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Altenburg Meuselwitzer Anglerverein kämpft um Hainberger See
Region Altenburg Meuselwitzer Anglerverein kämpft um Hainberger See
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19:00 17.02.2016
Die Idylle am Hainbergsee trügt. Hinter den Kulissen schlagen die Wellen hoch. Quelle: dpa-Zentralbild
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Meuselwitz

Über dem Hainbergsee ziehen dunkle Wolken auf. Auslöser dafür ist die Verpachtung der Fischereirechte für ein Flurstück am See, das in Sachsen-Anhalt liegt. Genehmigt hatte den Antrag des Zeitzer Angelvereins die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft bereits im vergangenen Jahr. Dieser gehört der sachsen-anhaltische Teil, der rund neun Hektar groß ist, während der Thüringer Seeteil der Stadt Meuselwitz gehört. Das Gewässer hat insgesamt eine Größe von 36,5 Hektar.

Weil die Zeitzer Petrijünger nun auch noch einen Pachtantrag für einen kleinen Meuselwitzer Teil gestellt haben, sieht der Anglerverein Meuselwitz im wahrsten Sinne des Wortes seine Fische davonschwimmen. „Ein solcher Antrag liegt bei uns vor“, bestätigte Denise Zeuke, Leiterin des städtischen Ordnungsamtes, auf Nachfrage. Erst dadurch habe die Stadt Meuselwitz überhaupt von der Verpachtung in Sachsen-Anhalt erfahren.

Die Meuselwitzer Angler sind über diese Entwicklung alles anders als erbaut. „Wir haben uns seit Jahren bemüht, für eben dieses Stück in Sachsen-Anhalt die Fischereirechte von der BVVG zu bekommen. Unsere Nachfragen blieben allerdings stets ohne Erfolg. Jetzt hat man uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Torsten Jakob, stellvertretender Vereinsvorsitzender auf Nachfrage. Er ist ebenso wie seine Angelkollegen frustriert, denn der Verein wirkt schon etwa 60 Jahre am Hainbergsee. Seit der Wende hat der Verein die Fischereirechte gepachtet.

Weil es ihnen gegen den Strich geht, dass die Angler aus dem Nachbarland ihrem Hobby auf Meuselwitzer Territorium nachgehen wollen, möchten sie ebenfalls die Fischereipacht haben. Doch der Verein hat lediglich sein Interesse daran bekundet, war in der Stadtverwaltung zu erfahren. Das Angebot der Zeitzer Angler, mit den Meuselwitzern zusammenzuarbeiten, steht bis 31. März. Bis dahin haben die Meuselwitzer Zeit, sich zu diesem Angebot zu positionieren. Das sei bei den alteingesessenen Anglern jedoch nicht auf fruchtbaren Boden gefallen, ließ Torsten Jakob durchblicken. Die größten Bauchschmerzen haben die Hobbyfischer damit, dass künftig auch andere ihre Fische an Haken haben. Denn der Meuselwitzer Verein setzt schon seit Jahrzehnten Fische in den See. Und zwar die, die sie angeln wollen.

Die Verpachtung des Fischereirechtes an die Zeitzer Angler sei normalerweise ein einfacher Verwaltungsakt, so die Ordnungsamtschefin. Doch das ganze sei inzwischen richtig hochgekocht und habe nicht nur die Gemüter der Angler sondern auch der Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Hainbergsee erregt. Deshalb geht sie davon aus, dass die Entscheidung über den Antrag des Zeitzer Vereins eine politische werden wird.

Die IG Hainbergsee, die die „Badewanne“ der Meuselwitzer in den nächsten Jahren noch attraktiver machen möchte, sieht ihre Pläne durch die Verpachtung an die Angler aus Zeitz ebenfalls kritisch.

„Wir wollen in diesem Monat damit anfangen, auf dem kleinen Meuselwitzer Stück, am ehemaligen Zeltplatz, das Schilf zu verschneiden, um den Zugang zum Wasser wieder herzustellen“, berichtet Lutz Hempel, bei dem die Fäden der IG zusammenlaufen. Er bezweifle, dass mit der Fischereipacht der Zeitzer alles rechtens sei, sagt er und wies darauf hin, dass der Naturbund bereits 2013 Interesse bekundet habe, den Teil des Sees in Sachsen-Anhalt von BVVG zu kaufen. Hier sei man aber noch keinen Schritt weiter gekommen, sagt er mit offensichtlichem Bedauern.

Von Marlies Neumann

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