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Meuselwitzer Elektronikhersteller Bluechip fertigt weniger Computer

Jahresbilanz Meuselwitzer Elektronikhersteller Bluechip fertigt weniger Computer

Der Ostthüringer Hersteller von Computern hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 149 Millionen Euro erzielt. Auf Vorjahresniveau bewegte sich mit 1,3 Millionen Euro der erzielte Gewinn. Und das, obwohl weniger Geräte produziert wurden. Die Fertigung des Meuselwitzer Unternehmens verließen 85.399 Computer, Laptops und Tablets. Das sind 10.000 Stück weniger als im Jahr zuvor.

Ein Tablet-PC aus der Fertigung des Bluechip AG.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Den bisher größten Auftrag seiner Firmengeschichte konnte Bluechip im zurückliegenden Geschäftsjahr an Land ziehen. Ein öffentlicher Auftraggeber bestellte auf einen Schlag 5800 PC. „Ein ähnlich großer Auftrag steht in den nächsten Tagen ins Haus“, informierte Hubert Wolf, Vorstandsvorsitzender der Bluechip Computer AG Meuselwitz.

Bluechip erwirtschaftete vom Juni 2014 bis Ende Mai 2015, also der Zeitspanne des zurückliegenden Geschäftsjahres, einen Umsatz von 149 Millionen Euro und damit zehn Millionen weniger als in den zwölf Monaten zuvor. Mit 1,3 Millionen Euro lag der Gewinn aber auf dem Vorjahresniveau. „Betrachtet man den angespannten Markt, war das für uns ein gutes bis sehr gutes Jahr“, bilanzierte jetzt der Firmenchef.

Deutlich zu spüren bekam der Ostthüringer Computerhersteller die schwierige Marktsituation vor allem beim Verkauf von gebrauchten Computern und Einsteigermodellen. Ursache dafür ist laut Wolf die Ankündigung von Microsoft im September 2014 gewesen, das neue Betriebssystem Windows 10 kostenfrei an Inhaber bestehender Lizenzen auszugeben. „Viele haben sich deshalb mit Neuanschaffungen zurückgehalten und wollten das Programm zunächst auf ihrer vorhandenen Technik ausprobieren. Das hat für uns vor allem das Mittelstandsgeschäft zäh werden lassen“, erklärte der Bluchip-Chef. Rückläufig sei im vergangenen Geschäftsjahr auch der Absatz bei Einstiegsrechnern gewesen. „Die Leute kaufen dafür Rechner mit besserer Ausstattung, die preisintensiver sind. Dieser Trend kam jedoch erst im Frühjahr zum Tragen“, so Wolf.

Gefertigt wurden in Meuselwitz 85.399 Computer, Laptops und Tablets – 10.000 Stück weniger als im Geschäftsjahr zuvor. Darüber hinaus verkauft Bluechip rund 40.000 Marken-Notebooks sowie Gebrauchtgeräte. Der Rückgang des Absatzes haben dazu geführt, dass 14 Mitarbeiter in der Produktion entlassen werden mussten. „In gleicher Größenordnung haben wir Neueinstellungen im Vertriebsbereich vorgenommen“, so Wolf. Derzeit gibt es in Meuselwitz 259 Mitarbeiter, in den Tochterfirmen, die sich ausschließlich dem Onlinevertrieb widmen, sind 60 Leute beschäftigt.

Neben der Endkundentochter one.de hat Bluechip im Frühjahr einen weiteren Anbieter gekauft. Von einer insolventen Firma wurde das Kerngeschäft, die Plattform drucker.de erworben. „Die Mitarbeiter, die wir übernommen haben, wissen, wie bei Amazon, Ebay und auf der eigenen Internetseite profitabel verkauft wird“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

„Es ist uns 2014/15 auch gelungen, unsere Eigenkapitalquote auf 27,5 Prozent zu erhöhen. Wenn eine Durststrecke käme, könnten wir die besser überstehen“, erläuterte der Firmenchef im Bilanzgespräch.

Trotz des gesunkenen Umsatzes hat die Meuselwitzer Firma Geld in die Hand genommen, um zu investieren. Für 250.000 Euro ist für einen Vertriebsbereich durch Umbauarbeiten ein Großraumbüro entstanden, mit dem die Mitarbeiter laut Wolf zufrieden sind. „Ein Neubau, der die Alternative gewesen wäre, hätte uns das Doppelte gekostet.“ Außerdem zahle Bluechip 76 Mitarbeitern, die noch keinen Mindestlohn hatten, seit 1. November 2014 das entsprechende Gehalt. Dadurch seien die Personalkosten um 250.000 Euro gestiegen. „Vor vier Jahren hätten wir uns das nicht leisten können“, machte Wolf deutlich.

Im laufenden Geschäftsjahr will der Computerhersteller seinen Umsatz auf 178 Millionen Euro steigern, der Gewinn soll wiederum 1,3 Millionen Euro betragen. Ein ganz großes Investvorhaben wird es im laufenden Geschäftsjahr nicht geben. Wolf: „Wir investieren aber permanent in die Optimierung aller Prozesse. Zudem haben wird geplant, Rechnungen nur noch per E-Post zu verschicken und den Smart-Home-Bereich auszubauen, also Angebote für die vernetzte Heimumgebung.“

Gut stünden außerdem die Chancen, dass der größte Anbieter von Gebrauchtcomputern diese künftig an der Schnauder aufbereiten lässt. „Wenn wir Glück haben, bekommen wir in den nächsten Tagen erneut einen Auftrag für mehr als 5000 Computer“, zeigte sich Wolf optimistisch und verwies darauf, dass im Frühjahr 2016 bei Porsche ein Händlertag geplant ist.

Von Marlies Neumann

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