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"Mir wird so wunderbar"

"Mir wird so wunderbar"

Die Frage erwies sich am Sonntagabend als überflüssig, denn die Verantwortlichen vom Festivalorchester Cappuccino hatten sich gesagt: Wenn nicht mehr italienisch, dann eben deutsch - und hatten ein attraktives Programm zusammengestellt, das jeder Gala zur Ehre gereicht.

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Zum dritten Mal ausverkauft - der Festsaal des Altenburger Schlosses zur Abschlussgala am Sonntagabend.

Quelle: Mario Jahn

Da wurde zwar keine Stretta geschmettert, sondern das Lied des Fenton "Horch, die Lerche singt im Hain" aus Otto Nicolais Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" - von dem hoffnungsvollen lyrischen Tenor Patrick Grahl gesungen - und es blieb einem das Trinklied aus Verdis "La Traviata" als obligatorischen Abschluss jeder Gala erspart. Stattdessen konnte man über den sinnreichen Inhalt des Schlusstrios aus Mozarts "Cosi fan tutte" auf dem Heimweg nachdenken, mit dem man in die Altenburger Nacht entlassen wurde.

 

Es wurde erfreulich gut gesungen an diesem Abend. Das Quartett Paola Kling (Sopran), Paula Antal (Sopran) Patrick Grahl (Tenor) und Andreas Drescher (Bass) erwies sich als gut ausgebildet. Und harmonisch bestens aufeinander abgestimmt, wie in "Mir wird so wunderbar" aus Beethovens Oper "Fidelio", womit der erste Teil der Gala endete, zu hören war. Davor waren Arien aus Opern von Albert Lortzing und weitere aus "Fidelio" zu hören. Andreas Drescher erwies sich dabei mit der Arie "Hat man nicht auch Gold beineben" als hoffnungsvoller seriöser Bass.

 

Wenn so junge Sängerinnen und Sänger auf der Bühne stehen und miteinander singen, kann es schon zu unerklärlichen Situationen kommen. Solch eine entstand zum Beispiel im Duett Gretchen/Baculus "Lass er doch hören" aus Lortzings Oper der Wildschütz mit Paula Antal und Andreas Drescher, wenn das junge Mädchen partout immer aufs Schloss wollte und das Eheangebot des - nach dem Textbuch der Oper - alten knochigen Paukers Baculus ablehnte, obwohl doch da ein junger, gut aussehender Mann um sie warb, der vielleicht gerade sein Referendariat an einer Schule beendet hatte. Das alles nimmt man gern in Kauf, wenn es gut gemacht ist. Und gut gemacht ist auch der zweite Teil der Gala, der mit der Ouvertüre zu der so gut wie nicht mehr gespielten Oper "Abu Hasan" von Carl Maria von Weber eingeleitet wurde, nachdem am Anfang des Programms die Ouvertüre zu Otto Nicolais Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" erklang. Abu Hassans große Arie "Ich gebe Gastereien" war schon eine Herausforderung an den Tenor Patrick Grahl. Und das Duett Ännchen/Agathe "Schelm halt fest" war für viele Anwesende ein gutes Aufmerksammachen auf die in der nächsten Spielzeit anstehende Premiere von Webers Oper "Der Freischütz".

 

Der Leiter des Festivalorchester Cappuccino, Albrecht Winter, monierte in seiner Moderation, dass Friedrich von Flotows Oper "Martha" so gut wie nicht mehr gespielt werde. Er war nicht informiert, dass eben diese Oper erst vor kurzem in

 

Altenburg eine umjubelte Aufführung erlebte. So waren die beiden Hits der Oper "Ach so fromm" und "Letzte Rose" eine Reminiszenz für viele Besucher an dieses Theatererlebnis. Patrick Grahl und Paola Kling gaben sie so, wie sie gesungen werden müssen: einfach gut.

 

Ein Kabinettstückchen der besonderen Art lieferte Paula Antal als pfiffige Magd in der gleichnamigen Oper von Julius Weismann. In unnachahmlicher Art und Weise wie weiland das Faktotum Figaro in Rossinis Oper "Der Barbier von Sevilla" wirbelte sie fast ungebremst über die Bühne, berichtend, wie sie die vielen Aufgaben beinahe erdrückten, bis mit einem großen Block aus Mozarts "Zauberflöte" das Ende der Gala angesagt war.

 

Hier konnten alle vier Solisten noch einmal glänzen und gaben mit dem hymnischen Chor "Die Strahlen der Sonne" auch den Abschluss des Musikfestivals 2015. Das Publikum dankte mit langem Beifall.

 

Den gab es besonders herzlich für Antje Arpe, die zum wiederholten Male ihre Geburtstagsfeier opferte, zum die Abschlussgala zu moderieren. Der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Wagner, hatte natürlich Blumen für sie.

Manfred Hainich

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