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Meuselwitzer Angler müssen ihr Domizil am Waldsee aufgeben

Nach Erdrutsch Meuselwitzer Angler müssen ihr Domizil am Waldsee aufgeben

Untersuchungen nach Erdrutsch am Waldsee in Schnauderhainichen haben ergeben, dass das Vereinsgelände seit 1981 in einem Sperrgebiet liegt, in dem im 19. Jahrhundert Bergbau betrieben wurde. Der Bereich, in dem sich die Rutschung ereignete, ist nun auf Dauer gesperrt. Der Angelfischerverein Schnaudertal muss deshalb sein mit viel Aufwand und eigenen Mitteln geschaffenes Vereinsgelände endgültig aufgeben.

Seine Angel kann Vereinschef Karl Heinz Bergner auf dieser Seite des Waldsees nicht mehr auswerfen.
 

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Sein Vereinsgelände muss der Angelfischerverein Schnaudertal, der seit 2000 Eigentümer des Gewässers ist, deshalb endgültig aufgeben. „Beim Kauf vor 15 Jahren sind wir mit keinem Wort auf die Gefahren hingewiesen worden“, ist Vereinsvorsitzender Karl Heinz Bergner verärgert. Der Verein hätte nicht nur rund 50.000 Mark für den See samt Nebenkosten an die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) bezahlt, sondern außerdem rund 40.000 Euro in den Ausbau des Vereinsgeländes gesteckt. Grillhütten und Bauwagen sind ebenso im Waldsee versunken wie hochwertige Technik und Sitzgarnituren. „Finanziert hatten das alles die Vereinsmitglieder“, so Bergner. Mit dem Vereinsgelände ist zudem die Basis für Veranstaltungen wie das Fischerfest oder das alljährliche Jugendlager vernichtet worden.

„Für unsere Angler haben wir den See an den ungefährdeten Stellen für ihr Hobby inzwischen wieder frei gegeben. In dem abgesperrten Bereich dürfen aber auch sie sich nicht mehr aufhalten“, betont der Vereinschef. Er weist darauf hin, dass der gefährdete Abschnitt in der vorher schon vorhandenen Abzäunung nochmals gesichert worden sei. Der Rundweg um den See sei in dem Areal, in dem die Rutschung passierte, nun auf einer Länge von rund 150 Metern dauerhaft gesperrt. Darauf würden auch Warnschilder hinweisen.

Aufgrund der Gefahrenlage habe die Stadt Meuselwitz zudem den Weg von Pflichtendorf her auf 4,5 Tonnen begrenzen müssen. Die Wiesen oberhalb der gefährdeten Böschungen kann die Agrargenossenschaft deshalb nicht mehr bewirtschaften. „Denn schon ein Traktor ist schwerer“, erklärt der Vereinschef der Petrijünger.

Der Bagger, der bei der Rutschung im See verschwunden ist, sei von mehreren Metern Erde bedeckt. „Wegen des gefährdeten Bereiches kann der ebenso wenig geborgen werden wie unser Vereinseigentum. Schwere Technik darf hier überhaupt nicht mehr zum Einsatz kommen“, sagt Bergner. Mit Schrecken denkt er daran, was hätte alles passieren können, als regelmäßig größere Fahrzeug auf dem Gelände waren, um zum Beispiel neuen Fischbesatz für den Waldsee zu bringen.

So wüst wie nach der Rutschung sieht es mittlerweile am und im See nicht mehr aus. Mitglieder des Vereins haben schon als Räumtrupp gewirkt. „Die restlichen Trümmer unserer Grillhütten und Biergarnituren, die noch aus dem Wasser ragen, wollen wir in diesem Monat unter Beachtung von Sicherheitsvorschriften rausholen und ordnungsgemäß entsorgen“, kündigt der Chef der Angler dazu an.

Obwohl das Vereinsgelände im Wasser versunken ist, haben die Angler ihr Vereinsleben hochgehalten. „Wir mussten uns zwar einschränken, doch wir haben ja insgesamt drei eigene und drei gepachtete Angelgewässer“, erzählt Bergner. In diesem Jahr habe man verstärkt auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen am Haselbacher See gesucht, wo die Angler aus Meuselwitz Pachtland und eine Fischereipacht haben. So habe das Anglerfest zum Beispiel am Haselbacher See stattgefunden.

Weil viele Neuanschaffungen erforderlich sind, trete der Verein, der momentan 208 Mitglieder zählt, zunächst einmal etwas kürzer. Aber 2017 wird es dann sicherlich auch wieder ein Fischerfest für die Öffentlichkeit geben, stellte Bergner in Aussicht. Das wird aber nicht am Waldsee, sondern an einem anderen Gewässer gefeiert.

Von Marlies Neumann

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