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Minister Hammerstein auf der Altenburger Streuobstwiese

Alte Apfelsorten Minister Hammerstein auf der Altenburger Streuobstwiese

So eine Streuobstwiese hat viel zu bieten: Siebenschläfer, Steinkauz, Grünspecht und Insekten, aber auch alte Apfelsorten, die sich nicht im Supermarkt finden. Einige Altenburger sind kürzlich auf den Geschmack gekommen.

Cordula Winter (links) von der Naturforschenden Gesellschaft zeigt den Besuchern per Ausstellung, welche Lebewesen auf der Wiese ihre Heimat haben.

Quelle: Hannah Schaefer

Altenburg. Minister Hammerstein und Schöner von Nordhausen – noch nie gehört? Diese kuriosen Apfelsorten lassen sich auf der Streuobstwiese am Altenburger Südbad entdecken. Und noch einige mehr. Es handelt sich um alte, oft nur lokal verbreitete Obstsorten. Cordula Winter von der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg brachte am Wochenende bei einem Ausflug die Zuhörer auf den Geschmack.

Die wichtigsten Botschaften dieser Exkursion: Es gibt weit mehr Apfelsorten als nur die altbekannten aus dem Supermarkt. Und die Streuobstwiese nahe dem Großen Teich, die einzige zentral gelegene in Altenburg, ist in dieser Hinsicht ein echtes Warenregal – mit vielen Apfel- und auch ein paar Kirschbäumen. Das Gebiet gehört der Ewa. Der städtische Versorger hat das Mauritianum beauftragt, die unterschiedlichen Apfelsorten zu bestimmen. Die ungefähr 80 Jahre alten Bäume haben unter anderem Namen wie Roter Eiserapfel, Harberts Renette, Von Zuccalmaglios Renette – oder eben Minister Hammerstein und Schöner von Nordhausen. Cordula Winter und ihre Kolleginnen nutzten nun die Ergebnisse ihrer Arbeit vor Ort, um den Altenburgern die beeindruckende Vielfalt der Streuobstwiese näherzubringen.

„Früher wurde diese Wiese viel mehr genutzt und gerät nun langsam in Vergessenheit“, stellte Cordula Winter fest. Heute steht das Gebiet unter Denkmalschutz und wird als besonders gefährdetes Biotop eingestuft. „Die Ewa kümmert sich darum und macht sich Gedanken, wie sich dieses Angebot hier nutzen lässt.“ Der relativ naturbelassene Zustand werde bewusst erhalten, und es gebe auch schon Pläne für Neupflanzungen. „Die alten Bäume müssten natürlich auch mal geschnitten und gepflegt werden, aber ich bin froh, dass hier nicht abgeholzt wird“, sagte die Naturfreundin. Immerhin: Auf solch einer Streuobstwiese lässt sich viel entdecken. Nicht nur Obst. Cordula Winter brachte einen großen Insektenkasten und auch ein paar ausgestopfte Tiere mit, um zu zeigen, was vor Ort so alles lebt. „In den alten Bäumen wohnen viele verschiedene Lebewesen in Baumhöhlen. Da gibt es den Siebenschläfer, Steinkauz und Grünspecht, Star, Kleiber und Eichhörnchen, aber auch Insekten wie Hornissen, Wespen, Bienen und Hummeln.“

Nicht ohne Grund steht die Streuobstwiese unter besonderem Schutz. Sie zählt zu den Flora-Fauna-Habitat-Gebieten, die von der EU festgelegt werden. Außerdem soll auf dem Areal der Eremit einen geschützten Lebensraum finden. Der Käfer steht ganz oben auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Insektenarten. Das Projekt „Eremitlebensräume Altenburger Land“ wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen unterstützt, auch mit Geldern der Europäischen Union.

„Das hier ist alles reinste Natur“, schwärmte Winter, als sie ihre Zuhörer um den Apfelentsafter versammelte und alle den gesunden, frisch gepressten Saft probierten. Natürlich konnten auch ein paar der Apfelsorten probiert werden. Und ein Stück Apfelkuchen. So wird die Natur zum Sinneserlebnis.

Von Hannah Schaefer

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