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Mit Präzision zur eigenen Trommel

Mit Präzision zur eigenen Trommel

Ganz behutsam schlägt Thore Volquardsen die Trommel, bevor 50 Hände den Rhythmus nachspielen. Noch haben nicht alle den richtigen Takt gefunden, schleichen sich vereinzelt falsche Schläge ein.

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Konzentration pur: Beim Zusammensetzen der späteren Cajón müssen Vincent Robeck (l.) und Thore Volquardsen ganz akkurat arbeiten.

Quelle: Mario Jahn

Doch in den nächsten Runden klappt es immer besser, bald können die 25 Kinder, die im Kreis sitzen, die Abfolge aus dem Effeff. Und genau in diesem Moment geht der Percussionlehrer dazu über, die nächste Übung anzukündigen. Ganz schnell dürfen die Mädchen und Jungen nun auf ihre Trommeln schlagen, der Wirbel über der Skatbankarena wird immer lauter und findet dann auf Volquardsens Zeichen punktgenau sein Ende. "Perfekt. Ihr ward spitze heute", lobt der Dresdner vom Institut für Psychosoziale Entwicklung. Die mobile Kunstwerkstatt gestaltet in dieser Woche einen Trommel- und Trommelbauworkshop in Altenburg.

 

"Das Besondere dabei ist, dass die Kinder nicht nur verschiedene Stilrichtungen kennenlernen, sondern auch ihr eigenes Instrument bauen", sagt Stev Kolar, Vorstandsvorsitzender des Altenburger Vereins Rock 'n' Folk, der zum ersten Mal gemeinsam mit dem Jugendclub East Side einen Kurs für Ferienkinder organisiert hat. "Wir hatten das Gefühl, dass das Ferienangebot in Altenburg ziemlich schmal ist, vor allem für das kleine Budget", erzählt Kolar über die Gründe. Genau das wollte man mit dem Trommelbauworkshop ändern und hat als Verein den Großteil der Kosten in Höhe von 3000 Euro übernommen, die Kinder bezahlen zudem einen geringen Teilnahmebeitrag. Da es mehr Anmeldungen als Plätze gab, kann sich der Vereinschef vorstellen, dass die Aktion nicht einmalig bleibt. "Aber wahrscheinlich werden wir das als gemeinnütziger Verein nicht jährlich stemmen können", schätzt er ein.

 

Die Begeisterung ist den Mädchen und Jungen, die in diesem Moment fleißig an ihren eigenen Kistentrommeln, den sogenannten Cajóns, schleifen, sofort anzusehen. "Das Bauen ist richtig cool, weil man dann sein eigenes Instrument hat", sagt die 13-jährige Johanna List, und die elfjährige Elisa Rühlmann ergänzt: "Das Bauen finde ich fast noch besser als das Trommeln, weil man viel selbst machen kann." Mit anpacken, im Team arbeiten und auf Präzision achten müssen die Kinder auf jeden Fall. Denn lediglich die Bretter für die späteren Trommeln waren ausgesägt. Das Zusammensetzen zu einem Instrument übernehmen die Sieben- bis 13-Jährigen mithilfe der Erwachsenen selbst. Wie ihr eigenes Instrument klingen wird, dürfen die musikbegeisterten Kids dabei auch bestimmen. Heute und morgen werkeln sie an den letzten Details, bringen die Snarematten an, die für den typischen Cajónklang sorgen, und verzieren ihre Trommel nach ihren eigenen Vorstellungen.

 

Natürlich wird zwischendurch auch immer mal wieder Hand an eine der mehr als 50 fertigen Trommeln gelegt, die zur Verfügung stehen. "Wir erklären die Grundschläge, bringen ihnen verschiedene Rhythmen wie afrikanisch oder Hip-Hop bei und spielen gemeinsam", beschreibt Barbara Reyher. Das schule das Gehör, die Aufmerksamkeit und auch soziale Fähigkeiten bei den Kindern. "Wenn man in der Gruppe spielt, muss man aufeinander hören und achten", erklärt sie. "Am Ende werden die Kinder auch in verschiedenen Stimmen spielen können." Und jede Menge über Trommeln gelernt haben, wie Paulin List beweist. "Wenn man das Loch im Cajón oben bohrt, dann klingt sie höher", fasst die Elfjährige zusammen, was sie zuvor gehört hat. "Wenn es unten ist, gibt es einen Basston."

 

Wer sich davon überzeugen will, was die Mädchen und Jungen in vier Tagen gelernt haben, hat dazu am Sonnabend beim Ehrenhainer Sommerkino Gelegenheit. "Es ist geplant, dass einige mutige Kinder dort ein paar Stücke vorführen", sagt Kolar. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und findet auf dem Sportplatz in Ehrenhain statt. Nach der ersten Vorstellung des Marionettentheaters aus Engertsdorf sollen die Kinder mit ihren Trommeln auftreten.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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