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Meuselwitzer Senioren kehren in Puschkinstraße zurück

Nach dem Brand Meuselwitzer Senioren kehren in Puschkinstraße zurück

Es herrscht wieder weitestgehend Normalität in der Einrichtung für betreutes Wohnen in der Meuselwitzer Puschkinstraße. Nach dem Kellerbrand und der anschließenden Evakuierung sind die Bewohner inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt – und insbesondere den zahlreichen Helfern sehr dankbar.

Ruth Hornig ist glücklich, wieder in ihrer Wohnung zu sein. Sie war während der Arbeiten in den neuen Senioren-WGs der Meuselwitzer AWO untergekommen.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Noch ist nicht alles perfekt in der Einrichtung für betreutes Wohnen in der Meuselwitzer Alexander-Puschkin-Straße. Auch knapp sechs Wochen nachdem die Bewohner des ehemaligen Amtsgerichts wegen eines Kellerbrandes evakuiert werden mussten, sind noch Handwerker zu Gange. Neben allgemeinen Reinigungsarbeiten werden insbesondere im Keller noch Abteile beräumt und wieder hergestellt.

„Das läuft alles wunderbar, die beteiligten Firmen sind rund um die Uhr für uns im Einsatz gewesen“, freut sich Hausmeisterin Sabine Trosch. Zu tun gab es einiges: Nach dem Brand mussten zahlreiche Leitungen neu verkabelt werden, Wohnungen wurden entrußt und grundhaft gereinigt und – wo nötig – neu gestrichen. Inzwischen sind bis auf einen Bewohner alle wieder in ihre Unterkünfte zurückgekehrt, teilt Trosch mit, wegen der laufenden Arbeiten jedoch auf eigene Verantwortung, wie sie betont.

Die vergangenen Wochen seien alles andere als einfach für sie gewesen, betont Ruth Hornig. „Wir waren natürlich ganz schön erschrocken, wussten zunächst gar nicht, was los ist“, erinnert sich die 88-Jährige an die Evakuierung. Die große Hilfsbereitschaft aller Beteiligten rührt sie noch heute. „Es war ja draußen sehr kalt, Nachbarn haben uns dann erst einmal Decken gebracht“, berichtet sie. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Heinz Dörfer kam sie wie viele andere Bewohner in den Räumlichkeiten der Awo-Senioren-WGs im Penkwitzer Weg unter. „Das Team dort hat sich sehr um uns bemüht, uns sehr gut versorgt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“ Die Zeit in der dortigen Einrichtung sei ihr dadurch fast schon wie eine Kur vorgekommen, betont sie augenzwinkernd.

Ein Lob, das die Awo-Mitarbeiter gerne zurückgeben. „Viele unserer Gäste haben sich sofort bei uns integriert, an unseren Angeboten teilgenommen und gehörten nach kurzer Zeit einfach dazu“, berichtet Einrichtungsleiterin Dagmar Lukas. Allerdings, auch das ist ihr wichtig zu betonen, sei all dies nicht ohne die zügige Hilfe anderer Akteure im Kreis möglich gewesen. „Das Altenburger Sanitätshaus hat uns etwa sofort die nötigen Betten zur Verfügung gestellt, das Meuselwitzer Seniorenheim und die Kollegen aus Hainichen die Menschen mit Bettzeug versorgt.“ Auch wenn die Situation für die Betroffenen alles andere als einfach gewesen sei, habe sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit funktioniere. „Wenn Not am Mann ist, dann läuft auch alles.“

Ebenfalls zufrieden zeigt sich auch Reiner Heinze. Der 90-Jährige kam, wie einige andere Bewohner auch, in den vergangenen Wochen bei seiner Familie unter. „Ich habe da ganz schön reingefunkt. Was zunächst nur für ein paar Tage geplant war, wurde zu sechs Wochen.“ Zwar habe er den gesamten Plan der Verwandtschaft durcheinander gebracht – eine Wohnwagentour wurde etwa verschoben – das sei aber nie Thema gewesen. „Ich habe großes Glück, über solche Bande zu verfügen, war nervlich ziemlich am Ende, wurde aber immer wieder aufgebaut“, zeigt er sich gerührt.

Erleichterung herrscht auch bei Jürgen Drösel, Eigentümer des Hauses in der Puschkin-Straße. „Ausdrücklich danke ich Frau Trosch, die den Brand bemerkt hatte“, lässt er auf Anfrage wissen. „Bei meinem nächsten Besuch, bringe ich zum Dank auch Kuchen mit“, kündigt er an. Die Schadenssumme – seinen Schätzungen nach im mittleren fünfstelligen Bereich – werde nun über die Versicherung geklärt, den Mietern hierüber eine Vergütung auf ihre Miete angerechnet.

Von Bastian Fischer

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