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Michael Fischer-Art soll Nobitzer Tower gestalten

Luther, Barbarossa und Co. Michael Fischer-Art soll Nobitzer Tower gestalten

Es wäre ein echter Blickfang im Altenburger Land: Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art soll den Tower am Nobitzer Flughafen gestalten. Mit dem knallbunten Projekt will Flughafen-Chef Frank Hartmann nicht nur eine bessere Außenwirkung erreichen – sondern auch gleich noch andere, sprichwörtliche Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Knallbunt soll der Nobitzer Tower vom Künstler Michael Fischer-Art verziert werden.

Quelle: Michael Fischer-Art

Nobitz. Geht es an die Sanierung älterer Bauwerke, so ist oft vor allem eines wichtig: Möglichst originalgetreu soll das Ergebnis sein, Ausgefallenes dem Bewährten hintenan gestellt bleiben. Beim Tower des Leipzig-Altenburg-Airport in Nobitz wird nun der entgegengesetzte Weg eingeschlagen – knallbunt und ein wenig schrill soll er bald erstrahlen.

Verantwortlich dafür wird der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art zeichnen. Der 48-Jährige, bekannt vor allem für seine grellen, großformatigen Fassadengestaltungen, hat ein Auge aufs Altenburger Land geworfen und im Flughafenförderverein einen interessierten Partner gefunden.

Das Projekt sei dabei gleich aus mehreren Gründen reizvoll, betont Flughafen-Geschäftsführer Frank Hartmann. „Wir können so gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, ist er sich sicher. Zum einen stehe ohnehin eine Sanierung des Towers an, die sich wunderbar mit der künstlerischen Gestaltung der Außenhülle verbinden lasse. Zum anderen sei ein solches Kunstwerk natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. „Wir gewinnen dadurch ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die Region. Das bringt uns natürlich auch eine gesteigerte Außenwirkung ein.“ Welcher andere Flughafen könne etwa von sich behaupten, die Piloten beim Anflug mit einem knallbunten Tower begrüßen zu können.

So wie auf diesem Entwurf könnte der Nobitzer Tower bald die Gäste begrüßen

So wie auf diesem Entwurf könnte der Nobitzer Tower bald die Gäste begrüßen.

Quelle: Michael Fischer-Art

Und auch die sprichwörtliche Sache mit den Fliegen – genauer: der Gemeinen Halmfliege – werde mit dem Projekt gleich mit aus der Welt geräumt, so die Hoffnung am Flughafen. Denn das Insekt setzt den Nerven der Betreiber schon seit geraumer Zeit zu, sucht es sich doch insbesondere in der kühleren Jahreszeit ein kuschliges Plätzchen – und fliegt dabei insbesondere auf den Tower ab (die OVZ berichtete). Mit der bunten Gestaltung könnten die Insektenschwärme, die von hohen, hellen Gebäuden angezogen werden, abgeschreckt werden.

Noch befinde man sich zwar in der finalen Ausgestaltung der Pläne, so Hartmann, dennoch hat Fischer-Art schon einige Ideen für das Werk parat. Er möchte sich vor allem auf den historischen Hintergrund des Altenburger Landes beziehen, der nicht zuletzt aus kirchengeschichtlicher Sicht einiges zu bieten habe. „Martin Luther wird sicherlich vertreten sein, auch Barbarossa könnte den Weg aufs Bild finden“, zählt er auf. Auch die Roten Spitzen oder Altenburger Skatkarten seien ein mögliches Motiv – „alles natürlich modern übersetzt“, erklärt Fischer-Art seinen Ansatz.

Knappe sechs Wochen, so schätzt er, dürften die Arbeiten an dem Werk dauern, das er so schnell wie möglich angehen will – nicht zuletzt deshalb, da ein Tower als Leinwand auch für ihn Neuland bedeutet. „Wenn es noch dieses Jahr klappt, ist alles optimal. Ansonsten können wir nächstes Jahr sobald es wärmer wird loslegen.“

Auf einen zügigen Beginn hofft auch Flughafen-Chef Hartmann, schränkt aber ein, dass zuvor noch die Finanzierung geklärt werden muss. „Wir sind derzeit bereits dabei, Gelder und Spenden für das Vorhaben zu sammeln“, gibt er zu Protokoll. Abgegolten werden müssen nicht nur die Arbeiten des Künstlers, sondern auch die Kosten für den Aufbau des Gerüstes. Auf rund 35.000 Euro schätzt Hartmann das Gesamtvolumen des Vorhabens.

Ob es noch in diesem Jahr losgehen kann, müsse sich nun noch zeigen, weiß auch Hartmann. Spätestens 2018, ist er sich sicher, kann dann jedoch Farbe an den Tower gebracht werden.

Von Bastian Fischer

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