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Meuselwitz feiert laut und leise

Meuselwitz feiert laut und leise

So etwas hat Uwe Wenzel noch nicht erlebt. Er ist Vertriebsleiter der Altenburger Brauerei und brachte am Freitagabend zur Eröffnung des 25. Meuselwitzer Stadtfestes das Fass Freibier ins Festzelt.

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Der Ehrenzug der Privilegierten Schützengesellschaft böllert zum Auftakt.

Quelle: Klaus Peschel

Meuselwitz. Bürgermeisterin Barbara Golder (CDU) hielt den Schlegel optimistisch in der rechten Hand, verfügt sie doch über genug Erfahrung, was das Anstechen angeht. Doch nach dem dreizehnten vergeblichen Schlag auf den Zapfhahn sagte sie entnervt: "Jetzt ist aber Schluss." Es waren weder mangelnde Kraft noch fehlender Durchsetzungswillen der Bürgermeisterin, die das Bier nicht fließen ließen. Der Grund für den Fehlschlag bestand schlicht und ergreifend darin, dass Fass und Zapfhahn nicht zueinander passten, stellte Fachmann Wenzel schließlich fest. Nach wenigen Minuten war das Problem gelöst, und das Freibier wurde gezapft.

Den Auftakt zum Stadtfest erlebten die Besucher zuvor in der Marienkirche. Der Stadtchor Meuselwitz gab dort sein traditionelles Eröffnungskonzert. Ein volles Gotteshaus lauschte den leisen Klängen. Für den Chor gab es langen und lauten Applaus. Aber bei weitem nicht so laut wie das, was die über einhundert Musikfreunde vor der Kirche erwartete. "Frau Bürgermeisterin, der Ehrenzug der Privilegierten Schützengesellschaft Meuselwitz ist zur Eröffnung des 25. Stadtfestes angetreten", salutierte Steffen Körner, der Leiter des Ehrenzuges. Dann gab er die Kommandos. Es knallte gehörig aus zehn Gewehren, Kind und Kegel hielten sich die Ohren zu. Sanfterere Töne bekamen sie im Festzelt zu hören, wo die Stadtkapelle Meuselwitz spielte. Unter Leitung von Sebastian Friesel kam Stimmung auf.

Die gab es auch an den folgenden zwei Tagen. "Wir sind hier, um etwas Gaudi zu machen", lachte Karin Albrecht. Mit ihrem Mann Peter war sie an allen drei Tagen auf dem Stadtfest. Das Rentner-Ehepaar aus Neuposa, einem Ortsteil von Starkenberg, ist seit drei Jahren Stammgast, wenn Meuselwitz im Spätsommer feiert. "Es ist in diesem Jahr sehr schön aufgebaut, viele einheimische Händler sind wieder da, und die musikalische Unterhaltung ist sehr gut und ausgewogen", schwärmte die 69-Jährige. "So etwas muss man erst mal auf die Beine stellen, der Veranstalter gibt sich ganz große Mühe."

In diesem Jahr ist nicht die Stadt Meuselwitz der Organisator des Festes, sondern die Benndorf Gbr aus Schmölln. Fast rund um die Uhr war Heribert Benndorf vor Ort. "Eine Bilanz kann ich jetzt noch nicht ziehen, da müssen noch einige Tage ins Land gehen", sagte er zur Halbzeit des Stadtfestes. Was für ihn aber schon sicher ist: "Das neue Konzept für den Baderdamm ist aufgegangen." Auf dem Areal um das Rathaus stand eine Bühne, auf der anderes geboten wurde als im Festzelt. Es gab Irish Folk und einen Überraschungsfilm am Freitagabend: "Mamma Mia". Und zum ersten Mal lud auf dem Baderdamm eine Kinderoase ein. Da standen nicht nur die Luftblase-Hüpfburg und das Trampolin. Dort war auch Nils Triebel zu Gange, der in der Nähe von Freiberg Zuhause ist. Neugier-Express nennt sich das, was er Kindern als Alternative zu Schminken und Blechbüchsenwerfen auf Volksfesten anbietet. Dem zehnjährigen Erik und der sechsjährigen Lucy aus Altenburg erklärte Triebel verständlich, wie ein Kehrrad, also eine Fördermaschine aus dem Bergbau, funktioniert. Das war für die Kleinen Physik und Mechanik zum Ausprobieren. Eltern und Großeltern standen mit staunenden Augen daneben. "Das Publikum ist in Meuselwitz voll da, so muss es sein", freute sich Triebel. Die Meuselwitzer spielten mit, das Wetter leider nicht.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 07.09.2015

Klaus Peschel

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