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Altenburg Meuselwitzer Kohlebahner ächzen unter Vandalismus-Attacken
Region Altenburg Meuselwitzer Kohlebahner ächzen unter Vandalismus-Attacken
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17:25 01.03.2017
Am zurückliegenden Wochenende wurden gleich mehrere im Freien abgestellte Waggons beschmiert. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Ein etwas mulmiges Gefühl ist schon immer dabei, wenn Joachim Döhler und die Mitstreiter vom Verein Kohlebahnen an Montagen wieder auf das Betriebsgelände des Meuselwitzer Kulturbahnhofes kommen. „Man weiß ja nie, ob wieder Vandalen und Diebe zugeschlagen und eine Spur der Zerstörung und Beschädigung an Gebäuden und Technik hinterlassen haben“, so der 63-jährige Vereinsvize.

Diesen Montag haben sich diese Befürchtungen wieder einmal bestätigt. „Zwischen Donnerstagabend und Montagfrüh haben die hier wieder gehaust“, so Döhler entrüstet: Ein Container mit Requisiten der Theatergruppe „Outlaws“, die unter anderem bei den Westentagen unterhalten, wurde beschmiert und aufgebrochen. Requisiten wurden aus dem Container herausgeholt und wild in der Landschaft umhergeworfen. Die Glasscheiben von Fahrtrichtungsanzeiger und Bahnhofsuhr waren eingeschlagen und zudem Gebäude sowie Waggons mit Graffiti beschmiert. Auf mehrere tausend Euro beziffert der Vereinsvize die neuerlich entstandenen Schäden, die der Verein selber tragen muss.

Umgehend wurde Anzeige bei der Polizei erstattet, die die Schäden akribisch aufnahm. Joachim Döhler hofft nun, dass die Ermittler an sichergestellten Schottersteinen, die offensichtlich als Wurfgeschosse für die Zerstörung von Uhr und Anzeiger dienten, DNA-Spuren finden, die auf bestimmte Täter deuten.

Dass die Polizei intensiv nach mutmaßlichen Tätern sucht, bestätigt der OVZ die Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera, Marleen Wedel. „Aber bei den Schmierereien lässt sich keine klar zuzuordnende Handschrift erkennen. Zudem ist das Gelände sehr weitläufig und ziemlich leicht zu betreten. Eine heiße Spur haben wir bislang noch nicht“, so Wedel.

Wie offensichtlich auch in den zurückliegenden Fällen, denn seit 2013 waren die Kohlebahner mit ihrem Vereinssitz auf dem Meuselwitzer Bahnhof immer wieder das Ziel ungebetener nächtlicher Gäste. Joachim Döhler hat die schlimmsten Vorfälle genau dokumentiert: „2013 ging das los, dass abgestellte Waggons beschädigt und beschmiert wurden. Zum 9. April 2015 wurden Türen sowie Bänke von offenen Wagen herausgerissen und im Gelände herumgeworfen oder geklaut. Im Juni 2016 wurden aus einer E-Lok Fahrschalterteile und Kabel aus Kupfer gestohlen. Der Schaden beträgt um die 20 000 Euro und die Lok ist bis heute nicht mehr fahrbereit, weil wir einfach das Geld nicht haben. Im November wurden frisch verlegt Kupferkabel in Waggons herausgeschnitten und gestohlen, die ersetzt werden mussten.“

Für den derzeit 50-köpfigen Verein sind alle Zwischenfälle ein herber Schlag. „Mit unseren bescheidenen finanziellen Ressourcen müssen wir zusehen, was unbedingt repariert werden muss, um den Fahrbetrieb aufrecht zu erhalten, was kaschiert werden kann und was liegen bleiben muss“, so Döhler. Er ist sich ziemlich sicher, dass nächtens regelmäßig junge Leute in das Areal eindringen und dort regelrecht Partys feiern. „Wir haben auch schon mehrfach Rest von Lagerfeuern gefunden. Und es wurden schon solche Eindringlinge erwischt, die dann über die Bahngleise gen Hainbergsee türmten.“

Polizeisprecherin Wedel verspricht jetzt auf jeden Fall, dass die Beamten den Bahnhof bei ihren Streifen nachts besonders im Auge haben werden.

Von Jörg Wolf

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