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Meuselwitzer Firmenchef Herbert Werner scheidet nach 45 Jahren aus

Guss Meuselwitzer Firmenchef Herbert Werner scheidet nach 45 Jahren aus

Nach fast 45 Jahren in der Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH ist Geschäftsführer und Miteigentümer Herbert Werner mit großem Bahnhof in den Ruhestand verabschiedet worden. Für den 72-Jährigen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, denn er wird weiterhin als Berater für die Dihag Group, deren Tochtergesellschaft die Meuselwitz Guss ist, tätig sein.

Stabwechsel: Herbert Werner (l.) übergibt die Leitung der Guss an Olaf Wiertz.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Mit einer Träne im Knopfloch nahm Herbert Werner, langjähriger Geschäftsführer der Meuselwitz Guss Eisengießerei, am Freitag im wahrsten Sinne des Wortes seinen Hut. Von 1971 bis heute hat der inzwischen 72-Jährige die Entwicklung des Unternehmens miterlebt und fast ein Vierteljahrhundert nachhaltig mitbestimmt.

Daran erinnerten in der Großputzhalle der Gießerei bei seiner rustikalen Verabschiedung in den Ruhestand mehrere seiner Weggefährten und Branchenvertreter. Rund 350 Gäste waren gekommenen, um Herbert Werner für sein Lebenswerk zu danken und ihn in den Ruhe- und Beraterstand zu verabschieden.

Neben Berufskollegen, Politikern, Kunden, Lieferanten und zahlreichen Mitarbeitern war auch Igor Droretskyy, Gesellschafter der Dihag Group, extra aus der Schweiz eingeflogen, um Werner persönlich Lebewohl zu sagen. Seinen Überredungskünsten ist es zu danken, dass Werner weiterhin für die Gießereibranche zur Verfügung steht – nun als Berater. „Herbert ist mein Freund, Partner und mein Vorbild“, sagte der Ukrainer in gebrochenem Deutsch. Um Werner zu beschreiben bräuchte er das ganze Alphabet, meinte er. Doch er beließ es bei „aufrichtig“ und „zuverlässig“. Mit einer Flasche Cognac, die so alt wie Werner ist, gab es schließlich noch einen guten Topfen für ruhig Stunden.

Davon hatte Werner zumindest in den letzten 25 Jahren sehr wenige. Dennoch hat er „kaum Falten, keine grauen Haare und nicht den Ansatz eines Bierbauches“, bemerkte Mario Mackowiak, Vorsitzender des Landesverbandes Ost im Bundesverband Deutscher Gießereien. Dem hatte Werner noch bis vor zwei Jahren selbst vorgestanden. Mackowiak betonte, dass unter der Führung von Werner 535 000 Tonnen Guss produziert wurden. Seit der Wende seien rund 65 Millionen Euro in die Entwicklung und Erweiterung des Unternehmens geflossen. „Du warst auf der Piste in Österreich der einzige Skifahrer, der das Telefon zwischen Helm und Ohr klemmen hatte, um immer informiert zu sein. Leg’ das Telefon jetzt zur Seite und genieße die Sonne“, so Mackowiak, der eine Gartenbank als Geschenk mitbrachte. Die wird im Garten von Werner, der mit seiner Frau im Luckaer Ortsteil Breitenhain lebt, sicher einen geeigneten Platz finden.

Stellvertretend für die 335 Mitarbeiter der Gießerei verwies Prokurist Jörg Richter darauf, dass der Geschäftsführer das Unternehmen durch Höhen und Tiefen geführt habe. Werner habe nach der Wende einen von vielen als chancenloses Unternehmen bewerteten Betrieb übernommen und ihn mit seiner Unnachgiebigkeit dahin gebracht, wo er heute ist. Damit ihr Chef die Gießerei nicht zu sehr vermisst, gab es zur Erinnerung einen Kupferstich vom Betriebsgelände.

Werner dankte den Mitarbeitern, dass sie seine neuen und ihre eigenen Ideen umgesetzt hätten. Auch das habe dazu beigetragen, dass die Meuselwitz Guss heute der ostdeutsche Marktführer bei Großguss sei und zu den Top Ten der europäischen Großgießereien gehöre.

Für seinen Unternehmergeist und seinen Weitblick zeichnet Wolfram Schlegel den scheidenden Gusschef im Auftrag von Landrätin Michaele Sojka (Linke) mit der „Medaille für besondere Verdienste des Altenburger Landes“ aus.

Wer Werner kennt, der weißt, dass er die Firmenspitze nicht verlassen würde, wenn seine Nachfolge nicht geregelt wäre. Symbolisch übergab er deshalb dem neuen Geschäftsführer Olaf Wiertz einen Staffelstab.

Von Marlies Neumann

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