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Altenburg Meuselwitzer helfen leukämiekrankem Lasse
Region Altenburg Meuselwitzer helfen leukämiekrankem Lasse
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17:15 05.02.2017
Claudia Müller (l.) gibt ihre Speichelprobe bei Christine Becker in der Meuselwitzer Schnaudertalhalle ab. Quelle: Jörg Reuter
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Meuselwitz

„Wenn ich anderen helfen kann, geht es mir gut“, sagt Joachim Langrock, Vorsitzender des Judo- und Freizeitsportvereins (JFV) Wintersdorf. Wenn es sich dabei um einen Vierjährigen handelt, der gegen eine Leukämie-Erkrankung kämpft und dessen Heilungschance von einer passenden Stammzellenspende abhängt, gilt das um so mehr. Und er weiß seine Vereinsfreunde hinter sicher. Gemeinsam mit ihnen rief er am Sonnabend zu einer Typisierung in der Schnaudertalhalle auf.

Zwischen 8.30 und 15 Uhr waren die Bürger aufgerufen, eine Speichelprobe abzugeben, anhand derer die Deutsche Knochenmarksspenderkartei (DKSM) einen genetischen Zwilling für Lasse aus Erfurt suchen kann. „Ich wollte mich schon immer typisieren lassen“, erzählt Katja Gröner. Maximal zehn Minuten waren dafür nötig. „Die beiden Wattestäbchen reiben Sie bitte etwa eine Minute im Mund und lassen sie dann trocken. In der Zeit füllen sie bitte diesen Bogen aus“, erklärt Sandra Nowak vom JFV das Prozedere.

Insgesamt kamen 65 Proben zusammen. Etwas weniger als die 100, die Langrock erhoffte. Nichtsdestotrotz zeigte sich der Vereinschef zufrieden. Nicht zuletzt, weil neben den Proben 860 Euro Spenden für die DKMS zusammen kamen. „Pro Probe brauchen wir 40 Euro für die Laborauswertung und Verwaltung der Daten. Geld etwa für Mitarbeiter bekommen wir von Krankenkassen erst bei Vermittlung“, erläutert DKSM-Sprecher Karsten Meier. Inzwischen führe man sieben Millionen potenzielle Spender, deren genetische Daten weltweit aus einem Register abgerufen werden können. Trotzdem ist jeder Neueintrag wichtig. „Weil die Trefferquote bei eins zu 100 sehr klein ist und allein in Deutschland viermal pro Stunde die Diagnose Blutkrebs ergeht.“ In etwa vier Wochen wird feststehen, ob unter den Meuselwitzern ein passender Spender für Lasse ist, mit dessen Stammzellen – entnommen werden sie es aus der Hüfte oder dem Blut – der Junge gerettet werden kann.

Dabei hatten Lasses Eltern gehofft, ihr Sohn hätte den Kampf gegen den Krebs längst gewonnen. Schon vor zwei Jahren mussten sie zum ersten Mal die niederschmetternde Diagnose verkraften. Doch die Chemotherapie wirkte. Im Oktober erkrankte das Kind aber erneut. Seitdem muss der tapfere Junge wieder sehr viel Zeit im Krankenhaus verbringen. Jetzt sei der Krebs noch viel aggressiver, weiß Langrock und hofft, den dringend nötigen Spender zu finden.

„Das ist so schlimm“, sagt JFV-Mitglied Christine Becker zu Claudia Müller. „So eine traurige Geschichte, hoffentlich haben wir Glück“, entgegnet die junge Mutter beim Abgeben ihrer Probe. Ein kleiner Beitrag, der Lasse oder einem anderen Leukämiekranken viel Leid ersparen könnte. „Bei einem Treffer werden die Spender von uns angeschrieben“, erklärt Meier. „Wenn der Spender bereit ist, werden die Stammzellen entnommen und dem Patienten per Transfusion ähnlich einer Dialyse implantiert.“

Um Lasse und möglichst vielen anderen Erkrankten eine Heilungschance zu ermöglichen, will Langrock noch einmal bei anderen Vereinen um Speichelproben für die übrigen Tests werben.

Von Jörg Reuter

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