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Meuselwitzer Herkules will trotz Asien-Krise noch stärker werden

Maschinenfabrik Herkules Meuselwitzer Herkules will trotz Asien-Krise noch stärker werden

Auf ein durchwachsenes Jahr 2015 blickt Maximilian Thomas, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Herkules, zurück. Der Wachstumsrückgang auf dem asiatischen Markt hat dem Meuselwitzer Unternehmen einen Dämpfer verpasst. Dennoch investierte das Unternehmen mehrere Hunderttausend Euro in eine neue Produktionshalle und deren technische Ausstattung.

Kranführerin Angelika Hecht und Ronny Hittig richten ein Maschinenbett an einer Bearbeitungsmaschine ein
 

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz.  In der Maschinenfabrik Herkules Meuselwitz blickt Geschäftsführer Maximilian Thoma auf ein durchwachsenes Jahr 2015 zurück. Auf der einen Seite hat der Wachstumsrückgang im asiatischen Markt der Bilanz für 2015 einen Dämpfer verpasst. Die Umsätze basieren laut Geschäftsführer Thoma hauptsächlich auf großen Werkzeugmaschinen, die für Kunden in der ganzen Welt gebaut werden. Auf der anderen Seite erfolgte bei dem nach eigenen Angaben weltweit führenden Hersteller von Großwerkzeugmaschinen für die Bereiche Schleifen und Drehen eine größere Investition in eine neue Produktionshalle und deren technische Ausstattung.

Nach den Gründen für die derzeit schwierige Situation im Großwerkzeugmaschinenbau gefragt, nennt der Geschäftsführer Stagnation und Einbrüche auf dem asiatischen und insbesondere chinesischen Markt. „Das Embargo gegen Russland und der schwache Rubel werden sich erst in diesem Jahr richtig auswirken“, prognostiziert der 32-Jährige, der im Oktober 2015 die Geschäftsleitung des Meuselwitzer Betriebes übernahm, der seit 1992 zur HerkulesGroup gehört.

Im letzten Jahr erfolgten daher strategische Investitionen. Die neue, voll klimatisierte Halle, die seit Ende 2015 genutzt wird, bietet mit der verfügbaren 100-Tonnen-Krantragkraft beste und hochmoderne Voraussetzungen für die Herstellung von patentierten Maschinenbetten für Walzenbearbeitungsmaschinen. Bisher fand die Produktion der Betonkomponenten in einer unternehmenseigenen Produktionsstätte am Ortsrand von Meuselwitz statt.

„Derzeit laufen Umstrukturierungen in allen deutschen Betrieben der HerkulesGroup“, sagt Maximilian Thoma. Aus den Veränderungen, für die Investitionen von mehreren Millionen Euro geplant sind, werde der Meuselwitzer Betrieb gestärkt hervorgehen. „Das Personal soll aufgestockt und die Produktion erweitert werden. Dazu ist vorgesehen, den alten Maschinenpark zu verjüngen“, nennt er einige Vorhaben. Abgeschlossen sein soll die Umstrukturierung bereits innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, spätestens aber bis zum Jahre 2020.

Eine Auswirkung der Geschäftsentwicklung war im zurückliegenden Jahr vor allem die Kurzarbeit. Diese zog sich für einen Teil der 240 Mitarbeiter fast über das ganze Jahr. „Wir sind auch mit Kurzarbeit ins neue Jahr gestartet. Ich denke aber, dass dies im zweiten Quartal nicht mehr nötig sein wird“, so der Geschäftsführer.

Bis zu 90 Prozent aller Produkte, die die Meuselwitzer Maschinenbauer fertigen, gehen in den Export. Vor allem China, die USA, Iran, Russland, die EU sowie Indien und Südamerika kaufen bei Herkules. „Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten blicken wir derzeit auch auf Afrika“, so Thoma.

Großes Augenmerk wird bei Herkules Meuselwitz seit Jahren auf eigene Neuentwicklungen gelegt. Gegenwärtig baut das Unternehmen eine spezielle Werkzeugmaschine für die Türkei. Im ersten Quartal wird diese zur Auslieferung fertig sein.

Um den hohen Qualitätsansprüchen der Werkzeugmaschinen, die sich das Unternehmen selbst stellt, gerecht zu werden, kämen die Guss- und Stahlteile für die großen Maschinen überwiegend aus Deutschland. „Viele unserer Gussteile kommen von unserem Nachbarunternehmen, der Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH“, betont Thoma.

Weil das Unternehmen im Meuselwitzer Industriepark Nord seit der Integration in die HerkulesGroup den Anspruch hat, seinen fachlichen Nachwuchs selbst auszubilden, kann sich Thoma nach eigenen Worten auf eine gute junge Truppe im Alter von 30 bis 40 Jahren verlassen. „Wir wollen allerdings auch auf die älteren Kollegen mit ihrem reichen Erfahrungsschatz, den sie weitergeben, nicht verzichten“, macht er deutlich.

Wie auch in anderen Branchen, ist es für die Maschinenbauer schwer, gute neue Lehrlinge zu finden. Deshalb ist in den nächsten Wochen ein sehr individueller Ausbildungstag im Unternehmen geplant, bei dem die Schüler die Tätigkeiten in den einzelnen Bereichen kennenlernen können, kündigt der Geschäftsführer an. Derzeit bildet Herkules 22 junge Leute in fünf verschiedenen Berufen aus.

Von Marlies Neumann

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