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Michael Fleck ist mit dem Roten Kreuz groß geworden

Michael Fleck ist mit dem Roten Kreuz groß geworden

Ein Leben ohne das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kann sich Michael Fleck nicht vorstellen. Sowohl am Kragen seines weißen Oberhemdes als auch am Sakko zeugen bei unserem Zusammentreffen eine Aufschrift und ein Aufnäher von seiner engen Verbundenheit mit dieser Organisation.

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Michael Fleck freut sich über seine hohe Auszeichnung mit dem Ehrenpreis 2012. Neben der Urkunde gehört eine Büste von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, zu dieser Würdigung.

Quelle: Mario Jahn

Schon als Elfjähriger war er Mitglied der Rot-Kreuzgemeinschaft Lucka und verbrachte viele Stunden seiner Freizeit bei den jungen Sanitätern. Der heute 50-Jährige ist mit den Jahren in die Arbeit hineingewachsen. Sein Hauptbetätigungsfeld sei bis zur Wende die Kinder- und Jugendarbeit gewesen, erinnert er sich.

Ruhig und mit Bedacht berichtet er von den schweren Jahren nach der Wende. Als Vorsitzender der Rot-Kreuzgemeinschaft, der er seit 1991 ist, habe er das hautnah miterlebt. "Viele unserer Mitglieder sind in den ersten Jahren ausgetreten, weil sie anderswo arbeiteten oder wegzogen. Manch andere Gemeinschaft hat damals das Handtuch geworfen, wir haben weitergemacht", berichtet er nicht ohne Stolz.

Mitte der 1990er-Jahre musste sich der gelernte E-Lokfahrer und Stellwerker beruflich neu orientieren - der Tagebau Schleenhain schloss damals wegen der Umstellung von Zug- auf Bandbetrieb. Und Fleck, der sich selbst als Ur-Luckaer sieht, hatte Glück. Beim DRK in Altenburg war eine Stelle frei und auch im Bauhof seiner Heimatstadt hätte er arbeiten können. Wofür er sich entschied, steht wohl außer Frage. Er nutzte die Gunst der Stunde und seinen Bekanntheitsgrad und machte seine ehrenamtliche Arbeit auch zum Beruf. Noch heute ist er beim DRK-Kreisverband für die Jugendrotkreuzarbeit, den Katastrophenschutz oder die Aus- und Weiterbildung von Ersthelfern zuständig.

Auf seine Initiative hin gibt es in Lucka seit mehr als 20 Jahren eine Kleiderkammer. Und auch an einer zweiten, die 2004 in Meuselwitz aufgebaut wurde, hat er maßgeblichen Anteil. "Besonders stolz bin ich auf das ehrenamtliche Blutspenderteam, das ich 1993 aufbauen konnte. Zehn ehrenamtliche Helfer organisieren seitdem in Lucka, Meuselwitz und Rositz bis zu 25 Blutspendetermine pro Jahr", erzählt Fleck, und man merkt ihm an, dass ihm die Blutspende ganz besonders am Herzen liegt.

Die heute rund 40 Mitglieder der Rot-Kreuzgemeinschaft zu betreuen, sich um deren Ausbildung und Einsätze bei Veranstaltungen zu kümmern, fordert von Michael Fleck seit vielen Jahren unzählige Stunden an ehrenamtlichem Einsatz. "Das ist wie ein Nebenjob, bloß ohne Bezahlung", meint er und lächelt, was er übrigens gern tut.

Voller Leidenschaft berichtet er von den zahlreichen Erfolgen der Luckaer Rot-Kreuzgemeinschaften bei Landes- und Bundeswettbewerben. Mit Händen und Füßen beschreibt er, was er und seine Leute dabei so alles erlebt haben. In den ersten Jahren habe er noch selbst mitgemischt, doch das überlasse er inzwischen den Jüngeren. Regelmäßig findet in den Räumen der Gemeinschaft im Bischofsweg die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen statt, die sich wie Fleck der Hilfe für andere Menschen verschrieben haben. Diese ehrenamtliche Aufgabe haben zwar Mitglieder der Gemeinschaft übernommen, doch nach dem Rechten schaut Fleck trotzdem. Und das nicht nur bei der Ausbildung. "Ich schaue regelmäßig in den Kleiderkammern, bei den Blutspenden oder bei den Veranstaltungen, die meine Leute absichern, vorbei", berichtet der Vater einer zwölfjährigen Tochter.

Für Hobbys oder Freizeitvergnügungen bleibt da wenig Zeit. Deshalb würde er sich manchmal wünschen, dass sein Tag mehr als 24 Stunden hat. "Dann hätte ich auch mehr Zeit, mich um die Aufarbeitung der Geschichte des Roten Kreuzes in Lucka zu kümmern oder im Internet nach Material für das Geschichtszimmer zu stöbern", meint er.

Trotz seines zeitraubenden ehrenamtlichen Engagements schafft er es, wenigstens einmal pro Woche Volleyball zu spielen. Das sei wichtig für den körperlichen Ausgleich, gesteht er.

Um sich so richtig in die ehrenamtliche Tätigkeit reinknien zu können, braucht es jedoch nicht nur Zeit, sondern auch Verständnis vom Partner. Das findet Michael Fleck bei seiner jetzigen Frau, was er sehr schätzt. Sie ist extra Mitglied in der Luckaer Rot-Kreuzgemeinschaft geworden und unterstützt ihren Mann, wo es geht.

Er habe auch schon mal ernsthaft darüber nachgedacht, seinen Posten als Vorsitzender der Rot-Kreuzgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Doch bisher habe sich kein Nachfolger gefunden. "Also werde ich weitermachen, mich aber bemühen, die Arbeit zu verteilen. Denn sich und andere verheizen, das bringt nichts. Diese Erfahrung habe ich auch erst machen müssen, um daraus zu lernen", erzählt er freimütig.

Die Mitglieder der Rot-Kreuzgemeinschaft wissen, was sie an Fleck haben. Deshalb schlugen sie ihn auch für die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis des Landesverbandes Thüringen, der höchsten Ehrung des Roten Kreuzes, vor. Dieser Preis wird seit 2009 jedes Jahr nur an ein ehrenamtliches Mitglied im DRK Thüringen verliehen. Michael Fleck bekam diesen vor wenigen für seine hervorragenden Verdienste um die Rot-Kreuz-Arbeit in seiner Heimatstadt.

Marlies Neumann

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