Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Meuselwitz bereitet sich auf Flüchtlinge vor
Region Altenburg Meuselwitz bereitet sich auf Flüchtlinge vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:38 25.06.2015
Anzeige

Das könnte sich jetzt ändern. Auch Meuselwitz hat die Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern signalisiert. Allerdings gibt es an der Schnauder eine Menge Vorbehalte.

"Wir müssen uns diesem Problem stellen, und wir werden es auch", sagte Bürgermeisterin Barbara Golder (CDU) der OVZ auf eine dementsprechenden Anfrage. Es gebe keine Gründe, bei der Aufnahme nicht mitzuhelfen. Alle kommunalen Wohnungsgesellschaften der Nordregion seien dafür sensibilisiert. Dazu gehört in erster Linie jene der Stadt Meuselwitz, deren Aufsichtsratsvorsitzende die Bürgermeisterin ist. Barbara Golder weist jedoch darauf hin, dass die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) über keine komplett leere Immobilie verfügt, die man für die Unterbringung verwenden könne. Es gebe lediglich die Möglichkeit, die neuen Bürger in bewohnten Häusern zu verteilen. Hierbei denkt die Bürgermeisterin zunächst an junge Familien, "die wir sofort aufnehmen würden. Dazu sind wir auch in der Lage." Doch das Landratsamt habe dafür keinen Bedarf signalisiert. "Bislang gibt es keine konkreten Anfragen", erklärte sie. Lediglich für junge männliche Einzelpersonen. Doch diese in die gewachsenen Wohnstrukturen der Kleinstadt zu integrieren, bezeichnete Golder als schwierig. Hier bräuchte man Unterstützung.

Ähnlich sieht dies Fred Reichel. Der Chef der SWG kann über gute Erfahrungen berichten, die die Stadt mit ausländischen Mitbewohnern hat. In Meuselwitz seien beispielsweise Ungarn, Polen und Vietnamesen beheimatet, die sich hier wohl fühlen.

Der SWG-Chef muss jedoch einräumen, dass sich die Angebote seiner Gesellschaft für eine Flüchtlingsaufnahme im Moment noch sehr stark in Grenzen halten. Dem Landratsamt habe man bislang eine einzige Wohnung offeriert. Diese erwies sich allerdings als ungeeignet. Als geförderte Sozialwohnung dürfe sie nicht für Asylbewerber vermietet werden, habe Reichel bei der Begehung erfahren. Jetzt werde man zeitnah prüfen, welche Unterkünfte nun infrage kommen. "Diesen Wohnraum werden wir dem Landratsamt kurzfristig anbieten", kündigte Reichel an. Für die konkrete Aufnahme gebe es allerdings noch ungelöste Probleme und bestimmte Voraussetzungen. Eine davon sei, dass sich die Altmieter wohlfühlen und der innere Zusammenhalt der Wohngemeinschaften nicht gefährdet werden darf. Bei der Unterbringung von jungen Männern sei das problematisch, so Reichel, zumal die Stadt damit keinerlei Erfahrungen habe. Deshalb werde man mit wenigen Wohnungen, also ein bis zwei, und zunächst mit Familien beginnen. "Wir werden klein einsteigen."

Als ungeklärt bezeichnete Reichel die Betreuung und Integration, die die Stadt keinesfalls leisten könne und dabei auf die Hilfe des Landratsamtes angewiesen sei. Dazu müsse die Kreisbehörde aber auch in der Lage sein, meldet Reichel hierbei Zweifel an. Eine deutliche Absage erteilte des SWG-Chef einer Unterbringung von Flüchtlingen in einem leeren Gebäude. "Eine Ghettoisierung werde ich nicht zulassen."

Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

"Es war sehr interessant von Leuten, die damals dabei waren, die Geschichten hinter der Geschichte zu hören", sagte Alexander Fischer nach gut zwei Stunden Unterricht der etwas anderen Art.

25.06.2015

Die Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde schien beim Konzert der Altenburger Musikschule aus allen Nähten zu platzen. Nicht nur, dass jeder verfügbare Stuhl einschließlich diverser Stehplätze besetzt war, außerdem füllte ein Großaufgebot an Tasteninstrumenten den gesamten Platz vor dem Taufbecken aus.

25.06.2015

Es ist ein Fest mit langer Tradition. Selten trifft diese Aussage so sehr zu wie beim Jahresfest der evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg. Immerhin gibt es die Veranstaltung nunmehr seit fast 130 Jahren.

25.06.2015
Anzeige