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Altenburg Meuselwitzer Eltern machen ihrem Ärger vor Politikern Luft
Region Altenburg Meuselwitzer Eltern machen ihrem Ärger vor Politikern Luft
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17:38 05.12.2018
Viel Zuspruch fand der Informationsabend am Meuselwitzer Gymnasium. Quelle: Bastian Fischer
Meuselwitz

Damit dürften selbst die Organisatoren nicht unbedingt gerechnet haben: Gleich mehrere dutzend Gäste waren der Einladung von Schülern, Eltern und Lehrern des Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums gefolgt, um sich am Dienstagabend vor Ort über die Situation der Schule zu informieren.

Viele Gäste, drastische Worte

Neben Bürgermeister Udo Pick (BfM) und zahlreichen Stadträten waren auch Vize-Landrat Matthias Bergmann und zwei Referatsleiter aus dem Thüringer Kultus- und dem Infrastrukturministerium vor Ort. Daneben hatten sich auch die beiden Ex-Stadtchefs Michael Wolf (Altenburg, SPD) und Barbara Golder (Meuselwitz, CDU) sowie Ex-Landrätin Michaele Sojka (Linke) unters Publikum gemischt.

Ihnen allen wolle man vor Augen führen, „unter welchen Bedingungen die Kinder hier lernen und mit welcher Mensa sie dann belohnt werden“, wandte sich Elternsprecherin Claudia Galow mit drastischen, aber deutlichen Worten ans Publikum. Es sei nicht tragbar, dass Eltern um eine Renovierung der Gebäude betteln müssten.

„Ist dem Schulträger egal, was hier passiert? Sind wir für die Politik nur wichtig, wenn Wahlen anstehen?“, fragte Galow in Richtung der Verantwortlichen, ehe sie die insgesamt 1754 gesammelten Unterschriften für die geforderten Sanierungsarbeiten – nach trockenem Hinweis von Bildungs-Fachbereichsleiter Bernd Wenzlau – an Vize-Landrat Bergmann überreichte.

Eltern: Gut, dass Zustände öffentlich werden

In der Folge konnten sich die Besucher beim Rundgang durch die Gebäude selbst ein Bild von den angemahnten Missständen machen und einen Blick in die renovierungsbedürftigen Essensräume und Toiletten des Mehrzweckgebäudes, die Klassenräume in Haus 1 und die Umkleidekabinen der nahen Turnhalle werfen. Es sei gut, dass die Zustände nun öffentlich würden, zeigte sich Katja Schwich zufrieden, deren Sohn die 9. Klasse in Meuselwitz besucht.

Es gelte nun, trotz der drängenden Sanierungsforderung, interessierten Eltern die nach wie vor vorhandenen Vorzüge des Gymnasiums deutlich zu machen. „Das Vertrauensverhältnis zu den Lehrern ist optimal, selbst ohne Oberstufe ließe es sich hier sechs Jahre gut lernen“, konnte sie berichten.

Wenzlau: Missverständliche Informationen im Umlauf

An diesem Punkt entzündete sich im Anschluss Kritik von Fachbereichsleiter Wenzlau. In Bezug auf das kolportierte Aus der Stufen 11 und 12 seien missverständliche Informationen in Umlauf. „Bereits 2015 wurde im Zuge der erweiterten Schulkonferenz informiert, dass es im Zuge der Schulnetzplanung 2019 zu Änderungen kommen könnte – allerdings nicht, welcher Art“, wandte er sich an die teils aufgebrachten Eltern. Fakt sei jedoch auch, dass der Kreis keine vier staatlichen Gymnasien mehr bedienen könne.

Vor diesem Hintergrund gelte es nun, mögliche Kooperationen auszuloten. „Das muss sich entwickeln und finden, es braucht hier eine längerfristige Lösung“, mahnte er. Prognosen gingen in zehn Jahren von weniger als 300 Schülern aus, da müsse man sich Gedanken machen. Auch gemeinsame Kursangebote in Meuselwitz und Altenburg seien denkbar. „Das müssen aber die Schulen klären und nicht der Träger“, gab er den Ball an die Schulleitung weiter.

Dialog soll nicht abreißen

Eventuellen Kooperationen wolle man sich nicht gänzlich verschließen, versicherte daraufhin die stellvertretende Schulleiterin Monika Fuchs in Richtung Wenzlau. „Wir möchten aber auch unseren Standort attraktiv halten“, betonte sie mit Blick auf Gebäudezustand und Kursangebot. Das gemeinsame Arbeiten an Lösungen betonte auch Anja Maruschky, Referatsleiterin Schul- und Städtebauförderung im Infrastrukturministerium. „Die Landesregierung hat sich auf den Weg begeben, Probleme zu beheben. Wir müssen jetzt gemeinsam Lösungen suchen und nicht nur an einer Option festhalten.“

Wirklich konkret wurde es indes nie. Zu möglichem Schülerpotenzial im nahen Sachsen-Anhalt, zu perspektivisch wieder steigenden Schülerzahlen durch nachrückende, starke Kita-Jahrgänge, zur Vermutung, dass der Abzug der Oberstufe – auch wegen angeblich bereits laufender Gespräch mit der SWG zum Bürgertreff als neuer Mensa – die favorisierte Option sei – die Aussagen blieben vage.

Von Bastian Fischer

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