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Altenburg Meuselwitzer Grundschule klagt weiterhin über Lehrermangel
Region Altenburg Meuselwitzer Grundschule klagt weiterhin über Lehrermangel
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00:31 14.11.2015
Schulleiterin Dagmar Diewald vor den Schulgebäude, das im Bauhausstil errichtet wurde. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Meuselwitz Krankheiten von Lehrern sorgen an vielen Schulen im Landkreis Altenburger Land immer wieder für kurzzeitige Engpässe beim Personal. Davon war die Grundschule Meuselwitz im vergangen Schuljahr gleich über mehrere Wochen betroffen. Mit dem Zusammenlegen von Klassen und der Reaktvierung einer Ruheständlerin ließ sich das Problem einigermaßen in den Griff bekommen (die OVZ berichtete). Doch das neue Schuljahr begann gleich mit einem neuen Personalnotstand, der nach wie vor andauert und den Schulalltag belastet.

Eine Kollegin, die ein Baby erwartet, fällt bereits während der gesamten Schwangerschaft aus. „Da sich das nicht so einfach kompensieren lässt, habe ich alles Mögliche versucht, eine Lösung zu finden“, berichtet Schulleiterin Dagmar Diewald. Doch weder Telefonate mit allen Grundschulleitern noch der Hilferuf in Richtung Schulamt hätten eine längerfristige Entlastung gebracht. „Zwar hat das Schulamt stundenweise einen Regelschullehrer zur Unterstützung geschickt, das Problem war damit aber nicht geklärt. Selbst an Landrätin Michaele Sojka habe ich mich gewandt. Gebracht hat auch das nichts“, erläutert die Schulchefin.

Deshalb übernahm Diewald schließlich selbst die erste Klasse, die zu Schuljahresbeginn ohne Lehrerin da stand. Das sei die vernünftigste Lösung für die Schulanfänger gewesen, meint sie. Denn auch aus dem im März von Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) bei einem Besuch in der Meuselwitzer Schule angekündigten Aufbau einer Lehrerreserve scheint bisher nichts geworden zu sein.

Verschärft hatte sich die Situation an der zweitgrößten Grundschule des Landkreises durch die Krankheit einer weiteren Lehrerin. Obwohl alle Kolleginnen zu Mehrarbeit bereit seien, musste der Sportunterricht zum Teil ausfallen, erläutert Diewald. Denn die Schulleiterin unterrichtet eigentlich in mehreren Klassen Sport, den sie nach eigener Aussage auch nicht abgegeben hat. Die Verwaltungsarbeit, die sie als Schulleiterin zu bewältigen habe, könne aber nur durch Mehrarbeit, die sowohl sie selbst als auch ihre Stellvertreterin leisten, bewältigt werden.

Die Meuselwitzer Schulleiterin weiß um die dünne Personaldecke in den anderen Grundschulen des Landkreises, in den nächsten Monaten sei von dort nicht mit Hilfe zu rechnen, glaubt sie. Und von den in Thüringen neu eingestellten 180 Lehrern hat keiner den Weg nach Meuselwitz gefunden. „Bei der Infrastruktur, die sie hier vorfinden, will wohl auch in Zukunft kaum einer hier her“, argwöhnt Dagmar Diewald.

Sie fand allerdings eine Meuselwitzerin, die Lehramt studiert hat und auch gern an der Schule arbeiten würde. „Die junge Frau ist allerdings als Regelschullehrerin ausgebildet. Doch sie würde gern bei uns anfangen und war bereits zu einem mehrwöchigen Praktikum hier. Wenn das Schulamt, das ich darüber informiert habe, in der Sache positiv entscheidet, könnte sich die Situation im zweiten Halbjahr entspannen“, hofft die engagierte Schulleiterin. Sollte es keine neuen Lehrer für ihre Schule geben, würde sie ihre erste Klasse dann bis um Schuljahresende weiterführen. Das wäre aus pädagogischer Sicht für die Schüler die beste Lösung.

Von Marlies Neumann

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