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Missgeschicke, Trost undjede Menge tolle Leistungen

Missgeschicke, Trost undjede Menge tolle Leistungen

Da war es gut für den 42-Jährigen, dass Tochter Leni mit war. Denn die Viereinhalbjährige und ihr Papa hatten sich versprochen, Lenis ersten Lauf zusammen zu absolvieren - und das taten sie auch über 400 Meter bei den Kindern.

Kaum angekommen, umarmten sich beide und strahlten. Einen besseren Trost konnte es für Papa Zeeh kaum geben.

 

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Sie war zwar die Letzte im Wettbewerb, aber die Erste in den Herzen: 12:47 Minuten brauchte Elisa-Marie Stölzel für die 400 Meter. Doch das war egal. Schließlich glich es einem Wunder, dass das behinderte Mädchen aus dem Altenburger Kindergarten "Bärenstark" überhaupt jemals eine solche Distanz bewältigt. Mit etwas Hilfe schaffte es die Fünfjährige, was ihr Applaus einbrachte und ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

 

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Leichter Regen wie am Sonnabendvormittag kann Peter (84) und Eva-Maria Urban (80) nicht schrecken - und schon gar nicht von der Strecke vertreiben. Schließlich sind sie Skatstadt-Marathon-Fans der ersten Stunde, waren jedes Jahr dabei. "Das lassen wir uns nicht entgehen", nennen die Altenburger einen Grund ihres Durchhaltevermögens. "Wir warten auf unseren Enkel Konrad", war der andere. Der 14-Jährige lief die 5,4 Kilometer.

 

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Wären die Missgeschicke nicht passiert, wer weiß, wie schnell Marathon-Siegerin Juliane Meyer gewesen wäre. Erst fuhr ihr Fahrrad-Begleiter an der Wende zur zweiten Runde vorbei und etwas später musste sie wegen eines ähnlichen Fauxpas erneut ein paar Meter extra zurücklegen. Auf dem Drahtesel saß Aufbaus Radsport-Abteilungsleiter Dieter Eichhorn, der im Vorbeifahren leicht entnervt zischte: "Ihr dürft die Wende nicht zustellen!" Trotzdem verbesserte die 26-Jährige die Bestzeit von Karoline Robe um gute vier Minuten auf 3:04:14 und hatte über eine Dreiviertelstunde Vorsprung auf die Konkurrenz.

 

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Bekanntlich verbindet Sport. Bestes Beispiel: Halbmarathon-Sieger Tarik Khales und Lehrerin Kathrin Lohse. Der Flüchtling aus Marokko trainiert regelmäßig auf dem Sportplatz der Oberschule Regis-Breitingen. Dort sah die stellvertretende Schulleiterin den 27-Jährigen und sorgte dafür, dass er beim Skatstadt-Marathon startete. Dass er so einschlägt, überraschte beide, was die Freude noch vergrößerte. Dieser schlossen sich der Zweite über 21,1 km, Lars Rößler, und der Dritte Steven Michel an. "Bis Kilometer elf sind wir zusammen gelaufen", erzählte der Altenburger Michel. "Dann habe ich meine Startnummer verloren und musste abreißen lassen."

 

Dass nicht nur Sport, sondern auch Freundschaft verbindet, zeigten Nicole Bauer und Sandy Maischak. Die Altenburger Rechtsanwältin hatte ihre Freundin aus Moosburg bei München zum Lauf eingeladen und erwies sich als blendende Gastgeberin, weil sie ihr im Halbmarathon den Vortritt ließ. Das Ergebnis: Rang zwei in der Gesamtwertung für Maischak. "Das hätte ich nicht erwartet", so die 36-Jährige. "Vor allem nicht bei der anspruchsvollen Strecke." Zur Krönung belegten beide die Plätze eins und zwei in der AK 35-39.

 

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Ordentlich zu tun hatten Randy Luft und Maja Wöllner im Ziel. Die Physiotherapeuten massierten unzählige Marathonis und sorgten für Linderung. Während Luft, die Waden nicht mehr zählen konnte, die er knetete, meinte seine Kollegin: "Am besten man fängt gar nicht erst zu zählen an."

 

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Vollen Einsatz brachte Ronny Valentin. Zwar lief der 36-Jährige "nur" 5,4 km, aber damit sich seine Frau Katarzyna (35) auf den Halbmarathon konzentrieren konnte, übernahm er den Kinderdienst. Somit schob er Tochter Nina (3) im Wagen vor sich her. "Am Anfang war es schwierig, weil sie raus wollte, aber dann ist sie eingeschlafen", erzählte der Altenburger, dem dafür die Anstiege zu schaffen machten. "Ich hatte ganz vergessen, wie viele es sind." Den Reigen bei Valentins, die an der Marathon-Wette (siehe Text unten) teilnahmen, komplettierte Maja (8), die die 400 m meisterte.

 

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Gleich zwei Volltreffer landete Claudia Behrendt. Zum einen gewann die 26-Jährige die 5,4 km und kam als eine der ersten in den Genuss der Siegerehrung auf dem Markt. Zum anderen bekam sie von Lauf-Guru Herbert Steffny ihre Urkunde. "Das ist eine Ehre", sagte die Geraerin. "Wir haben ein Buch von ihm zu Hause und trainieren danach." Der Erfolg gibt ihr und dem 61-Jährigen Recht. Steffny schaffte es übrigens, dass alle seiner 13,3-km-Läufer zusammen ins Ziel kamen. Besonders hob er Anne Wagner und Joe Henschel hervor, die zuvor noch nie länger als fünf Kilometer gelaufen waren. "Man kann eben mehr, als man glaubt", sagte der Marathon-EM-Dritte von 1986 und grinste.

 

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Nicht minder breit war das Grinsen beim Freude-am-Laufen-Team, das den hart umkämpften Vereinswettbewerb letztlich mit 133 Finishern souverän vor dem Klinikum Altenburger Land (108) und dem SV Lerchenberg (96) gewann. 2141 gelaufene Kilometer rundete Vize-Vereinschef Alexander Bräunlich großzügig auf, so dass die Rechtsanwaltskanzlei Wagner, Bauer, Viertel nun 2200 Euro locker machen muss, die an die Jugendeinrichtungen in Altenburg verteilt werden. Durch die Siegprämie und andere Sponsoren sammelte der Verein weitere 3000 Euro, die ebenfalls sozialen Projekten gespendet werden.

Thomas Haegeler

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