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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht besucht Spielkartenfabrik

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht besucht Spielkartenfabrik

"Die Altenburger Spielkartenfabrik ist der Tradition und der Bewahrung klassischer Spiele verpflichtet, stellt sich aber auch neuen Herausforderungen mit modernsten Technologien".

Altenburg.

 

 

 

 

Von Jens Rosenkranz

Der Traditionsbetrieb war die letzte von fünf Firmen-Visiten ihrer gestern fortgesetzten Thüringen-Tour-International, die 50 Stationen an zwölf Tagen umfasst. Und obwohl die CDU-Politikerin seit 8.45 Uhr unterwegs war, kam sie überpünktlich in der Skatstadt an und fuhr mit ihrem Konvoi fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn auf den Hof der Spielkartenfabrik.

Dafür nahm sie sich danach richtig Zeit und lag schon kurz darauf hinter ihrem Zeitplan. Als Dankeschön für die Umgehung des Protokolls erhielt sie als frisch gedruckte Weltneuheit ein Skatspiel in ihren Händen, mit ihren Ministern als Buben oder Könige, und ihr selbst als Herz-Dame. Es war eine gelungene Überraschung, denn Lieberknecht spielt sehr gern Skat und das seit ihrer Kindheit, wie sie gestern sagte. "Wir waren zu Hause drei Mädchen und der Vater wollte Skat spielen", nannte sie den Grund.

Von Herzen kam daher ihre Freude, dass sich Altenburg als Produktionsstätte durchgesetzt und am Markt behauptet habe. "Altenburg und die Spielkartenfabrik gehören zusammen und strahlen beide deutschlandweit aus", hob die Politikerin hervor.

Sehr wichtig für die Belegschaft und eine tolle Anerkennung für die geleistete Arbeit, freute sich auch Klaus-Dieter Neumann, der amtierende Geschäftsführer der Fabrik, über den Besuch der Ministerpräsidentin. Er informierte die Gäste über die Produkt-Gruppen, zu denen natürlich die Klassiker wie Skat, Rommé, Quartette oder Würfelspiele gehören. Hinzu kommen Sammel- sowie Spielkarten als Werbeträger, angefertigt auf spezielle Kundenwünsche. Als neues Geschäftsfeld habe sich die Firma sogenannten Komplettspielen verschrieben, bei denen Brett- und Kartenspiele verbunden werden und bis zu 40 Teile umfassen. Neumann erinnerte ebenso an die wechselvolle Geschichte seines Betriebes seit dem Mauerfall. Nach dem Verkauf an die Firma FX Schmidt übernahm 1996 Ravensburger, ehe 2001 die Fabrik vom weltweit agierenden Spielekonzern Cartamundi gekauft wurde, zu dem die Altenburger seitdem gehören.

Allerdings muss sich der Traditionsbetrieb neuen Herausforderungen stellen. Dazu gehören eine immer älter werdende Belegschaft, bei der sich der Krankenstand erhöht sowie steigende Energiekosten, sagte Neumann. Als zunehmend problematisch erweise sich die Ausbildung. Hier habe man mit hochmotivierten und mit guten Schulkenntnissen ausgestatteten Jugendlichen zu tun, aber auch mit jungen Leuten, die kaum motiviert und schlecht vorgebildet sind und für sich selbst wenig Zukunftschancen sehen.

Diese Klagen waren auch der Ministerpräsidentin bekannt. "Ich möchte aber, dass wir uns den Problemen und Hindernissen der jungen Leute stellen und ihnen gerecht werden", sagte sie der OVZ auf Nachfrage. Hier seien Elternhaus, Schule, die Betriebe, ja die ganze Gesellschaft gefragt. Denn die Zeiten hätten sich geändert, bemerkte die Politikerin und erinnerte daran, dass noch vor gar nicht allzu langer Zeit auf eine Lehrstelle sehr viele Bewerber kamen, sich dieser Trend jedoch ins Gegenteil gekehrt habe. Dies stelle vor allem die Betriebe vor große Herausforderung, sich um jeden Jugendlichen kümmern zu müssen. Sie sei aber guter Hoffnung, dass das die Unternehmen leisten.

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