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Altenburg Meuselwitzer Gymnasium bleibt erhalten
Region Altenburg Meuselwitzer Gymnasium bleibt erhalten
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00:31 31.10.2015
Meuselwitzer Gymnasiasten demonstrieren vor dem Landratsamt in Altenburg gegen die Schließung ihrer Schule.  Quelle: Foto: Jana Hirsch
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Altenburg/Meuselwitz

 Mit Transparenten sorgten Dienstag rund 50 Schüler und Lehrer des Seckendorff-Gymnasiums aus Meuselwitz sowie Eltern für Aufsehen vor dem Landratsamt. Sie wollten damit auf ihre Sorgen und Verunsicherungen aufmerksam machen, für die Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor Wochen mit ihren Äußerungen zum Fortbestand des Gymnasiums in der Schnauderstadt gesorgt hatte. Um mit ihnen zu reden, hatte die Kreischefin sie in ihr Amtsgebäude eingeladen. Die für diesen Abend zum gleichen Thema geplante Schulkonferenz war verschoben worden. Mit den Botschaften auf den Plakaten taten die Schüler ihre Meinung kund: „Nein zur Schulschließung“, „Wir fordern ein Gymnasium von der 5. bis zur 12. Klasse“ und„Was ist Meuselwitz ohne Gymnasium“ war da zu lesen. Darüber hinaus hat sich in der gesamten Nordregion eine breite Front für den Fortbestand des kompletten Gymnasium gebildet. Davon zeugten die 3285 Unterschriften, die Schulelternsprecherin Karola Löser der Kreischefin übergab.

Nach anfänglichen diplomatischen Verwicklungen, wer an der Gesprächsrunde im Ratssaal teilnehmen solle, saßen schließlich rund 30 Leute im Raum. Hier entbrannte eine emotionale und zeitweise laute Debatte um Schülerzahlen, Kursgrößen, Investitionsstau vor allem im Haus 1 des Gymnasiums und nicht zuletzt um die Vorteile einer Schule, deren Schüler sich in ihr wohlfühlen.

Auf wenig Verständnis bei Eltern und Schüler stießen die Äußerungen Sojkas zu rückläufigen Schülerzahlen, die sie immer wieder als Argument bemühte. Dem widersprach nicht nur Klaus-Peter Liefländer, der sich sowohl als Meuselwitzer Stadtrat, Kreistagsmitglied und Bürgermeisterkandidat in die Debatte einbrachte. „Ab 2016 liegen diese Zahlen bei über 450, und auch 2024 sind es noch weit mehr als 400 Schüler, die das Meuselwitzer Gymnasium besuchen könnten. Deshalb halte ich die Äußerungen der Landrätin, die zur Verunsicherung von Lehrern, Schülern und Eltern führen, nicht für richtig. So kann man einen Schulstandort auch tot machen“, erklärte er. Dem pflichteten mehrere Eltern bei, die die Befürchtung äußerten, dass manche Familien wegen der ohne Not erzeugten Standortdebatte ihre Kinder künftig gleich an anderen Gymnasien anmelden.

Sojka wies die Kritik zurück und betonte, dass sie bei vier staatlichen Gymnasien Prioritäten setzen müsse. Das betreffe vor allem die Investitionen. Deshalb müsse frühzeitig über die neue Schulnetzplanung, die 2018 ansteht, diskutiert werden. „Diskussionen zum Schulstandort Meuselwitz gibt es bereits seit Jahren. Eine Schließung kommt aber nicht infrage. Die Altenburger Schulen hätten gar nicht die Kapazität, die Schüler aus Meuselwitz aufzunehmen. Der Schulstandort als solches ist also nicht in Gefahr“, warf Wolfgang Kopplin, Fachdienstleiter Schulverwaltung, in die immer hitziger werde Debatte.

Die von Sojka zur Diskussion gestellte Auslagerung der Klassen 11 und 12 rief vor allem die Schüler auf den Plan. Sie halten einen Schulwechsel zu diesem Zeitpunkt für völlig unangebracht und hegen Befürchtungen, dass manche dann vielleicht ganz aufs Abi verzichten.

Fred Reichel, der bislang zweite Meuselwitzer Bürgermeisterkandidat, nutzte den Abend ebenfalls, um seine Position zu verdeutlichen: „Es ist eine politische Entscheidung, ob wir Bildung vom Geld abhängig machen.“ Wie Elternvertreterin Jana Hirsch kamen auch andere zu der Schlussfolgerung: „Es ging nicht um die Schüler, sondern nur ums Geld.“ Sojka riet den Meuselwitzern schließlich noch, dass die Schule ein Konzept entwickeln sollte und die Gymnasien untereinander eine Spezialisierung auf dem Weg bringen sollten.

Von Marlies Neumann

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