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Mit Orgel und Panflöte helfen

Mit Orgel und Panflöte helfen

Solidarität hat viele Gesichter und viele Formen. Sie reicht von den publikumswirksamen Gesten großer Weltstars bis zu den vielen Initiativen lokaler Organisationen und Künstler.

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Panflötist Helmut Hauskeller und Organist Martin Heß gestalten gleich drei Benefizkonzerte für die Menschen im Kongo.

Quelle: Mario Jahn

Eine solche war am vergangenen Sonnabendabend in der Brüderkirche zu erleben. Der in Altenburg ansässige Verein Hilfe für Menschen im Kongo, der über 200 Mitglieder deutschlandweit umfasst und vom Ehepaar Christine und Jürgen Hauskeller geleitet wird, hatte zu einem Benefizkonzert geladen.

 

Denn die Arbeit des Vereins erfordert Geld. Deshalb wurde das Konzert am Sonntag in Schmölln und Gera wiederholt. Insgesamt 140 Leute kamen in die drei Kirchen. "Ein paar mehr hätten wir uns schon gewünscht", bemerkte Jürgen Hauskeller, der aber auch darauf verwies, dass das Konzert in Altenburg am selben Abend wie das WM-Spiel der deutschen Mannschaft stattfand. "Wir freuen uns über alle, die da waren."

 

In den Dienst der schönen Sache stellten sich der Berliner Panflötenspieler Helmut Hauskeller und der in Sondershausen lebende Organist Martin Heß. Ihre beiden Instrumente passten wunderbar zusammen. "Die Panflöte ist die Vorgängerin der Orgel", erklärte dabei der Flötist. "Der Wind strich über gebrochene Schilfrohre und erzeugte Töne. Die Menschen schnitten schon vor über 2000 Jahren die Rohre ab, klebten sie aneinander und bliesen darauf wie der Wind. So entstand das Muster der ersten Orgel."

 

Das Programm der beiden bot eine musikalische Vielfalt, wie man es in normalen Orgelkonzerten nicht erlebt. Die Musik reichte von der Renaissance über das Barock und die Spätromantik bis in die Gegenwart und endete mit einem umfangreichen Block vor allem osteuropäischer Folklore. Das Konzert begann mit Michael Prätorius und beinhaltete auch Johann Sebastian Bach und seinen Sohn Carl Ph. E. Bach, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Erfreulich, dass auch eine "Fantasie und Fuge" von ihm zu hören war, die wie einige andere Stücke von der Orgel solo gespielt wurden.

 

Dabei erwies sich Martin Heß bei den sehr unterschiedlichen Orgelmusiken als ein versierter und technisch unanfechtbarer Organist. Das galt gleichermaßen für den international bekannten Panflötisten Helmut Hauskeller, der unter anderem den schwierigen Part in der "Barocksuite in C" von Michel Corette bravourös meisterte. Ein technisches Kabinettstück gab er mit dem Vogelgezwitscher im ukrainischen Volkslied "Flieg herbei". Die Hörgemeinde dankte den beiden Künstlern mit langem Beifall für einen Abend, der doppelten Gewinn brachte: musikalisch und finanziell.

 

Insgesamt 1100 Euro wurden bei den beiden Konzerten in Altenburg und Gera für die Arbeit des Vereins gesammelt. Wie viel in Schmölln eingenommen wurde, konnte Jürgen Hauskeller gestern noch nicht sagen. Das Geld fließt in das neue Projekt: In Maluku baut der Verein ein Sozialprojekt mit Grundschule, Waisenhaus und Gesundheitszentrum. Zwei Gebäude der "Schule der Hoffnung" sind schon fertig. Am 13. Oktober wird sie eröffnet und gibt 48 Kindern die Chance, lesen, schreiben, rechnen und französisch zu lernen, täglich ein Frühstück zu bekommen und medizinisch betreut zu werden. Der Verein wird regelmäßig das Schulgeld zahlen, wie Jürgen Hauskeller in der Pause des Konzerts das Publikum informierte.

 

Der Verein betreibt bereits seit 2005 in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, ein Waisenhaus für 20 Mädchen, die ehemals auf der Straße gelebt haben. Eine ausgelegte umfangreiche Fotoschau in der Brüderkirche zeigte die lachenden Gesichter von Mädchen, die beweisen: Wenn etwas Geld da ist, dann geschieht vieles. Daneben lagen aber auch Fotos mit Gruppen von Kindern aus den Slums dieser Großstadt - erwartungsvolle Gesichter, die wie die Worte "Eure Kinder sind Söhne und Töchter des Lebens" des indischen Dichters Rabindranath Tagore das Anliegen des Vereins unterstrichen.

Manfred Hainich und Jenifer Hoc

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