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Meuselwitzer Bürgermeisterin geht in Ruhestand

Nach elf Jahren Meuselwitzer Bürgermeisterin geht in Ruhestand

Nach elf Jahren im Amt hat die Meuselwitzer Bürgermeisterin Barbara Golder am Dnnerstag ihren letzten Arbeitstag. Auf eigenen Wunsch hat sie sich aus gesundheitlichen Gründen zum 1. November in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen. Sie nutzte die letzte Stadtratssitzung, um eine Bilanz ihrer Amtszeit zu ziehen.

Am Freitag hat Barbara Golder ihren letzten Arbeitstag im Meuselwitzer Rathaus.
 

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Wenn man so lange in einer Stadt tätig sei, gäbe es aber naturgemäß etwas zu berichten. In ihrer gewohnt schnellen Art, zu reden, sprach sie „über Erreichtes, Begonnenes und vielleicht Wünschenswertes und Unvollendetes“. In den elf Jahren ihrer Amtszeit ist in Meuselwitz manches vorangebracht, neu entstanden oder auf die Schiene gesetzt worden. Weil die Stadt in den letzten Jahren sparen musste, konnte nicht immer aus dem Vollen geschöpft werden. Dennoch ist seit 2004 so einiges in Meuselwitz und den Ortsteilen geschehen, was nachhaltig ist und sich sehen lassen kann.

Bei dem, was unter ihrer Federführung in der Schnauderstadt erreicht wurde, nannte Golder den Feuerwehrneubau, der in ihrer ersten Amtsperiode entstanden war. Sie verwies zudem auf den Ausbau von Straßen und Gehwegen in Stadt und Ortsteilen, wie zuletzt in Falkenhain, wo mehrere Jahre gemeinsam mit den Stadtwerken gebaut worden war. Für Erwähnenswert hielt Golder zudem die Schaffung von ausreichend Kindergartenplätzen und die umfangreiche Sanierung der Kindereinrichtungen. Den Ausbau des Radwegenetzen zum Beispiel nach Mumsdorf oder von Meuselwitz nach Lucka zählte sie in ihrer Bilanz ebenso auf, wie die Neugestaltung des Parkeingangs zum Seckendorff-Park oder die Gebäudesicherungen der Bahnhofstraße. Für die Ansiedlung mehrerer Solarparks oder der Firma Renner in Meuselwitz habe sie sich ebenso eingesetzt wie für das Hochwasserschutz- und Gewässerentwicklungskonzept. „Der Ausbau der Sportanlage am Penkwitzer Weg, die Fassadengestaltung des Rathauses und der Bau von ländlichen Wegen sind in den Jahren meiner Amtszeit realisiert worden“, sagte sie. Auch die Eingemeindung von Wintersdorf sei in diese Zeit gefallen.

Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, doch einiges wurde unter Golders Führung auch nicht zu Ende geführt, aus welchen Gründen auch immer. Als erstes nannte da die scheidende Stadtchefin den Kauf den Busbahnhofes, der seit Jahren als Schandfleck der Stadt gilt. Die seit Jahren laufenden Bemühungen, das Gelände zu erwerben, sind jetzt soweit vorangeschritten, dass dem Stadtrat in seiner nächsten Sitzung ein Beschluss vorgelegt werden soll. Im Haushalt 2015 seien für den Erwerb bereits die finanziellen Mittel eingestellt, so Golder. Auf den Weg gebracht seien darüber hinaus der Stadtumbau im Ortsteil Zipsendorf, die Sanierung von Altstadtquartieren sowie Hochwasserschutzmaßnahmen in der Geschwister-Scholl-Straße. Der Erweiterungsbau des Seniorenzentrums und der Neubau einer Awo Senioren-WG seien ebenfalls im Werden.

Als Wünsche für die Zukunft nannte Golder die Sanierung der Kulturhalle, für die in ihrer Amtszeit stets das Geld fehlte, den Ausbau des Hainbergsee als Naherholungsgebiet der Stadt und die weitere touristische Entwicklung des Haselbacher Sees. Auf ihrer Wunschliste steht zudem ein Gehwegkonzept für barrierefreies Fortkommen.

Und dann hob Golder doch noch den Zeigefinger: „Den politischen Verantwortungsträgern der Stadt Meuselwitz wünsche ich von ganzem Herzen, dass sie wieder zu einer Kultur der Vernunft und des gegenseitigen Respekts zurückkehren. Die Sacharbeit zum Wohle aller Bürger und zum Wohle der Stadt sollte wieder in der Vordergrund rücken.“

Von Marlies Neumann

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