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Meuselwitzer CDU verzeichnet weitere Austritte

Krisenstimmung Meuselwitzer CDU verzeichnet weitere Austritte

Die Krise in der Meuselwitz CDU scheint kein Ende zu nehmen. Innerhalb weniger Wochen haben in Meuselwitz vier langjährige CDU-Mitglieder ihren Austritt aus der Partei erklärt. Nach der ehemaligen Ortsvorsitzenden Antje Ulich, die vor zwei Wochen mit ihrem Austritt einem Parteiausschluss zuvor kam, haben nun auch CDU-Urgestein Thomas Wyraz und Martin Kühn der Partei den Rücken gekehrt.

Thomas Wyraz (li.) saß viele Jahre im Stadtrat. Martin Kühn ist ein streitbarer Zeitgenosse.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Mit CDU-Urgestein Thomas Wyraz und Martin Kühn haben an den vergangenen beiden Tagen zwei weitere Mitglieder ihren  Austritt aus der Partei erklärt. Die Krise bei den Meuselwitzer Christdemokraten dauert schon mehrere Jahre an und scheint kein Ende zu nehmen. Für den Wahlkampf, in dem sich der Ortsverbandsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Fred Reichel gerade befindet, sind diese neuerlichen Parteiaustritt nicht förderlich. Doch den Austritten von Wyraz und Kühn waren in den vergangenen Wochen bereits zwei andere vorausgegangen, die ebenfalls aufhorchen ließen.

Denn noch vor der Nominierungsveranstaltung von Reichel zum Bürgermeisterkandidaten hatte Hubert Blawatt sein Parteibuch hingeworfen, und die ehemalige Ortsvorsitzende der CDU, Antje UIich, war vor zwei Wochen mit ihrem Austritt einem Parteiausschluss zuvor gekommen (die OVZ berichtete). Durch die Fusion der Meuselwitzer CDU mit der Ortsgruppe aus Starkenberg hat der Ortsverband nach dem neuerlichen Aderlass noch 25 Mitglieder. Fünf kommen aus Starkenberg.

Dass Wyraz und Kühn, die beide viele Jahre mit einem CDU-Mandat  im Stadtrat saßen, der Partei den Rücken kehren, kommt nicht völlig überraschend. Den Schritt hatte Kühn schon zur Nominierungsveranstaltung angekündigt, bei der er mit Reichel hart ins Gericht gegangen war. Schon da hatte er gesagt, dass es Reichel im Wahlkampf schwer haben werde.

Kühn gehört ebenso wie Wyraz zu denen, die in Klaus-Peter Liefländer,  Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft Wintersdorf (UWW), der als Einzelkandidat zur Bürgermeisterwahl antritt, einen geeigneten gemeinsamen Bewerber für das Bürgermeisteramt in der Schnauderstadt sehen. Dies hatte Kühn auch unverhohlen kundgetan.

„Meinen Austritt aus der CDU habe ich mir reiflich überlegt. Es  war kein spontaner Schritt“, sagte Wyraz, der seit 20 Jahren der Partei angehörte, am Donnerstag auf Nachfrage.  Seine Entscheidung sei nach und nach gereift. Es habe bei den Meuselwitzer Christdemokarten immer wieder Dinge gegeben, die ihm gegen den Strich gingen. Als ein Beispiele nannte er die Nominierungsveranstaltung  zur Stadtratswahl 2014, bei der Kandidaten regelrecht vorgeführt worden waren.

Ein ernstes Problem hatte Wyraz auch damit, dass CDU-Mitglieder die Ex-Bürgermeisterin Barbara Golder in den Himmel hoben. Kein Verständnis konnte er außerdem für die Zerstrittenheit in der CDU-Fraktion aufbringen. „Es wird nicht über Probleme geredet, sondern sie werden totgeschwiegen“, kritisierte er. „Und von Demokratie, die ja in CDU enthalten ist, war in der Partei nicht viel zu spüren.“ Sein Entschluss, aus der CDU austreten, habe mit der Nominierung Reichels zum Bürgermeisterkandidaten bereits festgestanden.

Den letzten Anstoß habe ihm dann die Einladung zur Mitgliederversammlung, zu der Ex-Bürgermeister Johannes Matuszewskii eingeladen ist, gegeben. Diese Einladung sei auch für ihn  der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, erklärte Martin Kühn. Die Meuselwitzer CDU wisse nicht mehr, wie sie an die Bürger herankomme und habe den Sinn für die Realität verloren,  meinte er weiter. Seiner Auffassung nach fehle dem Vorstand der Kontakt zu Basis.

Marlies Neumann

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