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Meuselwitzer Schule: Ministerin hört sich die Sorgen an

Meuselwitzer Schule: Ministerin hört sich die Sorgen an

Eine Begrüßung mit Musik und Gesang erlebt Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) nicht bei jedem ihrer Schulbesuche. In der musikalischen Grundschule Meuselwitz war das gestern allerdings Ehrensache.

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Johann und Lilly aus der Klasse 4a führen Ministerin Birgitt Klaubert (2.v.r.) und Landrätin Michaele Sojka (r.) durch ihre Schule.

Quelle: Jens Paul Taubert

Meuselwitz. Die Klassen 3a und 3b taten das mit flotten Liedern und dem Einsatz von Instrumenten.

 

Die Meuselwitzer Bildungsstätte, die mit derzeit 222 Schülern die zweitgrößte Schule im Landkreis ist, setzt das Projekt Musikalische Grundschule bereits seit knapp zwei Jahren um. Die Bedingungen dafür sind an der Einrichtung, die laut Schulleiterin Dagmar Diewald in einem sozialen Brennpunkt liegt, nicht die besten. Für das Projekt, das in Kooperation mit der Bertelsmannstiftung läuft, hätten bis heute nicht alle Eltern Verständnis. Für manche gehöre das nicht zum Lernen. "Wir haben zudem nicht genügend Instrumente und müssen diese von Zimmer zu Zimmer schaffen", beklagt sie. Hinzu komme, dass von den 13 Lehrern der Schule fast immer einer oder mehrere erkrankt seien. Und weil es keine Vertretungsreserve gäbe, müssten immer wieder Klassen aufgeteilt werden.

 

"Es gibt in Thüringen genügend Bewerbungen von Lehrern. Doch die meisten wollen in Großstädte und nicht in den ländlichen Raum", sagte Ministerin Klaubert, die der Auffassung ist, dass es hier oft die besseren Rahmenbedingungen gibt. "Mit diesen Pfunden muss gewuchert werden." In Meuselwitz könnte das unter anderem die musische Ausrichtung der Schule sein.

 

Landrätin Michaele Sojka (Linke), die die Ministerin begleitete, betonte, dass ihr das Projekt Musikalische Grundschule besonders wichtig sei. "Nur so kann es gelingen, die Kinder an die Kulturschätze, die es im Landkreis gibt, heranzuführen." Denn nicht alle Eltern könnten ihrem Nachwuchs den Weg dazu ebnen. Außerdem könne so ein Projekt das Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln.

 

Beim Rundgang durch die Schule, die im Bauhaus-Stil errichtet wurde, zeigte sich an mehreren Stellen der seit Jahren bekannte und bemängelte Investitionsstau. Sojka sicherte zu, dass in den diesjährigen Sommerferien die Sanierung zumindest beginne. "Wir haben in der Schule Untersuchungen vornehmen lassen. In deren Ergebnisse wird entschieden, was dringend zu tun ist", erklärte Bernd Wenzlau, Fachbereichsleiter Bildung und Infrastruktur des Landratsamtes, der ebenfalls beim Schulbesuch dabei war.

 

Weil eine Sanierung nur schrittweise möglich ist, lässt sich auch der Wunsch von Johann und Lilly, die gern Computer und elektronische Tafeln in jedem Klassenzimmer haben möchten, derzeit nicht erfüllen. Dafür müsse das alte Parkett erst so aufgearbeitet sein, dass sich die Staubentwicklung minimiert, erklärte Sojka. Losgehen soll es damit in den Sommerferien.

 

Ihr Unverständnis brachte die Ministerin darüber zum Ausdruck, dass die musische Bildung nicht von allen Eltern als Lernen betrachtet werde. "An freien Schulen wird das wertgeschätzt. Denn die haben immer mehr Zulauf. Wir müssen so etwas allen Kindern ermöglichen", betonte sie.

 

Welche Ergebnisse das seit knapp zwei Jahren laufende musische Projekt hat, davon überzeugten sich Sojka und Klaubert in einer Musikstunden. Durch die Kooperation mit der Musikschule Altenburg und den Jugendblasorchester bekommen die Lehrer kompetente Unterstützung.

Marlies Neumann

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Von Redakteur Monika Neumann

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