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Meuselwitzer Feuerwehr rettet 99-Jährige

Meuselwitzer Feuerwehr rettet 99-Jährige

Mindestens zwei Schutzengel hatten am späten Sonntagnachmittag die teilweise hochbetagten Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Fabrikstraße 1 im Meuselwitzer Ortsteil Wintersdorf.

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Am Montag wurde erst richtig sichtbar, mit welcher Gewalt das Feuer sich in das altersgerecht Wohnhaus in Wintersdorf gefressen hat.

Quelle: Mario Jahn

Wintersdorf. Konkret heißen die Hanjo Schwarzenberger und René Pleißner. Fast zeitgleich bemerkten die jungen Männer kurz vor 18 Uhr, wie dichte Qualmschwaden aus dem Fenster einer Küche im ersten Stock drangen. Beide handelten schnell: Sie schlugen in dem Haus mit altersgerechten Wohnungen Alarm und warnten alle anwesenden Bewohner. Und sie brachten auch die ebenso betagte Bewohnerin der Brandwohnung im Freien in Sicherheit. "Sie wollte immer wieder in ihre Wohnung, um zu löschen", schilderte Schwarzenberger. Sie kam kurze Zeit später mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

 

Gleichzeitig ging der Alarm an die Wintersdorfer und die Meuselwitzer Feuerwehr. "Als wir wenige Minuten später mit 23 Kameraden vor Ort waren, schlugen die Flammen bereits aus dem Küchenfenster, hatten die Dämmung der Außenfassade erfasst und drohten, auf den Dachstuhl überzugreifen", so Stadtbrandmeister Martin Kühn. "Ein paar Minuten später hätte auch der gebrannt."

 

Während die Löscharbeiten anliefen, drangen zwei Rettungstrupps mit schwerem Atemschutz in das Gebäudeinnere vor, um noch nach Bewohnern zu suchen. Und tatsächlich: In einer Wohnung im ersten Stock, nur wenige Meter neben dem Brandherd, hielt sich noch eine Bewohnerin auf. "Sie hatte nicht auf das Klingeln und Klopfen reagiert, weil sie von Familienangehörigen instruiert worden war, keinem Fremden zu öffnen", so Kühn. Feuerwehr und Polizei holten die 99-Jährige, die im September 100 Jahre alt wird, aus der Wohnung. Sie blieb unversehrt, wurde aber vorsorglich wegen ihres Alters und der Aufregung ins Klinikum gebracht.

 

Derweil löschten die Feuerwehrleute den Brand mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. "Mit drei Strahlrohren konnte das Übergreifen auf den Dachstuhl sowie eine weitere Ausbreitung verhindert werden", so Martin Kühn. "Gegen 20.30 Uhr konnten wir den Einsatz beenden. Alle Kameraden haben eine sehr gute Arbeit abgeliefert."

 

Kurz nach dem Ausbruch des Brandes war Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann am Ort des Unglücks. "Geht bei uns in der Nähe die Sirene, rufe ich immer in der Leitstelle Gera an und frage nach, ob Wintersdorf direkt betroffen ist", so Reimann. Am Sonntag sei dies der Fall gewesen, und es habe ja wirklich schlimm gebrannt. Da aufgrund der Ausdehnung und vor allem wegen des Qualmes die Wohnungen in der ehemaligen Zigarrenfabrik vorerst nicht nutzbar sind, mussten die Bewohner anderweitig untergebracht werden.

 

"Auf dem Dorf funktioniert das noch immer gut", sagte gestern Reimann, der umgehend per Telefon die zumeist auch in Wintersdorf lebenden Familien der Bewohner kontaktierte und dort für Unterkünfte sorgte. Alles in allem ist Reimann trotz des hohen Brandschadens über den doch recht glimpflichen Ausgang froh. "Dank des umsichtigen Handelns der Ersthelfer und dem routinierten Arbeiten der Feuerwehr."

 

"Brandursache und genaue Schadenhöhe stehen noch nicht fest, weil unsere Ursachenermittler erst Dienstag loslegen können", sagte gestern Marleen Wedel, Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera.

Jörg Wolf

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