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Altenburg Meuselwitzer Bürgermeister will Baumaterial verkaufen – es gehört Vereinen
Region Altenburg Meuselwitzer Bürgermeister will Baumaterial verkaufen – es gehört Vereinen
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00:18 12.02.2017
Diese Pflastersteine gehören zu jenen Baustoffen, die das Meuselwitzer Rathaus verkaufen will. Quelle: Jens Rosenkranz
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Wintersdorf

Sie liegen seit Jahren auf dem Bauhof der ehemaligen Gemeinde Wintersdorf, einige hundert Meter von Pflichtendorf entfernt: Pflastersteine, Betonpfosten, Borde, Rohre und anderes Baumaterial. Angeschafft wurde es von Sponsoren, und zwar für örtliche Vereine, falls Bedarf besteht. So erklärt es Klaus-Peter Liefländer, der Fraktionschef der UWG-SPD im Meuselwitzer Stadtrat. Doch nun will Bürgermeister Udo Pick (BfM) das Ganze an den Meistbietenden verkaufen. Das geht aus einer Ausschreibung im Schnauderboten vom 10. Dezember hervor. Zum Selbstabholen, so war dort zu lesen, wurden beispielsweise 500 Tonnen Porphyr- oder Granit-Pflaster, 46 Stahlbeton-Pfosten, rund 500 Eisenbahnschwellen, 60 Tonnen Borde und einiges mehr angeboten.

Liefländer wunderte sich darüber und sprach dies zur jüngsten Stadtratssitzung an, denn ein Verkauf dieser Baustoffe war nie vorgesehen. Der Fraktionschef fragte nach dem Sinn der Aktion, das Material jetzt zu verkaufen und es später neu anzuschaffen, wenn es benötigt wird. Auch Vereine müssten nun mitbieten, falls sie etwas brauchen, was sie zuvor kostenlos bekommen hätten, merkte Liefländer an. Und bat darum, die Ausschreibung aufzuheben und das Material für den eigentlichen Zweck einzusetzen.

Die Antwort des Bürgermeisters war kurz: Man habe keinen Zugehörigkeitsnachweis finden können, erklärte er. Das sei auch kein Wunder, denn Pick habe sich weder bei ihm noch im Ortsteilrat danach erkundigt, sagte Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann (UWG) der OVZ. Für ihn sei die Ausschreibung ein Zeichen von Ideenlosigkeit. Es solle Material zu Geld gemacht werden, das an vielen Ecken und Enden der Stadt und den Ortsteilen eingesetzt werden könnte. „Das einzige, was dem Bürgermeister einfällt, ist, es zu verkaufen“, ärgert sich Reimann.

Noch ist es aber nicht zu spät. Denn bis auf eine formlose Anfrage hat sich laut OVZ-Informationen niemand an der Ausschreibung beteiligt. Möglicherweise ist dies auch von Vorteil für die Stadtverwaltung. Denn die angegebenen Mengen weichen deutlich von dem ab, was auf dem Bauhof wirklich liegt. Zum Beispiel dürften jene 500 Tonnen Granit-Pflaster deutlich übertrieben sein. Gut möglich, dass ein Bieter nachwiegt und den Rest der ihm versprochenen Ware danach beim Rathaus einfordert.

Von Jens Rosenkranz

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