertz die Bilanz seines ersten Jahres. Mit guten Nachrichten.

Wirtschaftsförderer Wolfram Schlegel, der Technische Leiter Olaf Unverricht, Geschäftsführer Olaf Wiertz und Landrätin Michaele Sojka (v.l.) bei Meuselwitz Guss.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Es waren einige interessierte Köpfe, die sich am Dienstag in den Hallen von Meuselwitz Guss drehten. Landrätin Michaele Sojka (Linke) schaute zum turnusmäßigen Besuch vorbei, ließ sich von Geschäftsführer Olaf Wiertz über die Eisengießerei informieren – und war nicht zuletzt an der bisherigen Erfahrung des 49-Jährigen interessiert, der seit einem Jahr allein für das Unternehmen verantwortlich ist.

In den vergangenen zwölf Monaten habe sich bereits einiges getan, wusste Wiertz zu berichten. Insbesondere in der hausinternen Unternehmenskultur habe man an diversen Stellschrauben gedreht. Transparenz sei, nicht zuletzt gegenüber der eigenen Belegschaft, essenziell. „Den Mitarbeitern die Zusammenhänge erklären, letztlich auch den tieferen Zweck der Arbeit erläutern, ist sehr wichtig“, führte Wiertz gegenüber der Landrätin aus. Das Verständnis zwischen den einzelnen Abteilungen habe sich so deutlich verbessert. „Ich suche auf allen Ebenen den Kontakt, wir wollen weg von starren Hierarchien und eine klare Feedback-Struktur etablieren“, so Wiertz weiter. Die Mitarbeiter zeigten sich angesichts der neuen Offenheit dankbar, betonte er.

Der frische Ansatz, zu dem auch ein Aktionsplan zur weiteren Reduzierung von Arbeitsunfällen und Krankheitsausfällen gehört, komme auch bei den Kunden gut an. Nicht nur sei seit Kurzem Siemens Kunde der Meuselwitzer. „Wir konnten auf dieser Basis zudem einen Auftrag aus den USA gewinnen, den zunächst ein Mitbewerber erhalten sollte“, berichtete Wiertz sichtlich zufrieden.

Generell sei man gut aufgestellt – auch angesichts der derzeitigen Umbrüche in der Branche. „Das Thema Windkraft wird in den kommenden Jahren zurückgehen“, so seine Prognose. „Entsprechend setzen wir auch wieder verstärkt auf Maschinenbau. Wir wollen keine Monokultur etablieren.“

Die Zahlen in Meuselwitz seien weiterhin positiv. So konnte im Vorjahr ein Umsatz von 65 Millionen Euro erwirtschaftet werden, gleichzeitig wurden an anderer Stelle fünf Millionen Kilowattstunden an Energie eingespart – bei einem Jahresbedarf von 50 bis 55 Millionen. Optimistisch blicke man auch auf die Mitarbeitersituation. Derzeit seien im Werk rund 400 Menschen beschäftigt, 335 davon in Festanstellung. „Auch die Leiharbeiter wollen wir sukzessive übernehmen“, kündigte Wiertz an. Parallel durchlaufen 27 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung, ab September soll nach und nach auf bis zu 40 Azubis aufgestockt werden. „Wir verzeichnen Zuwächse sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich.“

Sorgen bereiten Wiertz indes die zahlreichen Baumaßnahmen und damit verbundenen Straßensperrungen in der Region. Insbesondere für Sondertransporte großer Bauteile sei dies ein Problem. „Wenn wir große Umwege nehmen müssen, läuft das konträr zum Markt.“ Die Kunden erwarteten schnelle und zuverlässige Lieferungen.

Sojka bot bei ihrem Besuch breite Unterstützung an. Etwa in Form von Hilfestellungen bei der Organisation von Rahmenprogrammen für Kundenbesuche, beim Aufbau lokaler Netzwerke oder bei der Werbung für den Standort, um gerade junge Leute wieder verstärkt ins Altenburger Land zu locken. Man versuche bereits, die Generation unter 35 stärker zu integrieren, so Wiertz’ Replik an die Landrätin. „Wir reden da über das gleiche Thema.“

Die Hoffnung sei nun, dass sich der anhaltende Boom der Leipziger Metropolregion aufs Altenburger Land übertrage.

Von Bastian Fischer

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