Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Meuselwitz kann Wasserwand nicht reparieren, Altenburg will Fontänen haben
Region Altenburg Meuselwitz kann Wasserwand nicht reparieren, Altenburg will Fontänen haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:27 10.11.2018
Die im Moment eingehüllte Wasserwand vor dem Meuselwitzer Rathaus ist defekt und kann im nächsten Frühjahr nicht wieder plätschern. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz/Altenburg

Spott hat die Wasserwand am Baderdamm in Meuselwitz schon reichlich einstecken müssen. Wahlweise und je nach Laune wurde der Brunnen als Klagemauer, unnütze Millionen-Verschwendung und als Bahnsteig heruntergeputzt. Doch nun hat es sich endgültig ausgeplätschert. Die Wasserspiel ist defekt und kann nicht repariert werden, weil der Stadt das Geld dafür fehlt. Das räumte Bürgermeister Udo Pick (BfM) gegenüber der OVZ auf eine Nachfrage ein. Der Betriebsraum sei durchnässt, das Becken undicht, die Anlage ohnehin nicht durch eine Wanne gesichert, hieß es bereits zur letzten Stadtratssitzung.

Brunnen war schon 2013 reparaturbedürftig

Die Wasserwand war Ende 2003 fertiggestellt und im April 2004 in Betrieb genommen worden. Nach langen Diskussionen sollte sie als Teil des neu gebauten Plateaus an den einstigen Bader-Teich und den späteren Brunnen an dieser Stelle erinnern. Kinder durften dort auch planschen.

Zehn Jahre später musste der Brunnen erstmals saniert werden. Der Zahn der Zeit hatte an der Zisterne sowie dem Wasserbecken und der eigentlichen Wasserwand genagt. Es mussten Abdichtungen erneuert sowie sogenannte neue Wartungsfugen eingebaut werden.

In diesem Jahr schon abgestellt

Richtig in Betrieb ging das Wasserspiel seitdem nicht mehr. In diesem Jahr plätscherte es nur wenige Wochen. Erholt sich Meuselwitz finanziell nicht wieder oder findet sich kein privater Sponsor, wird die Anlage nicht mehr in Betrieb genommen. Klagemauer oder Millionen-Verschwendung wären dann wirklich die passenden Bezeichnungen.

Bauausschuss stellt Weichen

Während es sich vor dem Meuselwitzer Rathaus ausgeplätschert hat, wird auf dem Altenburger Markt das Vorgeplätscher immer lauter. Auf dem Weg zu einem Wasserspiel im Herzen der Stadt ging der Bauausschuss im Beisein von Mitgliedern des Kulturausschusses in dieser Woche einen wichtigen Schritt weiter. Aus den zahlreichen Vorschlägen der Bürger, die im Rathaus dazu eingingen (OVZ berichtete), entwickelten die Stadträte eine Tendenz. Diese geht dahin, mehrere kleine Fontänen zu errichten, die eventuell mit einem kleinen Bachlauf ergänzt werden und auf deren Grundfläche sich Kinder bewegen können. Dazu gibt es wohl zwei bis drei Varianten.

Architekten sollen Grafiken erstellen

Um diese Vorstellung technisch zu konkretisieren und grafisch und bildlich sichtbar werden zu lassen, soll nun ein Architekturbüro beauftragt werden. Sind dessen Pläne fertig, werden sie in verschiedenen Medien veröffentlicht und so der Bevölkerung zugänglich gemacht. Das erklärte Oberbürgermeister André Neumann (CDU) der OVZ auf eine Anfrage. Die Bürger werden dann über jene zwei bis drei Vorschläge abstimmen. Danach werde eine umgesetzt, kündigte Neumann an, entweder noch im nächsten Jahr oder 2020. Als Orte für das Wasserspiel kommen die beiden vorhandenen Brunnengräben – einer auf Höhe Weibermarkt, der andere nahe der Altenburg Information auf Höhe der Topfgasse – infrage.

Für die Finanzierung steht Geld aus vorangegangenen Planungen zur Verfügung. Neumann sprach hier von einem Kostenrahmen um die 100 000 Euro aus der Infrastrukturpauschale. Das Geld sei zweckgebunden und könne für nichts anders verwendet werden. Zudem werde versucht, diesen Rahmen durch erhoffte Fördergelder zu erweitern.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mittwochs und samstags hört auf dem Altenburger Wochenmarkt alles auf ihr Kommando. Seit drei Jahren hat Sabine Franke die Marktaufsicht inne. Im Interview verrät sie auch, was ihren neon-pinken Sneaker damit zu tun haben.

10.11.2018

Seit seiner ersten Erwähnung im Jahr 1192 wurde das Antlitz des Marktes von Revolutionen, Kriegen und Weltwirtschaft gestaltet. Eine kurze Geschichte des 826-jährigen Altenburger Marktes.

10.11.2018

Auch 80 Jahre danach ist die Erinnerung an die Gräuel der Reichspogromnacht von 1938 in Altenburg sehr präsent. Im Zuge eines Gedenkmarschs zogen rund hundert Teilnehmer gemeinsam mit Oberbürgermeister André Neumann, Landrat Uwe Melzer und Theaterschauspielern durch die Stadt.

09.11.2018