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Altenburg Michael Fischer-Art steht kurz vorm Mal-Finale
Region Altenburg Michael Fischer-Art steht kurz vorm Mal-Finale
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00:29 09.06.2018
Etwa eine Woche benötigt Michael Fischer-Art noch, dann ist Tower am Flugplatz in Nobitz fertig gestaltet. Quelle: Jörg Reuter
Nobitz

„Ich gebe es zu, die erste Woche ist immer die schwierigste. Jetzt gegen Ende wird es einfacher“, sagt Michael Fischer-Art und zieht eine schwarze Linie an einem seiner kauzigen Köpfe fertig. Seit Mitte Mai gestaltet der Künstler aus Leipzig beziehungsweise inzwischen Borna den Tower auf dem Flugplatz in Nobitz, wo sich sein Auftrag langsam dem Ende nähert. Acht bis neun Tage, so schätzt Michael Fischer-Art, werde er noch brauchen. Bis dahin entwickelt sich das comicartige Gemälde rund um den Turm ständig weiter.

Der Tower in Nobitz mit seinen knapp 400 Quadratmetern ist längst nicht die größte Fläche für Michael Fischer-Art. Doch sie reicht aus. „Wenn es losgeht und du hast noch so viel vor dir, da hilft nur ruhig bleiben“, meint der 50-Jährige. Und mit den größten Motiven anfangen, fügt er hinzu, denn die schaffen erst einmal Fläche.

Endspurt am Nobitzer Flugplatz: Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art will in wenigen Tagen mit der Gestaltung des Towers fertig sein.

Am Tower sind das Martin Luther, Kaiser Friedrich Barbarossa, die Roten Spitzen von Altenburg und dessen Stadtwappen, zählt Fischer auf und geht ein ganzes Stück weg von seinem Arbeitsplatz, um einen Blick aus der Ferne auf das Werk zu werfen.

Kaiserlicher Scherz am Tower

Letztlich, so schätzt Fischer-Art, werden es ohne Wolken bestimmt 50 Motive werden, inspiriert von der Kultur und Geschichte der Region, genau wie von dem, was der Maler in den vergangenen Wochen auf dem Flugplatz erlebt hat. „Hier ist ja jede Menge Betrieb, lauter Starts und Landungen, deshalb gibt es auch sehr viele Flugzeuge. Außerdem habe ich eine Drohne und autonomes Fahren gemalt, weil ich gehört habe, dass der Airport inzwischen dafür als Testgelände genutzt wird.

Und unten auf dem Sockel sind die ganzen Leute, die hier ständig kommen und gehen“, erläutert Fischer-Art und berichtet, dass ihm unter anderem die Fußballer von Borussia Dortmund oder Franz Beckenbauer über den Weg gelaufen sind. „Beckenbauer hat zu mir gesagt, er sei nur hier, um sich den bunten Turm anzuschauen“, trägt der Künstler lächelnd den Scherz des Fußballkaisers weiter, über den sich Michael Fischer-Art nichtsdestotrotz sehr gefreut hat.

Der bunte Turm von Nobitz sorgt aber nicht nur bei Promis, die zufällig vorbeikommen, für Aufmerksamkeit. Auch die Bürger der umliegenden Orte verfolgen mit viel Interesse das Werden des Kunstwerks, das auch künftig als Ausflugsziel fungieren soll.

„Einer kommt jeden Tag vorbei und macht Fotos. Ein anderer hat mich gebeten, seine Frau mit auf den Tower zu malen. Und zwei weitere haben gemeint, es wäre doch schön, wenn ich deren Haustier hier verewige – das war einmal ein Hund und das andere Mal ein Pferd.“ Ob er die Wünsche erfüllt, wisse er jedoch nicht, darüber denke er gerade noch nach, plaudert beim Hochsteigen der Leitern am Gerüst.

Inspiriert von den Maya

Fischer-Art malt mal hier, zieht eine Linie da, schließt einen Stock weiter oben ein Motiv ab, nachdem er ein anderes gerade erst angefangen hat. „Das Besondere am Tower ist, dass er rund ist und sich die Motive treffen und ineinander übergehen.“ Wie er das gestalterisch löse, käme hauptsächlich aus seinem Unterbewusstsein, sagt Fischer-Art.

Teils bei der Arbeit, aber auch nicht selten nach Feierabend zu Hause bei seiner Frau und den Kindern. Sogar mitten in der Nacht schössen ihm die Ideen mit der Lösung in den Kopf. Vom ursprünglichen Entwurf landen so nur rund 50 Prozent am Tower, der Rest entstehe intuitiv vor Ort.

Michael Fischer-Art gehört zu jenen Künstlern, deren Handschrift auf den ersten Blick zu erkennen ist. „Meine Formensprache ist von archäologischen Funden aus Südamerika beeinflusst. In Mexiko war ich bei Ausgrabungen an Maya-Pyramiden dabei, später auch in Guatemala. Letztlich entwickelt habe ich sie aber erst bei meinem ersten Auftrag, dem Bemalen eines Hörsaals der Uni in Dresden.“ Seitdem wächst das Portfolio seiner Motive.

Auch vom Tower in Nobitz nehme er etwas für zukünftige Aufträge mit. „Die Flugzeuge und das Luftschiff kamen schon einmal vor. Aber die Propellermaschinen habe ich hier ganz neu entwickelt.“

Von Jörg Reuter

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